Presse

Anfragen zu druckfähigen Bilddaten, Presse-Photos und weitergehenden Informationen richten Sie bitte an Dr. Anna Ballestrem

Grisebach freut sich, ab dem 21. Juni die Ausstellung „MEMENTO MARY“ von Mary Bauermeister (1934 Frankfurt am Main) zu zeigen. Die Ausstellung umfasst Werke von 1958 bis 2016. Bauermeister gilt inzwischen als eine der zentralen deutschen Nachkriegskünstlerinnen.

Einige der über dreißig ausgestellten Arbeiten sind Teil des gesamtkunstwerkartigen Anwesens Bauermeisters in Rösrath im Rheinland und werden uns als Leihgabe für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Somit ist es uns möglich einen Überblick über das vielfältige Werk dieser außergewöhnlichen Künstlerin zu geben.

Unter den Exponaten sind sowohl frühe raumgreifende, skulpturale Installationen wie „Howevercall“ von 1964, wie auch ihre charakteristischen Steinwirbel, die mikrokosmischen, gläsernen Linsenkästen, und die in der Tradition der Arte Povera stehenden Licht- und Flickentücher. Bauermeister greift meist auf organische Werkstoffe wie Steine, Holz, Sand, Fasern oder Wachs zurück und verbindet gefundene und konstruierte Elemente zu intuitiven Arrangements. Geometrische Formationen wie Schnecken, Pyramiden und Spiralen ziehen sich leitmotivisch durch ihr Werk.

Mary Bauermeister studierte an der Hochschule für Gestaltung in Ulm bei Max Bill und an der Staatlichen Schule für Kunst und Gestaltung in Saarbrücken bei Otto Steinert.

Sie war Mitbegründerin der FLUXUS-Bewegung und ihr Kölner Atelier Lintgasse 28 war ein Treffpunkt für Künstler wie Nam June Paik, John Cage, Merce Cunningham, George Brecht, Otto Piene, Heinz Mack und Günther Uecker, in dem Konzerte mit experimenteller Musik, Lesungen, Ausstellungen, Performances und Happenings veranstaltet wurden. Bereits zu Beginn der 60er Jahre etablierte sich Bauermeister nach ihrem Umzug nach New York und Ankäufen renommierter Museen wie dem Museum of Modern Art als internationale Künstlerin. Seit einigen Jahren erlebt ihr Werk eine umfangreiche Wiederentdeckung.

Bauermeister lebt und arbeitet in Rösrath. Ihre Arbeiten befinden sich unter anderem im Guggenheim Museum, dem Whitney Museum und dem MOMA in New York, dem Hirshhorn Museum in Washington sowie dem Museum Ludwig in Köln.

PDF

Bei sommerlichen Temperaturen wurde in Berlin in dieser Woche ein Gemälde voll klirrender Kälte bei Grisebach zum teuersten Los der Frühjahrsauktionen: Max Beckmanns „Tiergarten im Winter“ verdoppelte seine untere Schätzung und wurde nach langem Bietgefecht für 1,8 Millionen EUR (inklusive Aufgeld) in eine nordamerikanische Privatsammlung verkauft.

Die nächsthohen Zuschläge erhielten zwei Werke der Zeitgenössischen Kunst: Andy Warhols Leinwand „Four Times Mona Lisa“ ging für 685.000 EUR in den amerikanischen Handel und Norbert Krickes monumentale Skulptur „Große Fließende“ erzielte mit 462.500 EUR den zweithöchsten Preis, der je für Kricke bezahlt worden ist. Insgesamt wurden bei acht Auktionen an vier Tagen 17,7 Millionen EUR umgesetzt.

Die Auktionen demonstrierten mit zahlreichen starken Ergebnissen für besondere Werke der Klassischen Moderne und der Zeitgenössischen Kunst, daß Grisebach sowohl auf langfristige Sammlerkontakte bauen kann, als auch ein wichtiger Partner für den internationalen Handel geworden ist.

Besondere Kunstwerke wurden mit besonderen Preisen bezahlt: Camille Pissarros sommerlicher „Weg bei Louveciennes“ ging für 460.766 EUR in eine Berliner Sammlung, Carl Hofers anmutige junge Frau für 412.500 EUR in eine süddeutsche Sammlung und Lovis Corinths großer „Liegender Akt“ gegen zahlreiche private Gebote für 375.000 EUR in den amerikanischen Handel.

Die Zeitgenössische Kunst hat sich neben der Klassischen Moderne bei Grisebach jetzt als zweite zentrale Säule etabliert. Mit einem neuen Rekord an Telefonbietern und zahlreichen sehr hohen Zuschlägen für Gemälde von Gotthard Graubner, Konrad Klapheck und Markus Lüpertz wurde die Konzentration auf deutsche Malerei von der internationalen Sammlerschaft im zeitgenössischen Angebot honoriert. Noch nie wurde zum Beispiel auf einer Auktion für ein Gemälde von Katharina Grosse mehr bezahlt als bei Grisebach (137.500 EUR).

