Presse

Anfragen zu druckfähigen Bilddaten, Presse-Photos und weitergehenden Informationen richten Sie bitte an Dr. Anna Ballestrem

In der Herbstauktion für Moderne und Zeitgenössische Photographie am 29. November wurde bei einem unteren Schätzpreis von 661.200 EUR ein Gesamtumsatz von 797.250 EUR* erzielt. Der höchste Zuschlag galt Frank Thiels 12-teiliger Photoinstallation „Die Alliierten“ aus der Sammlung Wolfgang Joop, die für EUR 100.000* an eine Privatsammlung in Norddeutschland ging. Nach längerem Bietgefecht konnte sich ein deutscher Sammler mit 77.500 EUR* (Schätzpreis 50.000–70.000 EUR) bei Edward Steichens „Foxgloves“ durchsetzen. Gerungen wurde auch um die Photomontage von Ludwig Mies van der Rohe (Photo: Curt Rehbein), die schließlich von einem privaten Sammler aus Deutschland ersteigert werden konnte. Die Aufnahme des „Bank-und Bürogebäudes in Stuttgart“ erzielte 41.250 EUR* (Schätzpreis 10.000–15.000 EUR).
Die bedeutende, aber schwierige Arbeit „Hiroshima“ von Christer Strömholm, konnte mit 17.500 EUR* (Schätzpreis 6.000–8.000 EUR) ihren ikonenhaften Rang verteidigen. Otto Steinerts „Appell“ ging für 20.000 EUR* (Schätzpreis 12.000 – 15.000 EUR) in den deutschen Handel.
Glänzend in seiner Schönheit konnte der Fashion-Print von Louis Faurer „Bowing Dress“ 19.375 EUR* (Schätzpreis 8.000–10.000 EUR) erzielen und begeistert nun einen Privatsammler.
Ihre Schätzungen deutlich erhöhen konnten u.a. Aenne Biermanns Vintage „Spielbälle“ mit 8.125 EUR* (Schätzpreis 1.500–2.000 EUR) und Marta Hoepffners „Feuervogel“ mit 6.500 EUR* (Schätzpreis 800–1.000 EUR), zugeschlagen jeweils an den Handel.


Diandra Donecker
T 030 885915 27
diandra.donecker@grisebach.com

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Mit einem Preis von € 1.465.000* steht Max Beckmanns symbolträchtiges Exilbild „Braunes Meer mit Möwen“ aus dem Jahr 1941 preislich an der Spitze der diesjährigen Herbstauktionen bei Grisebach in Berlin.
Mit € 1.033.000 folgt Günther Ueckers Nagelbild „Fluß“ von 1984, das auf € 400.000 bis 600.000  geschätzt war und nach einem minutenlangen Bietgefecht einem Sammler in Hong Kong zugeschlagen wurde. Das drittteuerste Bild wurde mit € 985.000 das monumentale Gemälde „Chromatische Scheiben“ von Ernst Wilhelm Nay, was einen Auktionsrekord für Nay bedeutet. Insgesamt wurden in neun Auktionen an vier Tagen Kunstwerke für 24,2 Millionen Euro verkauft. Einen starken Beitrag dazu leistete die Auktion „Zeitgenössische Kunst“, die mit einem Umsatz von 8,3 Millionen Euro die erfolgreichste dieser Sparte in der Geschichte von Grisebach war.
Die Auktionen bewiesen erneut, daß die Sammler bereit sind, für außergewöhnliche Kunstwerke außergewöhnliche Preise zu zahlen: So ging Rudolf Schlichters ausdrucksstarkes Portrait der „Helene Weigel“ aus dem Jahre 1928 für € 600.000  (Schätzung 200.000 bis 300.000) an den Berliner Kunsthändler Wolfgang Wittrock, Ai Weiweis Skulptur „F Size“ für € 475.000 an eine deutsche Privatsammlung und die drei Postkarten von Franz Marc aus dem Jahre 1913 gingen alle in dieselbe bayrische Privatsammlung für zusammen € 925.000 (Schätzung 300.000).
Zu den Höhepunkten der Auktionswoche gehörte die außergewöhnliche Sammlung von Schmuck der 1920er Jahre aus dem Nachlaß von Emil Lettré in der Auktion ORANGERIE,  die von einer Schätzung von € 178.000 für eine Gesamtsumme von € 337.500 neue Liebhaber gefunden hat. In der Abteilung „19. Jahrhundert“  wurde Philipp Otto Runges Portraitzeichnung von „Friedrich Perthes“ (Schätzung 60.000 bis 80.000) für € 350.000 an einen nordamerikanischen Privatsammler verkauft.
Florian Illies: „Grisebach in seiner modernen Form steht auf zwei wesentlichen Säulen: der Klassischen Mo-derne – mit der wir über Jahre den Ruf unseres Hauses begründet haben und weiterhin außergewöhnliche Ergebnisse erzielen können – und der Kunst der deutschen Nachkriegszeit und der Zeitgenossen, die substantiell zum Ergebnis dieser Herbstauktionen beigetragen hat.“

