Auktionen Frühjahr 2019

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Adolf Senff

Halle a.d. Saale 1785 – 1863 Ostrau

Sitzender weiblicher Akt. 1844

Bleistift auf Papier. 42,8 × 35,7 cm. (16 ⅞ × 14 in.) Unten links mit Bleistift beschriftet: Prof. Senff. Rückseitig oben links mit Bleistift (vom Künstler?) signiert, bezeichnet und datiert: Senff – Rom 1844. Leicht gebräunt und stockfleckig. Randmängel.  [3471]

EUR 2.500 – 3.500
USD 2,810 – 3,930

Sitzender weiblicher Akt

Auktion 303Mittwoch, den 29. Mai 2019, 15.00 Uhr

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Weiterführende Erläuterung 

Der hohe Stellenwert, den die frühen Deutschrömer der freien, selbstständigen Zeichnung beimaßen, zeigt sich nirgends deutlicher als in ihren Studien nach der Natur und nach dem lebenden Modell. Entsprechende Bedeutung wurde dem Aktstudium beigemessen. Die Haltung unserer jungen, auf einem Steinsockel sitzenden Frau erinnert kaum zufällig an Vorbilder aus Antike und Renaissance. Ihr androgyner Körper ist mit kristallin-zartem Bleistift modelliert – eine Oberfläche wie die einer Marmorskultur. Ihr Gesicht aber mit der gescheitelten Hochsteckfrisur trägt deutlich individuelle Züge.
Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um die gerade 19-jährige Malerin Emma Gaggiotti-Richards (vgl. ihr Selbstporträt, Royal Collection Hampton Court Palace, London). Adolf Senff, der nach seiner Dresdner Ausbildung bei Gerhard von Kügelgen 1816 nach Rom übersiedelte und im Künstlerkreis um Thorvaldsen und Alexander von Humboldt lebte, hatte schon 1819 ihre Mutter Angelina porträtiert (Staatl. Galerie Moritzburg, Halle). Bärbel Kovalevski vermutet, dass Senff die junge Emma in Rom aufwachsen sah (Kovalevski 2009, S. 2).

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