Micaela Kapitzky

PDF

Auf der Frühjahrsauktion für Moderne und Zeitgenössische Photographie am 31. Mai wurde ein Gesamtumsatz von 525.925 EUR* erzielt (Verkaufsquote 100%). Mit einem Zuschlag von 50.000 EUR* ging „Das Bäumchen“ von Albert Renger-Patzsch an einen deutschen Käufer, gefolgt von Karl Blossfeldts „Chrysanthemum segetum“, das für 43.750 EUR* von einem deutschen Privatsammler ersteigert wurde. Ein US-amerikanischer Sammler bewilligte 25.000 EUR* für die Photographie „Borsig Locomotive Works, Berlin“ von Margaret Bourke-White. Die höchste Preissteigerung galt Aenne Biermanns „Einblick in ein Klavier“, das für 15.000 EUR* von einem französischen Händler erworben wurde (Schätzpreis 3.000–4.000 EUR).

Im Bereich der Zeitgenössischen Photographie gab es hohe Zuschläge für Helmut Newtons „Nastassia Kinski and Marlene Dietrich doll, Hollywood“ (für 15.000 EUR* in eine deutsche Privatsammlung) und für Sherrie Levines Arbeit aus der Serie „After Karl Blossfeldt“, ersteigert von einem deutschen Sammler für 11.250 EUR*.

Franziska Schmidt
T 030 885915 27
franziska.schmidt@grisebach.com

* Alle Ergebnisse inklusive Aufgeld

PDF

Drei herausragende Kunstwerke stehen an der Spitze der Frühjahrsauktionen von Grisebach, die vom 31. Mai bis zum 3. Juni in Berlin stattfinden. Insgesamt werden fast 1500 Kunstwerke zu einer mittleren Schätzung von 16 Millionen Euro unter den Hammer kommen.

Die Ausgewählten Werke werden angeführt von einem Berlin-Bild Max Beckmanns, das im Januar 1937 entstand, kurz bevor der Künstler emigrieren und Deutschland für immer verlassen musste (Schätzpreis 700.000-1.000.000 EUR). Der Bereich der Zeitgenössischen Kunst kann mit einer „Mona Lisa (Four Times)“ von Andy Warhol aufwarten, die auf 500.000-700.000 EUR geschätzt ist. Das ikonische Bild stammt direkt aus der New Yorker Factory und blieb bis heute im Besitz von einem Assistenten Warhols.

Mit Pissarros Sommerbild „La Route de Marly, Louveciennes“ aus dem Jahre 1871 wird in der Auktion „Kunst des 19. Jahrhunderts“ ein herausragendes Werk des französischen Impressionismus angeboten (Schätzung 400.000- 600.000 EUR).

Viel Aufmerksamkeit ziehen darüber hinaus zwei besondere Frauenportraits in den Auktionen auf sich: Conrad Felixmüllers „Frau im Wald (Wiesbaden)“ aus dem Jahre 1918, ein faszinierendes Beispiel der Verwebung von Mensch und Natur im deutschen Expressionismus und der hingegossene „Liegende weibliche Rückenakt“ in Lebensgröße von Lovis Corinth aus dem Jahre 1887, die beide auf 200.000-300.000 EUR geschätzt sind.

Der Auktionsreigen wird wie immer mit Katalogen der Abteilungen „Photographie“, „ORANGERIE“ und „Third Floor“ abgerundet – und als besondere Ergänzung lenkt ein eigener Katalog die Aufmerksamkeit auf die besondere Kunstform der Picasso-Keramiken, von denen Grisebach eine besondere Sammlung akquirieren und zum Verkauf anbieten kann.

PDF

Auktion Nr.271
am 31. Mai 2017, 18 Uhr

Über 200 Losnummern Moderner und Zeitgenössischer Photographie werden am Mittwoch, den 31. Mai bei Grisebach in Berlin versteigert.

Spitzenlos der Auktion ist ein Vintage oder früher Silbergelatineabzug von Albert Renger-Patzschs „Bäumchen“ (1929) im Format 38,4 x 27,8 cm. Die starke Präsenz und ausgefeilte Komposition des Motives, die technische Virtuosität und der visionäre Blick des Photographen machen den einzigartigen Rang des berühmten Bildes aus (Schätzpreis € 40.000/60.000). Einen festen Platz in der Photographiegeschichte haben auch die systematischen Pflanzenaufnahmen von Karl Blossfeldt, in denen er die plastische Erscheinung sowie graphische Details seiner Objekte photographisch herausarbeitete. Ein seltener Vintage-Abzug des Blattes der Wucherblume „Chrysanthemum segetum“ (1915/25) wird zum Schätzpreis von € 25.000/30.000 aufgerufen.