Micaela Kapitzky

* Alle Ergebnisse inkl. Aufgeld

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Nach vielen spektakulären Ergebnissen für Werke von Max Beckmann kann Grisebach auch in dieser Saison ein Gemälde des Künstlers in musealer Qualität anbieten. Das „Braune Meer mit Möwen“, 1941 im Amsterdamer Exil entstanden, ist mit € 1.200.000 bis 1.500.000 bewertet und damit das teuerste Kunstwerk des Auktionsangebotes der aktuellen Herbstsaison in Deutschland.

Einer der traditionellen Schwerpunkte des Hauses ist der Deutsche Impressionismus, der in dieser Auktion mit hochkarätigen Werken von Lesser Ury, Lovis Corinth, Leo Putz und insgesamt acht Gemälden von Max Liebermann in besonders beeindruckender Fülle vertreten ist (Schätzungen bis € 400.000 / 600.000). Besonderes Augenmerk verdient in der Auktion mit „Ausgewählten Werken“ ein seit Jahrzehnten verschollenes, nun wieder aufgetauchtes neusachliches Gemälde von Rudolf Schlichter: 1928 gemalt, zeigt es die berühmte Schauspielerin und Ehefrau Bertolt Brechts, Helene Weigel. Dargestellt ist Weigel als Protagonistin in Bertolt Brechts/Elisabeth Hauptmanns bitterbösem Lustspiel „Mann ist Mann“ (€ 200.000 / 300.000). Höhepunkt der Deutschen Nachkriegskunst ist ein spektakuläres Hauptwerk von Ernst Wilhelm Nay, die knapp 2 x 3,5 m große Komposition „Chromatische Scheiben“ aus dem Jahr 1960 (Schätzpreis € 800.000 / 1.200.000).

Ein eigener Katalog ist dieses Mal künstlerischen Kostbarkeiten im kleinen Format aus zwei Jahrhunderten gewidmet. Eine kleine Sensation in „Small is Beautiful“ am 30. November sind drei überaus rare Postkarten mit Tierdarstellungen von Franz Marc an den Künstlerfreund Erich Heckel von 1913 (Schätzung jeweils € 100.000 / 200.000).

Insgesamt werden in den Herbstauktionen bei Grisebach über 1.600 Kunstwerke aus den Bereichen Photographie, ORANGERIE, Moderne Kunst und Zeitgenössische Kunst mit einem mittleren Schätzpreis von € 24,2 Mio. angeboten.

Micaela Kapitzky

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Auktion Nr. 279
am 29. November 2017, 18 Uhr


Am Mittwoch, den 29. November werden bei Grisebach in Berlin über 200 Losnummern Moderner und Zeitgenössischer Photographie versteigert.

Spitzenlos der Auktion ist ein Vintage Abzug von Edward Steichen, dem „Patriarchen der Photographie“. Bei den „Foxgloves“, entstanden 1926, handelt es sich um einen von Steichen persönlich ausgewählten Abzug, der wohl als Druckvorlage für sein Buch „Steichen. The Photographer“ diente. Die herausragende Qualität, die Bildschärfe und die außergewöhnliche Haptik der Photographie, zeigen eine Sinnlichkeit und Plastizität, wie sie so – auch innerhalb der Neuen Sachlichkeit – außergewöhnlich ist (EUR 50.000/70.000).

Wie kaum ein anderer prägte Otto Steinert die deutsche Photographie der 1950er und 1960er Jahre. Steinert war Begründer und einflußgebender Vertreter der Subjektiven Fotografie und Mitbegründer der avantgardistischen Gruppe fotoform. Der „Appell“ aus unserer Auktion, datiert 1950, bezeugt, dass die bildgestalterische Umsetzung ab 1945 in seinem Werk einen immer größer werdenden Anteil einnahm. (EUR 12.000/15.000).

Versteigert wird auch eine der raren, erhaltenen Photomontagen Mies van der Rohes. Die Technik des Collagierens und Montierens stellt für die 1920er Jahre eine wichtige neue Darstellungsform dar. Mies nutzte die Montage eines nicht realisierten Entwurfs eines Bank- und Bürogebäudes am Stuttgarter Hindenburgplatz für einen Wettbewerb 1928. Mies van der Rohe, bis heute uneingeschränkt bedeutendster Architekt des 20. Jahrhunderts, verdankt diesen Ruf nicht zuletzt auch seinem innovativen Einsatz der neuen Bildmedien (EUR 10.000/ 15.000).

