Auktionen Herbst 2018

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Ernst Wilhelm Nay

Berlin 1902 – 1968 Köln

„Scheiben“. 1955

Gouache auf Velin. 16,5 × 24,1 cm. (6 ½ × 9 ½ in.) Unten rechts mit Bleistift signiert und datiert: NAY 55. Werkverzeichnis: Die Arbeit wird aufgenommen in den dritten Band des Werkverzeichnisses der Arbeiten auf Papier Ernst Wilhelm Nays von Elisabeth Nay-Scheibler und Magdalene Claesges, Köln (in Vorbereitung).  [3410]

ProvenienzGalerie Der Spiegel, Köln (bis 1995) / Privatsammlung, Rheinland (bis 2011)

EUR 40.000 – 60.000
USD 45,500 – 68,200

Verkauft für:
112.500 EUR (inkl. Aufgeld)

„Scheiben“

Auktion 296Freitag, den 26. Oktober 2018, 14.00 Uhr

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Literatur und AbbildungAuktion 185: Villa Grisebach Auktionen, Berlin, 28. Mai 2011, Kat.-Nr.465

Mit der deutschen Malereigeschichte des 20. Jahrhunderts untrennbar verbunden ist seit 1956 der Begriff „Scheibenbild“. So nannte Ernst Wilhelm Nay eine Bilderfindung, die sich aus der Bewegung der Hand mit dem Pinsel auf der Leinwand allmählich entwickelt hatte. Schon in Nays „Rhythmischen Bildern“ zuweilen anzutreffen, setzte sich diese Form um die Mitte der 1950er-Jahre durch und bestimmte nahezu ein Jahrzehnt, bis um 1962, seine Darstellungen von Farbe in der Fläche. Dem Verzicht des Künstlers auf jegliche figürliche Abbildung seit ungefähr 1948 folgend, entfalten sich die Einzelformen im Bildformat großzügig übereinander gelagert, ineinander verschränkt oder vor farbigem Grund. Die Anordnung der Farben und auch der Fluss der Formen sind unabhängig und frei vollzogen. Trotz der zahlreichen Einzelheiten folgen alle Teile einer gemeinsamen Ordnung.
„In kristallklarer, heller Farbigkeit komponierte er große und kleine Scheiben und ihre Zwischenformen zu einer bewegten Farbchoreographie auf der Fläche. Das Weiß der Leinwand bleibt nicht folienhafter Hintergrund, sondern wird als gleichwertige Farbe in die flächige Gestaltung des Bildes einbezogen“, beschreibt Elisabeth Nay-Scheibler diese Art zu malen im Werkverzeichnis der Ölgemälde (Band II, Köln, 1990, S. 62). Das über die Malschicht gespannte Liniengerüst in Schwarz setzt mit größter Leichtigkeit, aber entschieden Akzente, die den Farben Halt verleihen. „Meine Bilder fangen an mit Nichts, werden zu einem Rechenexempel und verwandeln sich in Kunst“, schrieb der Künstler am 29. Juni 1955 (E.W. Nay, Lesebuch. Selbstzeugnisse und Schriften 1931–1968. Köln, 2002, S. 117).



Elke Ostländer, Berlin

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