Auktionen Herbst 2018

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Walter Leistikow

Bromberg 1865 – 1908 Berlin

„Motiv aus der Mark“.
Öl auf Leinwand. 73,5 × 93 cm. (28 ⅞ × 36 ⅝ in.) Unten rechts signiert: W. Leistikow. Auf dem Keilrahmen oben links mit Kreide signiert und betitelt: Walter Leistikow „Motiv aus der Mark“. Dort ein Etikett des Frankfurter Kunstvereins und eine Beschriftung des Vereins Berliner Künstler.  [3567] Gerahmt 

ProvenienzPrivatsammlung, Berlin

EUR 40.000 – 60.000
USD 46,000 – 69,000

Verkauft für:
50.000 EUR (inkl. Aufgeld)

„Motiv aus der Mark“

Auktion 299Freitag, den 30. November 2018, 11.00 Uhr

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Walter Leistikow gehörte nicht nur zum ersten Vorstand der Berliner Secession. Er lieferte auch den Anlass für deren Gründung: Im April 1898 hatte die Jury der Großen Berliner Kunstausstellung seinem Gemälde „Grunewaldsee“ die Zulassung verweigert. Um dagegen zu protestieren, beschlossen progressive Künstler wie Max Liebermann und Franz Skarbina, eine eigene, unabhängige Ausstellung zu organisieren. Schon davor war Leistikow gegen die veraltete Kunstpolitik der Akademie eingestellt gewesen: Seit 1892, jenem Jahr, in dem in München die erste Secession ins Leben gerufen wurde, fungierte er als Mitglied der oppositionellen Gruppe XI. Beeinflusst von der britischen Arts-and-Crafts-Bewegung entwarf er damals auch Möbel, Stoffe, Teppiche und Tapeten. Als Maler entwickelte er eine spezielle Spielart des Impressionismus, die in ihrem Hang zu rein flächigen Malpassagen bereits abstrakte Tendenzen vorwegnahm.



Zusammen mit den Künstlern des Friedrichshagener Kreises widmete sich Leistikow besonders der Landschaftsmalerei. Dabei gelang es ihm wie keinem Zweiten, dem Reiz der waldbestandenen Seen um Berlin Ausdruck zu verleihen. In unserem Bild richtet der Künstler seinen Blick auf das Ufer eines ruhigen, letzte abendliche Sonnenstrahlen reflektierenden Sees. Menschliche Staffage ist in diesem Bild, wie in so vielen anderen des Künstlers, nicht anzutreffen, sodass der Eindruck von Einsamkeit entsteht. Bereits zu Lebzeiten erlangte Leistikow mit seinen Landschaften größte Beliebtheit bei Publikum und Malerkollegen.



Er erreichte Menschen, die wie er selbst eine tiefe Verbundenheit zu der spröden, sandigen Gegend um Berlin verspürten und im alltäglich Vertrauten das Typische und die verborgene melancholische Schönheit erkannten. Er schaute und malte mit dem Blick des Großstädters, der in Dörflichkeit und Natur eine Gegenwelt zur ständig bewegten Metropole entdeckte. UC

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