Frank Thiel, bekannt dafür mit großer Sensibilität die deutsche Geschichte um Mauerfall und Wiedervereinigung anhand der Stadtlandschaft Berlin abzubilden, hat ein einzigartiges Werk geschaffen: Direkt nach dem Mauerfall nahm Thiel Grenzsoldaten der Alliierten auf und schuf die 12-teilige Serie, die bis vor kurzem Wolfgang Joop in der Villa Wunderkind in Potsdam beherbergte (EUR 80.000/120.000).

Eindrucksvolle Architekturaufnahmen der Großstadt stammen von Vera Lutter. Die Photographin greift in ihren Arbeiten mit der Lochkamera, der Camera Obscura, auf ein altes Medium zurück und stellt Bezüge zu den Ursprüngen der Photographie her. Es entstehen monumentale tonwertverkehrte Architekturansichten, in die sich – poetisch – die (Belichtungs-) Zeit eingeschrieben hat EUR 12.000/18.000 und EUR 15.000/20.000).

In Andreas Mühes fotografische Bilderwelten verschmelzen romantische Sujets mit politischen Signaturen; er arbeitet zwischen Realität und Fiktion, spielt mit Sein und Schein. In der Serie „A.M. – Eine Deutschlandreise“ präsentiert Mühe eine gedoubelte Angela Merkel an symbolischen Orten in Deutschland. Nähe und Distanz, Erhabenheit und Entfremdung vermischen sich in dieser Reihe (EUR 12.000/18.000). Einen Überblick über Jahrzehnte der Modephotographie bilden neben zwei Portraits von Erwin Blumenfeld eine Reihe von Abzügen von George Hoyningen-Huene, Louis Faurer, Francois Kollar, Germaine Krull und FC Gundlach.

Weitere Höhepunkte aus dem Bereich der Modernen Photographie sind Vintages von Albert Renger-Patzsch: „Landschaft bei Bochum“, 1929 (EUR 4.500/6.500), Aenne Biermann: „Spielbälle“, 1929 (EUR 1.500/2.000), Robert Frank „Ohne Titel (Jungen an der Treppe)“, 1947 (EUR 8.000/10.000) sowie Arbeiten von August Sander, Eugene Atget, Henri Cartier-Bresson, Garry Winogrand, André Kertész, Horst P. Horst, Christer Strömholm u.a.

Diandra Donecker
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diandra.donecker@grisebach.com

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In Kooperation mit der Galerie Max Hetzler führt Grisebach im Rahmen der Herbstauktionen am 1. Dezember eine Benefiz-Auktion durch, deren Erlös der Kayany Stiftung zugute kommt.

Kayany fördert die Bildung von Kindern in syrischen Flüchtlingscamps und baut dafür eigene mobile Schulen. 
http://kayany-foundation.org/

Zahlreiche bedeutende Künstler und Galerien unterstützen die Kinder in Syrien mit der Stiftung von Kunstwerken. U.a. werden Werke von Ai Weiwei, Martin Assig, André Butzer, Jérémy Demester, Jeff Elrod, Günther Förg, Mona Hatoum, Thilo Heinzmann, Gregor Hildebrandt, Thomas Houseago, Tobias Pils, Thomas Struth, Rosemarie 
Trockel, Akram Zaatari und Toby Ziegler versteigert.

Die Vorbesichtigung der Werke ist vom 7.–11. November in der Fasanenstraße 27

Dr. Anna Ballestrem
anna.ballestrem@grisebach.com

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Auktion ORANGERIE Ausgewählte Objekte Nr. 280
am 30. November 2017, 11 Uhr


Er war verantwortlich für das Gold der Goldenen Zwanziger: Emil Lettré. Pamela Wedekind trug seine Ohrringe (und ihn im Herzen). Rainer Maria Rilkes Freunde erkannten den Dichter an den Manschettenknöpfen, die ihm Lettré gefertigt hatte. Jetzt ist der gesamte Nachlass des Goldschmieds wieder aufgetaucht. Die Auktion ORANGERIE bei Grisebach trägt den Schmuck u.a. mit Fotos von Larissa Hofmann in das Berlin von 2017.

Alle zog er mit seiner Kunst in Bann. So gestand Rilke 1919 nach dem Besuch in Lettrés Werkstatt: „vor diesen stillen Gegenständen und dem Schaffen des Handwerkers habe er empfunden, daß hier der richtige Weg sei“. Der Poet bannte daraufhin die Kunst des Goldschmiedes in Verse und empfahl glühend das avantgardistische Geschäft in Berlin. Denn hier, Unter den Linden, trafen sich altes Kaiserreich und neue Republik, um Tafelsilber und Schmuck zu kaufen.

