Auktionen Frühjahr 2019

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Deutsch, um 1890

Das Haupt der Medusa.
Pastell und Deckfarbe auf Bütten, auf Papier aufgezogen. 30 × 27 cm. (11 ¾ × 10 ⅝ in.) Auf der Rückpappe ein Etikett der Rahmenhandlung Maison Gonthier, Brüssel. Nach Arnold Böcklins „Medusenhaupt“ von ca. 1878, heute im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, Inv.-Nr. Gm2096. Unser Bild wurde 2016 von Dr. h.c. Hans Holenweg, Muttenz, Arnold Böcklins Sohn Carlo zugeschrieben. Sorgfältig restauriert.  [3009] Gerahmt 

EUR 15.000 – 20.000
USD 16,900 – 22,500

Das Haupt der Medusa

Auktion 303Mittwoch, den 29. Mai 2019, 15.00 Uhr

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"Was die Satyrspiele für die griechischen Dramen bedeuten, das bedeutet die Rahmenkunst für die große Kunst", schrieb Paul Scheerbart 1899 mit Blick auf die Meister seiner Zeit wie Gustav Klimt und - besonders - Franz von Stuck. Nicht nur der individuelle Rahmen, der auch in unserem Fall ein eigenständiger und gewichtiger Teil des Kunstwerks ist, auch die qualitätvolle Darstellung selbst ruft ohne Zögern den "Maler der Sünde" auf den Plan, in dessen international besetztem Münchener oder auch Wiener Umfeld unser Werk entstanden sein mag. Das rückseitige Etikett einer Brüsseler Rahmenhandlung könnte weitere HInweise geben, auf den Künstler und/oder auf die Vernetzung der damaligen Kunstzentren jener Zeit um 1900. Eine frühere Zuschreibung an den Sohn Böcklins ist nicht aufrecht zu erhalten, die Begeisterung und Faszination für diesen fesselnd-stechenden Blick, das seltsam strahlende Inkarnat und den Rahmen, der selbst ein Kunstwerk ist und mit den vier Ecksteinen die magischen Augen noch zu vervielfachen scheint - diese Begeisterung ist hingegen geblieben!

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