In einer ungewöhnlichen und künstlerisch meisterhaft gestalteten Darstellung inszenierte die US-amerikani- sche Photographin Margaret Bourke-White um 1930 zwei Fertigungsteile für eine Lokomotive. Die Photographie „Borsig Locomotive Works, Berlin“ (€ 20.000/30.000) entstand wohl im Rahmen einer Bildreportage. Bourke-White galt als frühe Pionierin auf diesem Gebiet und wurde vor allem durch ihre Tätigkeit für das LIFE-Magazin bekannt.

Weitere Höhepunkte der Photographie Auktion sind zwei Photomontagen El Lissitzkys für die Zeitschrift „USSR im Bau“ um 1937 (je € 5.000/7.000), Berenice Abbotts „Nightview, New York“ (€ 8.000/12.000), Jaromir Funkes „Stillleben III. Vera Violetta“ (€ 8.000/12.000), zwei Vintages von Umbo (Otto Umbehr), Aufnahmen mit der ersten deutschen „Fisheye-Kamera“ (je € 5.000/7.000), die Photogravüre „The Steerage“ (1907) von Alfred Stieglitz, das wohl bekannteste Motiv aus seinem bahnbrechenden Magazin „Camera Work“ (€ 6.000/8.000) sowie Photographien u.a. von Aenne Biermann, Andreas Feininger, Robert Frank, Otto Steinert, Josef Sudek und Yva.

21 Photographien aus der Zeit der Teilung Deutschlands sind in einer Sonderstrecke der Auktion ver- sammelt: Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Lebenswelten in Ost und West, eindrucksvoll veranschaulicht in Photographien von u.a. Christian Borchert, Kurt Buchwald, Arno Fischer, Leonard Freed, Bernard Larsson, Joachim Richau, Evelyn Richter oder Frank Thiel.

Helmut Newtons „Nastassia Kinski and Marlene Dietrich doll, Hollywood“ (€ 12.000/15.000) ist eines der Hauptlose im Bereich der Zeitgenössischen Photographie, gefolgt von Beate Gütschows monumentaler fiktiver Stadtansicht „S#26“ (€ 10.000/15.000). Weiter hervorzuheben sind Sherrie Levines 1990 entstandene Blossfeldt-Adaption „After Karl Blossfeldt“ (€ 6.000/8.000), Thomas Florschütz’ „Diptychon Nr. 133“ (€ 5.000/7.000) oder Rineke Dijkstras junger Stierkämpfer „Vendas Novas, Portugal“ (€ 4.500/5.500) sowie u.a. Arbeiten von Sibylle Bergemann, Matthias Hoch, Candida Höfer, Daniel Josefsohn, Robert Mapplethorpe, Judith Joy Ross, Thomas Ruff und Tom Wood.

FranziskaSchmidt
T 030 885915 27

franziska.schmidt@grisebach.com

Vorbesichtigungen
Berlin, 26. bis 30. Mai 2017

Grisebach, Fasanenstraße 25, 27 und 73
Fr bis Mo 10 bis 18 Uhr, Di 10 bis 15 Uhr

Auktionen
Berlin, 31. Mai bis 3. Juni 2017

PDF

Auktion Nr. 272
am 1. Juni 2017, 11.00 Uhr

Seit nunmehr fünf Jahren schafft die ORANGERIE bei Grisebach ein hochkarätiges cross over von Kunstwerken der Weltkulturen mit verblüffenden Bezügen.

Around the world: Aus der Sammlung der legendären Editha Leppich, die bereits 1930 in Peking als Kunsthändlerin tätig war, stammt ein Bronze-Buddha aus der Wei-Dynastie aus dem 5. Jahrhundert – damit eines der frühesten Zeugnisse der buddhistischen Kultur Chinas. Durch die Einfachheit der Linien verblüfft eine Sammlung von 2.500 Jahren alten Jade-Anhängern aus Costa Rica. Dem gegenüber stehen Accessoires und Kleider von Christian Dior, der vor 70. Jahren sein Modeunternehmen für die perfekte Linie der Frau gründete. Für Indiens hinduistischen Gott Krishna war die Zeremonialschaukel aus Rajasthan exotische Klima-Anlage; Wind machte auch Peter Behrens’ außergewöhnlich Großer Ventilator von 1908, der Industriegeschichte schrieb. Spannende Bezüge zeigt die Gegenüberstellung von Namban-Lack-Kunstwerken aus Japan mit einem Kabinettschrank des barocken Lackkünstlers Gérard Dagly.