Lettré – immer im engsitzenden Smoking und Gast auf jeder Party des tanzenden Berlin der Roaring Twenties – lag dann schon einmal exzentrisch auf dem Boden und würdigte seiner Kunden keines Blickes. So distinguiert, wie er sich gab, war auch seine Kunst: elitäres Meisterhandwerk klar, linear, zeitlos, poetisch, rätselhaft, spröde. Alles war hier Einzelstück, alles teuer, alles atmete die große Welt der Zwanziger, deren flirrender Dynamik und freiem Geist Lettré huldigte.

Sein Freundeskreis waren die Künstler der Berliner Secession, die Maler Max Slevogt, Max Liebermann, Hans Purrmann, die Architekten John Campbell und Eduard Pfeiffer, die Fotografen Martha Huth und Waldemar Titzenthaler bannten sein Haus in Fotos. Reich sind die Publikationen über den Stargoldschmied Deutschlands und seine Kreationen, die Paul Westheim 1912 beschrieb: „Diese Schmuck- und Silbersachen kommen aus einer Werkstatt, die ein Gentleman regiert. Lettré hat den Chic und die Eleganz der großen Welt: seine Kostbarkeiten sind nobel wie eine Dame der guten Gesellschaft und an Reizen verführerisch wie sie.“

Das Lebensgefühl in Gold, Silber und Edelstein schätzte auch Schauspielerin Pamela Wedekind, die ihren „Emilio“ liebte und mit Klaus und Erika Mann und Berlins Poeten- und Theaterwelt zusammenbrachte. Gerhart Hauptmann, damals der bekannteste deutsche Dramatiker, ließ bei ihm Goldkunstwerke fertigen. Lettré, galt vielen als „Goldschmied Europas“: 1925 würdigte ihn deshalb die Royal Academy of Arts in London mit einer Einzelausstellung, 1937 gewann er den Grand Prix auf der Weltausstellung in Paris. Dann folgte Dunkelheit in Deutschland und Emil Lettré verlor alles: Geschäft, Smoking, Kunden, Freunde, künstlerische Poesie.

Nun ist der bisher verschollen geglaubte Nachlass des Künstlers wieder aufgetaucht und wird in 60 Losen von Gold- und Platinschmuck sowie Tafelsilber und Silberschmiedearbeiten bei Grisebach Berlin versteigert. Der umfangreiche schriftliche Nachlass bot eine Grundlage für die wissenschaftliche Aufarbeitung der Stücke und wird nach der Auktion dem Archiv des Deutschen Goldschmiedehauses in Hanau übergeben.

Lettrés zeitlose Kreationen sind ein silbergleißender Ruf aus einer goldenen Zeit, als der „Artisan“, wie Rilke ihn nannte, die Poeten verzauberte. Nun verzaubert er unsere Gegenwart.

Dr. Stefan Körner
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stefan.koerner@grisebach.com

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Eine Wiederentdeckung: Berliner Abstraktion aus der Zeit um 1970

Grisebach freut sich, ab dem 27. September die Ausstellung „Berliner Jahre 1969–1973“ von Rainer Tappeser (* 1941 Düsseldorf) zu zeigen.

In seinen Gemälden der Berliner Jahre – die nun erstmals wieder nach Berlin zurückgekehrt sind – entwickelt der Künstler einen ganz eigenen malerischen Stil, den die Retrospektive in den Fokus nimmt. Seine Arbeiten der späten 1960er und frühen 1970er Jahre bestechen durch ihre Doppeldeutigkeit zwischen den sich gegenüberstehenden abstrakten und konkreten Deutungszuschreibungen. Sie sind geometrisch-abstrakte, nicht zuletzt auch an Hard-Edge-Malerei erinnernde Kompositionen und verweisen immer wieder auf Gesehenes aus der Natur. Denn Rainer Tappeser ist bereits seit 1957 auch ein leidenschaftlicher Segelflieger, der seine Faszination des Blicks auf die Welt von oben in atmosphärisch gegenständliche Malereien überführt. Die Auktionen demonstrierten mit zahlreichen starken Ergebnissen für besondere Werke der Klassischen Moderne und der Zeitgenössischen Kunst, dass Grisebach sowohl auf langfristige Sammlerkontakte bauen kann, als auch ein wichtiger Partner für den internationalen Handel geworden ist.

Rainer Tappeser studierte an der Universität der Künste (ehemals HfbK) in Berlin als Meisterschüler von Hermann Bachmann und beschäftigte sich in dieser Zeit intensiv mit Phänomenen der Farbwahrnehmung. Seine erste Ausstellung nach dem Studium hatte er beim großen Rudolf Springer.

