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Kunst des 19. Jahrhundert

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Leopold Pollak

Lodenitz/Böhmen 1806 – 1880 Rom

Porträt des Malers Emil Löhr im Alter von 24 Jahren. 1833

Öl auf Leinwand. Doubliert. 48 × 46 cm. (18 ⅞ × 18 ⅛ in.) Unten rechts bezeichnet, signiert und datiert: Ætatis XXIV. L. Pollak pinxit in Roma. 1833. Auf dem Keilrahmen ein dorthin übertragener, alter Aufkleber, mit Feder in Schwarz beschriftet: Pollack in Rom. Portrait des Malers / Emil Löhr, 33 an Alter. / Marie v. Hagn. Retuschen.  [3187] Gerahmt 

ProvenienzMarie von Hagn, München (wohl bis 1927) / Privatsammlung, Süddeutschland (seit 1998)

EUR 4.000 – 6.000
USD 4,650 – 6,980

Verkauft für:
4.000 EUR (inkl. Aufgeld)

Porträt des Malers Emil Löhr im Alter von 24 Jahren

Auktion 334Mittwoch, den 1. Dezember 2021, 15.00 Uhr

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Nach Studienjahren an den Kunstakademien Prag, Wien und München zieht Leopold Pollak 1832 nach Rom, wo er bis zu seinem Tod 1880 lebt. Durch die Mitgliedschaft in der Ponte-Molle-Gesellschaft, in der die Umgangsformen eines fiktiven Ritterordens gepflegt werden, findet er Anschluss an die dort ansässige deutschsprachige Künstlergemeinschaft. Neben Genreszenen macht sich Pollak bald als Porträtist einen Namen. Dass viele seiner Modelle selbst Künstler sind, spricht für seine Verankerung und Wertschätzung innerhalb der deutsch-römischen Kunstszene. Auch das ab 1834 angelegte und im Archiv des 1845 von ihm mitbegründeten Deutschen Künstlervereins zu Rom verwahrte Künstleralbum mit Bildnissen Deutscher Künstler enthält zahlreiche Werke von seiner Hand. Zu den bekanntesten Dargestellten zählen Johann Christian Reinhart, Friedrich Nerly und Franz Xaver Winterhalter. Letzterer wiederum hat Pollak in dem Album in der Uniform eines Generals der Ponte-Molle-Gesellschaft verewigt.
Im Künstleralbum mit Bildnissen Deutscher Künstler enthalten ist auch Pollaks 1834 entstandenes Bildnis des Baumeisters Moritz Löhr. Wie das vorliegende Gemälde belegt, hatte er ein Jahr zuvor dessen Bruder Emil Ludwig Löhr (1809 Berlin – 1876 München) porträtiert. Dieser war wie Pollak an der Wiener Kunstakademie ausgebildet worden und 1830 nach Rom übergesiedelt, um sich von Johann Anton Koch als Landschaftsmaler weiter ausbilden zu lassen. Dass sich Pollak und Löhr menschlich gut verstanden haben, ist der auf jedwede Förmlichkeit verzichtenden Darstel-lungsart des 24jährigen Malers anzusehen. Der lebendige Ausdruck der Augen, das freundliche Minenspiel und das lockige Haar zeigen einen jungen Mann, der hinsichtlich des von ihm einge-schlagenen Weges zuversichtlich in die Zukunft blickt. Tatsächlich erfüllten sich die Träume auf ein Künstlerleben in Rom, wie es Pollak beschieden sein sollte, jedoch nicht für Löhr. Aufgrund einer schweren Malariaerkrankung musste er bereits 1840 wieder mit seiner Familie nach München ziehen.

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