Lupe

Herbstauktionen 2020

Kunst des 19. Jahrhunderts

142

Thomas Fearnley

Fredrikshald 1802 – 1842 München

Gewitter über der Bucht von Pozzuoli. 1833

Öl auf Bütten, auf Karton aufgezogen. 29,2 × 43,5 cm. (11 ½ × 17 ⅛ in.) Unten links datiert und monogrammiert (ligiert): 33 TF.  [3154] Gerahmt 

ProvenienzPrivatsammlung, Frankreich

EUR 18.000 – 24.000
USD 21,200 – 28,200

Verkauft für:
20.000 EUR (inkl. Aufgeld)

Gewitter über der Bucht von Pozzuoli

Auktion 322Mittwoch, den 2. Dezember 2020, 15.00 Uhr

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Thomas Fearnley war Norweger und Schüler von Dahl in Dresden. So war sein Künstlerauge an rauem Meer, schroffen Klippen und stürmischen Wolken geschult worden, und selbst die Sonne und das süße Leben im Süden konnten ihm diesen nordischen Blick nicht nehmen. Auf unserem Bild peitscht ein Sturm über die Bucht von Pozzuoli nahe Neapel. Schwere, graue Regenbänder und gischtschäumende Wellen ziehen gen Land, während der Himmel oben schon wieder blau aufbricht und ein dramatisches Leuchten auf Pozzuoli im Vordergrund und die Insel Nisida im Hintergrund wirft. Derselbe gewittrige Himmel weht auch durch eine Ölstudie, die im gleichen Jahr entstand und heute im Nationalmuseum Oslo aufbewahrt wird (Inv.nr. NG.M.00502). Dort haben Wind und Wetter eine Wasserhose aufgetürmt, die brausend und wirbelnd vor der neapolitanischen Küste auf dem Meer tanzt. Man denkt an Goethes Himmelsbeobachtungen und seine „Italienische Reise“, die stellenweise mehr an einen Wetterbericht als an einen Reisebericht erinnert. „Mein Blick war auf den Himmel gerichtet“, formuliert er in einem Vers, und das gilt auch für Thomas Fearnley. Sein „Gewitter über der Bucht von Pozzuoli“ ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür und darüberhinaus auch malerisch eine echte Kostbarkeit. So virtuos, farblich so fein empfunden, dabei klar und frisch wie die Luft nach einem Gewitter. FMG

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