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Ausgewählte Werke

33

James Ensor

1860 – Ostende – 1949

„The ,Haute Barrière‘ outside Ostend (La ,Haute Barrière‘ aux environs d'Ostende)“. Um 1925

Öl auf Leinwand. 54,3 × 65,3 cm. (21 ⅜ × 25 ¾ in.) Unten rechts signiert: Ensor. Werkverzeichnis: Tricot 543.  [3086] Gerahmt 

ProvenienzFriedrich Otto Hasse, Bremen (erworben 1930 in der Galerie Dr. Becker-Newman, Köln, seitdem in Familienbesitz)

EUR 100.000 – 150.000
USD 116,000 – 174,000

Verkauft für:
125.000 EUR (inkl. Aufgeld)

„The ,Haute Barrière‘ outside Ostend (La ,Haute Barrière‘ aux environs d'Ostende)“

Auktion 336Donnerstag, den 2. Dezember 2021, 18.00 Uhr

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Friedrich Otto Hasse (1886–1964) trat 1911 in die Bremer Chocolade-Fabrik Hachez ein, für die er 1924 die berühmten „Braunen Blätter“ erfand, die bis heute Markenzeichen der Firma sind. Er galt als sachkundiger Kunstsammler und besaß Gemälde von Georges Braque, James Ensor und Oskar Kokoschka.

AusstellungExhibition of Contemporary Belgian Painting, Graphic Art and Sculpture. New York, Brooklyn Museum, 1929/30 (außer Katalog)

Literatur und AbbildungPaul Fierens: James Ensor. Paris, Hypérion, 1943, Abb. S. 141 („Paysage“) / Lucien Schwob: Ensor. Brüssel, Art et Technique, 1936, Abb. Tf. L („La plaine d’Ostende, 1930“)

„Dies ist die erste rein belgische Ausstellung der bildenden Kunst, die jemals in diesem Land gezeigt wurde”, hieß es 1929 in einer Pressemitteilung des Brooklyn Museum (zit. nach Brooklyn Museum Archives. Records of the Department of Public Information. Press releases, 1916–1930. 10–12/1929, S. 105). Die Ausstellung war in Anwesenheit des belgischen Botschafters eröffnet worden und sollte eine „bemerkenswert umfassende Zusammenfassung der Entwicklung der belgischen Kunst in der heutigen Zeit“ sein. In New York zu sehen war damals auch unser um 1925 entstandenes Gemälde „The ,Haute Barrière‘ outside Ostend“ von James Ensor. In für den Künstler typischen, stets leicht abgetönten Farben zeigt es die Weite der belgischen Küstenlandschaft in einem zarten Rosa und blassen Blau. Dabei lässt der zarte Pinselstrich Ensors auch die Struktur der Leinwand durchscheinen.
Hinter einigen Figurengruppen am Damm im Vordergrund erstrecken sich sommerliche Felder in rhythmischem Wechsel von Gelb und Grün bis zu einer kleinen Siedlung im Bildzentrum. Darüber öffnet sich der hohe, von Wolkenbändern durchzogene Himmel von Ostende. Dem Damm hatte Ensor erstmals 1876 ein kleinformatiges Bild gewidmet („The Haute Barrière Outside Ostend“, 1876, Öl auf Leinwand, 18,5 × 23 cm, Tricot 40, Verbleib unbekannt). Jenes frühe Gemälde steht am Anfang der Karriere des Künstlers und verweist in seiner Tonigkeit noch auf die Malerei der Akademien.
Unsere fast 50 Jahre später entstandene Reprise dieses Frühwerks dokumentiert eindrucksvoll die Entwicklung des Künstlers zu einem eigenständigen, von allem Akademischen gelösten Ausdruck. In der festen Überzeugung, in Ostende sein „irdisches und aquatisches Paradies“ gefunden zu haben, lebte James Ensor bis auf seine Studienzeit an der Brüsseler Akademie fast sein ganzes Leben in seiner Geburtsstadt (zit. nach: Ina Dinter: Claire, Rose, Blanche – James Ensors Bildstrategien in Liebesgärten, Nymphenbildern und dem Spätwerk, Berlin: epubli, 2015, S. 6). Wie das Gemälde „The ,Haute Barrière‘ outside Ostend“ beweist, empfing er hier die Art von Inspiration, die ihn zu einem der bedeutendsten Maler der europäischen Moderne werden ließ.
GK

• Eine der seltenen Landschaften des belgischen Avantgardisten
• Zeigt eindrucksvoll die weite Küstenlandschaft bei Ostende
• Ein Gemälde in der für Ensor charakteristischen zarten Farbigkeit

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