Heute lebt und arbeitet der gebürtige Düsseldorfer in Deutschland und Frankreich.

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Grisebach freut sich, ab dem 21. Juni die Ausstellung „MEMENTO MARY“ von Mary Bauermeister (1934 Frankfurt am Main) zu zeigen. Die Ausstellung umfasst Werke von 1958 bis 2016. Bauermeister gilt inzwischen als eine der zentralen deutschen Nachkriegskünstlerinnen.

Einige der über dreißig ausgestellten Arbeiten sind Teil des gesamtkunstwerkartigen Anwesens Bauermeisters in Rösrath im Rheinland und werden uns als Leihgabe für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Somit ist es uns möglich einen Überblick über das vielfältige Werk dieser außergewöhnlichen Künstlerin zu geben.

Unter den Exponaten sind sowohl frühe raumgreifende, skulpturale Installationen wie „Howevercall“ von 1964, wie auch ihre charakteristischen Steinwirbel, die mikrokosmischen, gläsernen Linsenkästen, und die in der Tradition der Arte Povera stehenden Licht- und Flickentücher. Bauermeister greift meist auf organische Werkstoffe wie Steine, Holz, Sand, Fasern oder Wachs zurück und verbindet gefundene und konstruierte Elemente zu intuitiven Arrangements. Geometrische Formationen wie Schnecken, Pyramiden und Spiralen ziehen sich leitmotivisch durch ihr Werk.

Mary Bauermeister studierte an der Hochschule für Gestaltung in Ulm bei Max Bill und an der Staatlichen Schule für Kunst und Gestaltung in Saarbrücken bei Otto Steinert.

Sie war Mitbegründerin der FLUXUS-Bewegung und ihr Kölner Atelier Lintgasse 28 war ein Treffpunkt für Künstler wie Nam June Paik, John Cage, Merce Cunningham, George Brecht, Otto Piene, Heinz Mack und Günther Uecker, in dem Konzerte mit experimenteller Musik, Lesungen, Ausstellungen, Performances und Happenings veranstaltet wurden. Bereits zu Beginn der 60er Jahre etablierte sich Bauermeister nach ihrem Umzug nach New York und Ankäufen renommierter Museen wie dem Museum of Modern Art als internationale Künstlerin. Seit einigen Jahren erlebt ihr Werk eine umfangreiche Wiederentdeckung.

Bauermeister lebt und arbeitet in Rösrath. Ihre Arbeiten befinden sich unter anderem im Guggenheim Museum, dem Whitney Museum und dem MOMA in New York, dem Hirshhorn Museum in Washington sowie dem Museum Ludwig in Köln.

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Bei sommerlichen Temperaturen wurde in Berlin in dieser Woche ein Gemälde voll klirrender Kälte bei Grisebach zum teuersten Los der Frühjahrsauktionen: Max Beckmanns „Tiergarten im Winter“ verdoppelte seine untere Schätzung und wurde nach langem Bietgefecht für 1,8 Millionen EUR (inklusive Aufgeld) in eine nordamerikanische Privatsammlung verkauft.

Die nächsthohen Zuschläge erhielten zwei Werke der Zeitgenössischen Kunst: Andy Warhols Leinwand „Four Times Mona Lisa“ ging für 685.000 EUR in den amerikanischen Handel und Norbert Krickes monumentale Skulptur „Große Fließende“ erzielte mit 462.500 EUR den zweithöchsten Preis, der je für Kricke bezahlt worden ist. Insgesamt wurden bei acht Auktionen an vier Tagen 17,7 Millionen EUR umgesetzt.

Die Auktionen demonstrierten mit zahlreichen starken Ergebnissen für besondere Werke der Klassischen Moderne und der Zeitgenössischen Kunst, daß Grisebach sowohl auf langfristige Sammlerkontakte bauen kann, als auch ein wichtiger Partner für den internationalen Handel geworden ist.

Besondere Kunstwerke wurden mit besonderen Preisen bezahlt: Camille Pissarros sommerlicher „Weg bei Louveciennes“ ging für 460.766 EUR in eine Berliner Sammlung, Carl Hofers anmutige junge Frau für 412.500 EUR in eine süddeutsche Sammlung und Lovis Corinths großer „Liegender Akt“ gegen zahlreiche private Gebote für 375.000 EUR in den amerikanischen Handel.

