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Ludwig Mies van der Rohe

Aachen 1886 – 1969 Chicago

Bank- und Bürogebäude in Stuttgart, Projektentwurf / Photo: Curt Rehbein. Um 1928
Vintage oder früher Silbergelatineabzug einer Photomontage. 13 × 20,6 cm (5 ⅛ × 8 ⅛ in.) Rückseitig Urheberrechtsstempel des Photographen: „Das Recht der gewerbsmäßigen Verbreitung dieser Aufnahme (Reproduktion in illustrierten Zeitschriften usw.) steht nach dem Gesetz [...] ausschließlich dem Urheber, Photographen Curt Rehbein, Berlin W.30, Nollendorfstr. 37, zu“ sowie von unbekannter Hand mit Bleistift beziffert.  [3057] Gerahmt 

ProvenienzSammlung Howard Dearstyne (Architekt, studierte gemeinsam mit Ludwig Mies van der Rohe am Bauhaus) / Max Protetch Gallery, New York, 1990 an Privatsammlung / Benefizauktion „The Art of Seeing“, Ketterer Kunst, München, 6.7.2014, Los 211, an den derzeitigen Eigentümer

EUR 10.000 – 15.000
USD 11,800 – 17,700

Verkauft für:
41.250 EUR (inkl. Aufgeld)

Bank- und Bürogebäude in Stuttgart, Projektentwurf / Photo: Curt Rehbein

Auktion 279Mittwoch, den 29. November 2017, 18.00 Uhr

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AusstellungMax Protetch Gallery, New York, 8.3.–28.4.1990

Literatur und AbbildungPhilip Johnson, Ludwig Mies van der Rohe, Museum of Modern Art, New York 1947, Abb. S. 61 (dort betitelt und datiert: Project: bank buildung, Stuttgart, Germany, 1928, dort als größerer Ausschnitt) / Helmut Reuter und Birgit Schulte (Hg.): Mies und das Neue Wohnen. Räume. Möbel. Fotografie. Ostfildern 2008, S. 257, Abb. 246 (dort betitelt und datiert: Bürogebäude für Sparkassen- und Giroverband, 1928, dort als größerer Ausschnitt) / Ausst.-Kat.: Mies van der Rohe. Montage. Collage. Aachen, Ludwig Forum; Schweinfurt, Museum Georg Schäfer, 2016/17, S. 30-31 (dort als größerer Ausschnitt)

Die Technik des Collagierens und Montierens war für die künstlerische Avantgarde der 1920er–Jahre eine der wichtigsten neuen Darstellungsformen. Sie kam bei Künstlern wie Hannah Höch oder John Heartfield zum Einsatz, deren Werke Ludwig Mies van der Rohe auf der Ersten Internationalen Dada-Messe 1920 in Berlin gesehen hatte. Insbesondere für die frühen Projekte des Architekten stellte die Photomontage, bei der er seine kühnen und zukunftsweisenden Entwürfe in zeitgenössische Photographien einmontierte, das geeignete Mittel dar, um seine räumlich-gestalterischen Vorstellungen zu visualisieren.
Hierzu zählt auch der 1928 für einen Wettbewerb entstandene, nicht realisierte Entwurf eines Bank- und Büroge- bäudes am Stuttgarter Hindenburgplatz, heute Arnulf-Klett- Platz. Wie selbstverständlich fügt sich die achtgeschossige Stahlkonstruktion in den vorhandenen architektonischen Kontext, den Verkehrsfluss und den Strom der Passanten ein. Der langgestreckte, streng geometrische Glaskubus bildet den optischen Abschluss des Platzes und verleiht ihm zugleich ein Element der Leichtigkeit in Kontrast zum massiven Mauerwerk des Hauptbahnhofes, das den rechten Bildrand abschließt. Anders als technische Zeichnungen es ver- mögen, konnten die Photomontagen, die eine Idee visuell überzeugend in die Wirklichkeit übertrugen, auch emotio- nal Begeisterung hervorrufen. So war es, neben den verwirklichten Architekturen, vor allem der innovative Einsatz der Bildmedien, der Mies van der Rohe zu einem der einflussreichsten Baukünstler des 20. Jahrhunderts machte.
Zu Zwecken der Demonstration und Präsentation ließ Mies einige seiner Studien photographisch dokumentieren. Hierzu arbeitete der Architekt mit dem Berliner Photographen Curt Rehbein zusammen, der bereits die legendären Projekte des gläsernen Wolkenkratzers und des Projektes der „Wabe“ in der Berliner Friedrichstraße in Photographien festgehalten hatte. SCH

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