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Ausgewählte Werke

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Georg Schrimpf

München 1889 – 1938 Berlin

„Ausschauende“. 1923

Öl auf Leinwand. 54,5 × 47 cm. (21 ½ × 18 ½ in.) Unten links signiert und datiert: G. Schrimpf 23. Werkverzeichnis: Nicht bei Hofmann/Präger. Mit einer Expertise von Dr. Christmut Präger, Heidelberg, vom 5. Februar 2014 (in Kopie). Das Gemälde erhält die Werkverzeichnisnr. 1923/21.  [3243] Gerahmt 

ProvenienzPrivatsammlung, Berlin

Addendum/ErratumDoubliert

EUR 70.000 – 90.000
USD 81,400 – 104,700

„Ausschauende“

Auktion 336Donnerstag, den 2. Dezember 2021, 18.00 Uhr

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Literatur und AbbildungVersteigerungskatalog: Deutsche Kunst des 20. Jahrhunderts. München, Sotheby´s, 7.6.1989, Kat.-Nr. 39 / Versteigerungskatalog: Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Berlin, Villa Grisebach, 29.5.1992, Kat.- Nr. 56, m. Abb

In Gedanken versunken, in sich ruhend – den Kopf sanft auf die rechte Hand gestützt, den linken Arm verschränkt auf dem Fensterbrett liegend, blickt sie in die weite Ferne. Georg Schrimpf malt 1923 die „Ausschauende“ – ein Motiv, das der 1889 in München geborene Künstler Mitte der 1920er-Jahre in seinem Œuvre mehrmals neu interpretiert.
Ursprünglich zum Konditor ausgebildet, bringt sich der seit seiner Kindheit für die Kunst begeisternde Georg Schrimpf das Zeichnen und Malen selbst bei. Er reist nach Beendigung seiner Lehre durch Europa – etwa nach Frankreich, Italien, Belgien und in die Schweiz. Oftmals mittellos, trifft er auf Weggefährten, die ihn in seinem künstlerischen Schaffen prägen und unterstützen. Auf seinen Reisen mit vielen verschiedenen Kunstströmungen konfrontiert, entwickelt der Autodidakt seine ganz eigene Bild- und Formensprache: Es sind der rationale, zumeist einfache Bildaufbau, die zurückhaltende Farbigkeit und die klare, plastische Formgebung in seinen Werken, die Schrimpf zu einem der bedeutendsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit machen.
Die „Ausschauende“ am Fenster bewegt sich auf der Schwelle zwischen Innen- und Außenwelt, zwischen privatem und öffentlichem Raum. Georg Schrimpf schafft mit der sehnsüchtig in die Ferne blickenden, leicht und geheimnisvoll lächelnden Frau einen Idealentwurf seines ganz eigenen Welt- und Menschenbildes – bestimmt von einer ausgeglichenen und harmonischen Einfachheit. Nicht zufällig verweist die Komposition in ihrer Bildsprache auf die italienische Renaissance. Die „Ausschauende“ ist ihrer Zeit enthoben.
SSB

• Georg Schrimpf gehört zu den bedeutendsten Vertretern der Neuen Sachlichkeit
• Die „Ausschauende“ als Symbol für Sehnsucht und die Grenzerfahrung zwischen dem Innen und Außen, Einsamkeit und Welt
• Eindruck von Ruhe und Kontemplation wird betont durch die monumentale plastische Formensprache des Künstlers

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