Die Zeitgenössische Kunst hat sich neben der Klassischen Moderne bei Grisebach jetzt als zweite zentrale Säule etabliert. Mit einem neuen Rekord an Telefonbietern und zahlreichen sehr hohen Zuschlägen für Gemälde von Gotthard Graubner, Konrad Klapheck und Markus Lüpertz wurde die Konzentration auf deutsche Malerei von der internationalen Sammlerschaft im zeitgenössischen Angebot honoriert. Noch nie wurde zum Beispiel auf einer Auktion für ein Gemälde von Katharina Grosse mehr bezahlt als bei Grisebach (137.500 EUR).

Micaela Kapitzky

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Auf der Frühjahrsauktion für Moderne und Zeitgenössische Photographie am 31. Mai wurde ein Gesamtumsatz von 525.925 EUR* erzielt (Verkaufsquote 100%). Mit einem Zuschlag von 50.000 EUR* ging „Das Bäumchen“ von Albert Renger-Patzsch an einen deutschen Käufer, gefolgt von Karl Blossfeldts „Chrysanthemum segetum“, das für 43.750 EUR* von einem deutschen Privatsammler ersteigert wurde. Ein US-amerikanischer Sammler bewilligte 25.000 EUR* für die Photographie „Borsig Locomotive Works, Berlin“ von Margaret Bourke-White. Die höchste Preissteigerung galt Aenne Biermanns „Einblick in ein Klavier“, das für 15.000 EUR* von einem französischen Händler erworben wurde (Schätzpreis 3.000–4.000 EUR).

Im Bereich der Zeitgenössischen Photographie gab es hohe Zuschläge für Helmut Newtons „Nastassia Kinski and Marlene Dietrich doll, Hollywood“ (für 15.000 EUR* in eine deutsche Privatsammlung) und für Sherrie Levines Arbeit aus der Serie „After Karl Blossfeldt“, ersteigert von einem deutschen Sammler für 11.250 EUR*.

Franziska Schmidt
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franziska.schmidt@grisebach.com

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Drei herausragende Kunstwerke stehen an der Spitze der Frühjahrsauktionen von Grisebach, die vom 31. Mai bis zum 3. Juni in Berlin stattfinden. Insgesamt werden fast 1500 Kunstwerke zu einer mittleren Schätzung von 16 Millionen Euro unter den Hammer kommen.

Die Ausgewählten Werke werden angeführt von einem Berlin-Bild Max Beckmanns, das im Januar 1937 entstand, kurz bevor der Künstler emigrieren und Deutschland für immer verlassen musste (Schätzpreis 700.000-1.000.000 EUR). Der Bereich der Zeitgenössischen Kunst kann mit einer „Mona Lisa (Four Times)“ von Andy Warhol aufwarten, die auf 500.000-700.000 EUR geschätzt ist. Das ikonische Bild stammt direkt aus der New Yorker Factory und blieb bis heute im Besitz von einem Assistenten Warhols.

Mit Pissarros Sommerbild „La Route de Marly, Louveciennes“ aus dem Jahre 1871 wird in der Auktion „Kunst des 19. Jahrhunderts“ ein herausragendes Werk des französischen Impressionismus angeboten (Schätzung 400.000- 600.000 EUR).

Viel Aufmerksamkeit ziehen darüber hinaus zwei besondere Frauenportraits in den Auktionen auf sich: Conrad Felixmüllers „Frau im Wald (Wiesbaden)“ aus dem Jahre 1918, ein faszinierendes Beispiel der Verwebung von Mensch und Natur im deutschen Expressionismus und der hingegossene „Liegende weibliche Rückenakt“ in Lebensgröße von Lovis Corinth aus dem Jahre 1887, die beide auf 200.000-300.000 EUR geschätzt sind.

Der Auktionsreigen wird wie immer mit Katalogen der Abteilungen „Photographie“, „ORANGERIE“ und „Third Floor“ abgerundet – und als besondere Ergänzung lenkt ein eigener Katalog die Aufmerksamkeit auf die besondere Kunstform der Picasso-Keramiken, von denen Grisebach eine besondere Sammlung akquirieren und zum Verkauf anbieten kann.

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Auktion Nr.271
am 31. Mai 2017, 18 Uhr

Über 200 Losnummern Moderner und Zeitgenössischer Photographie werden am Mittwoch, den 31. Mai bei Grisebach in Berlin versteigert.

Spitzenlos der Auktion ist ein Vintage oder früher Silbergelatineabzug von Albert Renger-Patzschs „Bäumchen“ (1929) im Format 38,4 x 27,8 cm. Die starke Präsenz und ausgefeilte Komposition des Motives, die technische Virtuosität und der visionäre Blick des Photographen machen den einzigartigen Rang des berühmten Bildes aus (Schätzpreis € 40.000/60.000). Einen festen Platz in der Photographiegeschichte haben auch die systematischen Pflanzenaufnahmen von Karl Blossfeldt, in denen er die plastische Erscheinung sowie graphische Details seiner Objekte photographisch herausarbeitete. Ein seltener Vintage-Abzug des Blattes der Wucherblume „Chrysanthemum segetum“ (1915/25) wird zum Schätzpreis von € 25.000/30.000 aufgerufen.

