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Ernst Fries

Heidelberg 1801 – 1833 Karlsruhe

„Blick von Olevano auf den Monte Artemisio (unvollendet)“. Um 1826/30
Öl und Bleistift auf Papier. 24,8 × 34 cm (9 ¾ × 13 ⅜ in.) Rückseitig: Tor von Olevano. Bleistift (Hochformat). Unten rechts mit Kreide beschriftet: LXII. Werkverzeichnis: Nicht bei Wechssler (vgl. W. 413). Leicht berieben. Kleine Randmängel.  [3050]

ProvenienzEhemals Nachlass Bernhard Fries / Sammlung Eugen Dreisch, München / Von Dr. Sigrid Wechssler, Heidelberg, 2003/04 katalogisiert

EUR 8.000 – 12.000
USD 9,420 – 14,100

„Blick von Olevano auf den Monte Artemisio (unvollendet)“

Auktion 278Mittwoch, den 29. November 2017, 15.00 Uhr

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Es ist der zauberhaft zaghafte Pinsel, den Ernst Fries führt, als er in Italien seine Ölskizzen malt, und der einen sofort in den Bann zieht. Hochsensibel, hellwach, so sitzt er hier in Olevano und blickt in die Ferne, erfasst die Blau– und Grüntöne der Ferne in ihrem ganzen Nuancenreichtum und den Schatten auf den Häusern im Mittelgrund, den das kühle, frische Morgenlicht wirft. Es ist, als hätten die deutschen Romantiker, die um 1820 nach Italien kamen, dieses Land neu gesehen, so genau schauen sie, so zärtlich auch.
Es ging Fries genau um diese Nuancen des Lichts, darum wie Tiefe und Räumlichkeiten entstehen aus dem Wechselspiel der Schlagschatten, darum hat er nur den linken Bildraum bearbeitet, den rechten aber belassen in der Bleistiftstudie, die er blitzschnell aufs Blatt geworfen hat. Gerade durch dieses Infinito der Arbeit entsteht eine fast magische Stimmung. Curt Gravenkamp hat es 1925 sehr genau erfasst: „Das Überpersönliche der Landschaft tritt, durch den gestaltenden Geist des Künstlers hindurchgegangen, als reine Form aus der Erscheinung hervor.“
Ölstudien aus Italien von Ernst Fries gehören zu den größten Kostbarkeiten der deutschen Romantik.

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