Lupe

Herbstauktionen 2020

Kunst des 19. Jahrhunderts

102

Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, gen. „Goethe-Tischbein"

Haina 1751 – 1829 Eutin

Der Jüngling denkt über den Bau eines Bootes nach (nach Salomon Gessners „Der erste Schiffer“). Nach Heinrich Friedrich Füger. Nach 1796

Feder in Braun, weiß gehöht, auf hellbraunem Bütten. 24,7 × 36,5 cm. (9 ¾ × 14 ⅜ in.) Rückseitig am linken Rand fest auf Karton montiert.  [3269]

ProvenienzHerzoglich Sachsen-Coburg-Gothaischer Besitz (lt. Aufkleber auf dem Unterlagekarton) / Gemäldegalerie Dr. W. A. Luz, Berlin / Privatsammlung, Deutschland (erworben 1936 bei Dr. Luz, seitdem in Familienbesitz)

EUR 1.000 – 1.500
USD 1,180 – 1,760

Verkauft für:
7.500 EUR (inkl. Aufgeld)

Der Jüngling denkt über den Bau eines Bootes nach (nach Salomon Gessners „Der erste Schiffer“). Nach Heinrich Friedrich Füger

Auktion 322Mittwoch, den 2. Dezember 2020, 15.00 Uhr

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Ausstellung„Neuland für Sammler“. Berlin, Gemäldegalerie Dr. W. A. Luz, 1936, Kat.-Nr. 207 (als Wilhelm Tischbein)

1783 hielten sich Füger und Tischbein in Rom auf und lernten sich kennen, wie spätere Äußerungen Tischbeins erschließen lassen. 1774 hatte Füger erste Illustrationen zu Salomon Gessners „Der erste Schiffer“ ausgeführt, 1796 begann er erneut mit der Serie und führte sieben Zeichnungen aus, zu der motivisch die vorliegende Arbeit zählt. Der Hamburger Kunstschriftsteller Friedrich Johann Lorenz Meyer sammelte Zeichnungen von Füger und war ein Anlass, dass der gleichfalls in Hamburg wohnende Friedrich Gottlieb Klopstock seine berühmte Dichtung „Der Messias“ von Füger illustrieren ließ. Tischbein war nach seiner Niederlassung in Hamburg (ab 1801) mit Klopstock und Meyer befreundet. Hier könnte die biografische Schnittstelle sein, wie er die Füger-Komposition, die heute in der Albertina (Wien) verwahrt wird, kennenlernen konnte. Traditionell gilt vorliegende Arbeit als Zeichnung von der Hand des J.H.W. Tischbein. Stilkritisch ist diese Zuweisung zu bejahen. Bislang unbekannt war jedoch, dass das Werk eine Kopie der Füger-Illustration darstellt.

Prof. Dr. Hermann Mildenberger

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