Design meets Movie: Zwei Schreibtische der ORANGERIE-Auktion schrieben Design- und Filmgeschichte. So war George Nelsons Action Office – übrigens 1960 das erste Bürosystem der Welt – prominent in Stanley Kubricks Film „Space Odyssey“ zu sehen. Der Designklassiker der dänischen DesignerIN (!) Bodil Kjær aus dem frühen 1960er Jahren hingegen diente James Bond in „From Russia with Love“ als Schreibtisch.

From Russia with Love: Herausragend sind die Kunstwerke vom russischen Kaiserhaus in der ORANGERIE-Auktion. Hier sticht eine 10 kg schwere Silberterrine aus dem Permservice für Katharina die Große hervor, die bis 1930 Teil des russischen Staatsschatzes in der Eremitage war. Teil der wohl prächtigsten Aussteuer, die die Welt je gesehen hat, war der golden leuchtende Champagnerkühler von Großfürstin Alexandra. Kurios ist die Mittagskanone von Zar Peter dem Großen, die einst die Zeit auf der Festung von Petersburg „einschoss“.

Sex Sells: Glanzstück der Auktion ist die Skulptur eines Modells für den Aktsaal der Wiener Akademie von Franz Xaver Seeger, der bester Freund von Messerschmidt war und 1783 ein lebensgroßes tänzelnde Skulptur schuf, an der sich die Studenten mit der menschlichen Anatomie und Muskulatur vertraut machen konnten. Dem gegenüber steht ein Blasebalg aus Westafrika, der für unsere westlichen Augen wie ein Hermaphrodit aussieht.

Berlin, Berlin: Ein Schwerpunkt der ORANGERIE sind auch Werke, die die Kulturgeschichte dieser Stadt erzählt: Darunter ist das hinreißende Mädchenköpfchen von Christian Daniel Rauch, der dessen geliebte Enkelin zeigt, eine der raren Fluss-Glas-Vasen von Werner & Mieth. Aber auch Leuchten aus dem Musiklesesaal der Staatsbibliothek der DDR von 1968 sind zu sehen.

Die Auktion „ORANGERIE Ausgewählte Objekte“ zeigt – wie in einer Orangerie üblich – das Beste aus aller Welt. Epochen, Gattungen und Materialien der Kunst sind keine Grenzen gesetzt. Die ORANGERIE regt so zum sammlerischen „cross over“ an.

Dr. Stefan Körner
T 030 885915 64
stefan.koerner@grisebach.com

PDF

Tata Ronkholz (1940-1997) gehörte neben Candida Höfer, Axel Hutte, Thomas Ruff und Thomas Struth zu den ersten Studenten des Photographen Bernd Becher an der renommierten Kunstakademie Düsseldorf. Bernd Becher und seine Ehefrau Hilla, die vom Abriss oder Verfall bedrohte Industrieanlagen dokumentiert haben, gelten als Pioniere der Konzeptkunst und zeitgenössischen Photographie.


Das Projekt Rheinhafen Düsseldorf, mit dem Tata Ronkholz und Thomas Struth 1979 begonnen haben, setzt die Konzeption ihres Akademielehrers konsequent fort. In beeindruckenden Außen- und Innenaufnahmen haben die beiden Künstler vom Abriss bedrohte Teile des Düsseldorfer Industriehafens dokumentiert, bevor dieser seit 1981 der Abrissbirne zum Opfer fiel.


Die Arbeit stand von Beginn an unter großem Zeitdruck. Dieser wurde nochmals erhöht, nachdem sich Thomas Struth 1980 aus dem Projekt zurückgezogen hatte und Tata Ronkholz die umfassende Bilddokumentation der Innenräume eigenständig fortgeführt hat. Doch ihre Arbeit war von großem Erfolg gekrönt: Ihre herausragenden Schwarz-Weiß-Photographien sind heute beeindruckende Zeugnisse des ‚untergegangenen’ Düsseldorfer Rheinhafens. 1981 wurden die Arbeiten erstmalig im Stadtmuseum Düsseldorf ausgestellt.


Grisebach freut sich, das Projekt mit dieser etwa 40 Werke umfassenden Schau anlässlich des Duesseldorf
Photo Weekend ausstellen zu können.


Anne Ganteführer-Trier
T 0211 8629 2199
anne.gantefuehrer-trier@grisebach.com


Ausstellung
4. Februar – 31. März 2017
Bilker Straße 4–6, 40213 Düsseldorf
Eröffnung: Freitag, 3. Februar 2017, 18–21 Uhr
Öffnungszeiten: Mo-Fr von 10-18 Uhr

PDF