In einer ungewöhnlichen und künstlerisch meisterhaft gestalteten Darstellung inszenierte die US-amerikani- sche Photographin Margaret Bourke-White um 1930 zwei Fertigungsteile für eine Lokomotive. Die Photographie „Borsig Locomotive Works, Berlin“ (€ 20.000/30.000) entstand wohl im Rahmen einer Bildreportage. Bourke-White galt als frühe Pionierin auf diesem Gebiet und wurde vor allem durch ihre Tätigkeit für das LIFE-Magazin bekannt.

Weitere Höhepunkte der Photographie Auktion sind zwei Photomontagen El Lissitzkys für die Zeitschrift „USSR im Bau“ um 1937 (je € 5.000/7.000), Berenice Abbotts „Nightview, New York“ (€ 8.000/12.000), Jaromir Funkes „Stillleben III. Vera Violetta“ (€ 8.000/12.000), zwei Vintages von Umbo (Otto Umbehr), Aufnahmen mit der ersten deutschen „Fisheye-Kamera“ (je € 5.000/7.000), die Photogravüre „The Steerage“ (1907) von Alfred Stieglitz, das wohl bekannteste Motiv aus seinem bahnbrechenden Magazin „Camera Work“ (€ 6.000/8.000) sowie Photographien u.a. von Aenne Biermann, Andreas Feininger, Robert Frank, Otto Steinert, Josef Sudek und Yva.

21 Photographien aus der Zeit der Teilung Deutschlands sind in einer Sonderstrecke der Auktion ver- sammelt: Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Lebenswelten in Ost und West, eindrucksvoll veranschaulicht in Photographien von u.a. Christian Borchert, Kurt Buchwald, Arno Fischer, Leonard Freed, Bernard Larsson, Joachim Richau, Evelyn Richter oder Frank Thiel.

Helmut Newtons „Nastassia Kinski and Marlene Dietrich doll, Hollywood“ (€ 12.000/15.000) ist eines der Hauptlose im Bereich der Zeitgenössischen Photographie, gefolgt von Beate Gütschows monumentaler fiktiver Stadtansicht „S#26“ (€ 10.000/15.000). Weiter hervorzuheben sind Sherrie Levines 1990 entstandene Blossfeldt-Adaption „After Karl Blossfeldt“ (€ 6.000/8.000), Thomas Florschütz’ „Diptychon Nr. 133“ (€ 5.000/7.000) oder Rineke Dijkstras junger Stierkämpfer „Vendas Novas, Portugal“ (€ 4.500/5.500) sowie u.a. Arbeiten von Sibylle Bergemann, Matthias Hoch, Candida Höfer, Daniel Josefsohn, Robert Mapplethorpe, Judith Joy Ross, Thomas Ruff und Tom Wood.

FranziskaSchmidt
T 030 885915 27

franziska.schmidt@grisebach.com

Vorbesichtigungen
Berlin, 26. bis 30. Mai 2017

Grisebach, Fasanenstraße 25, 27 und 73
Fr bis Mo 10 bis 18 Uhr, Di 10 bis 15 Uhr

Auktionen
Berlin, 31. Mai bis 3. Juni 2017

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Auktion Nr. 272
am 1. Juni 2017, 11.00 Uhr

Seit nunmehr fünf Jahren schafft die ORANGERIE bei Grisebach ein hochkarätiges cross over von Kunstwerken der Weltkulturen mit verblüffenden Bezügen.

Around the world: Aus der Sammlung der legendären Editha Leppich, die bereits 1930 in Peking als Kunsthändlerin tätig war, stammt ein Bronze-Buddha aus der Wei-Dynastie aus dem 5. Jahrhundert – damit eines der frühesten Zeugnisse der buddhistischen Kultur Chinas. Durch die Einfachheit der Linien verblüfft eine Sammlung von 2.500 Jahren alten Jade-Anhängern aus Costa Rica. Dem gegenüber stehen Accessoires und Kleider von Christian Dior, der vor 70. Jahren sein Modeunternehmen für die perfekte Linie der Frau gründete. Für Indiens hinduistischen Gott Krishna war die Zeremonialschaukel aus Rajasthan exotische Klima-Anlage; Wind machte auch Peter Behrens’ außergewöhnlich Großer Ventilator von 1908, der Industriegeschichte schrieb. Spannende Bezüge zeigt die Gegenüberstellung von Namban-Lack-Kunstwerken aus Japan mit einem Kabinettschrank des barocken Lackkünstlers Gérard Dagly.

Design meets Movie: Zwei Schreibtische der ORANGERIE-Auktion schrieben Design- und Filmgeschichte. So war George Nelsons Action Office – übrigens 1960 das erste Bürosystem der Welt – prominent in Stanley Kubricks Film „Space Odyssey“ zu sehen. Der Designklassiker der dänischen DesignerIN (!) Bodil Kjær aus dem frühen 1960er Jahren hingegen diente James Bond in „From Russia with Love“ als Schreibtisch.

From Russia with Love: Herausragend sind die Kunstwerke vom russischen Kaiserhaus in der ORANGERIE-Auktion. Hier sticht eine 10 kg schwere Silberterrine aus dem Permservice für Katharina die Große hervor, die bis 1930 Teil des russischen Staatsschatzes in der Eremitage war. Teil der wohl prächtigsten Aussteuer, die die Welt je gesehen hat, war der golden leuchtende Champagnerkühler von Großfürstin Alexandra. Kurios ist die Mittagskanone von Zar Peter dem Großen, die einst die Zeit auf der Festung von Petersburg „einschoss“.

Sex Sells: Glanzstück der Auktion ist die Skulptur eines Modells für den Aktsaal der Wiener Akademie von Franz Xaver Seeger, der bester Freund von Messerschmidt war und 1783 ein lebensgroßes tänzelnde Skulptur schuf, an der sich die Studenten mit der menschlichen Anatomie und Muskulatur vertraut machen konnten. Dem gegenüber steht ein Blasebalg aus Westafrika, der für unsere westlichen Augen wie ein Hermaphrodit aussieht.

Berlin, Berlin: Ein Schwerpunkt der ORANGERIE sind auch Werke, die die Kulturgeschichte dieser Stadt erzählt: Darunter ist das hinreißende Mädchenköpfchen von Christian Daniel Rauch, der dessen geliebte Enkelin zeigt, eine der raren Fluss-Glas-Vasen von Werner & Mieth. Aber auch Leuchten aus dem Musiklesesaal der Staatsbibliothek der DDR von 1968 sind zu sehen.

Die Auktion „ORANGERIE Ausgewählte Objekte“ zeigt – wie in einer Orangerie üblich – das Beste aus aller Welt. Epochen, Gattungen und Materialien der Kunst sind keine Grenzen gesetzt. Die ORANGERIE regt so zum sammlerischen „cross over“ an.

Dr. Stefan Körner
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Tata Ronkholz (1940-1997) gehörte neben Candida Höfer, Axel Hutte, Thomas Ruff und Thomas Struth zu den ersten Studenten des Photographen Bernd Becher an der renommierten Kunstakademie Düsseldorf. Bernd Becher und seine Ehefrau Hilla, die vom Abriss oder Verfall bedrohte Industrieanlagen dokumentiert haben, gelten als Pioniere der Konzeptkunst und zeitgenössischen Photographie.


Das Projekt Rheinhafen Düsseldorf, mit dem Tata Ronkholz und Thomas Struth 1979 begonnen haben, setzt die Konzeption ihres Akademielehrers konsequent fort. In beeindruckenden Außen- und Innenaufnahmen haben die beiden Künstler vom Abriss bedrohte Teile des Düsseldorfer Industriehafens dokumentiert, bevor dieser seit 1981 der Abrissbirne zum Opfer fiel.


Die Arbeit stand von Beginn an unter großem Zeitdruck. Dieser wurde nochmals erhöht, nachdem sich Thomas Struth 1980 aus dem Projekt zurückgezogen hatte und Tata Ronkholz die umfassende Bilddokumentation der Innenräume eigenständig fortgeführt hat. Doch ihre Arbeit war von großem Erfolg gekrönt: Ihre herausragenden Schwarz-Weiß-Photographien sind heute beeindruckende Zeugnisse des ‚untergegangenen’ Düsseldorfer Rheinhafens. 1981 wurden die Arbeiten erstmalig im Stadtmuseum Düsseldorf ausgestellt.


Grisebach freut sich, das Projekt mit dieser etwa 40 Werke umfassenden Schau anlässlich des Duesseldorf
Photo Weekend ausstellen zu können.


Anne Ganteführer-Trier
T 0211 8629 2199
anne.gantefuehrer-trier@grisebach.com


Ausstellung
4. Februar – 31. März 2017
Bilker Straße 4–6, 40213 Düsseldorf
Eröffnung: Freitag, 3. Februar 2017, 18–21 Uhr
Öffnungszeiten: Mo-Fr von 10-18 Uhr

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