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Ausgewählte Werke

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Jan Cossiers

1600 – Antwerpen – 1671

Porträt eines jungen Mädchens mit langem Haar.
Schwarze, weiße und rote Kreide auf Papier. 16,2 × 13,4 cm (26 × 19,2 cm). (6 ⅜ × 5 ¼ in. (10 ¼ × 7 ½ in.)) In den unteren Ecken von fremder Hand mit Feder in Braun bzw. Schwarz beschriftet: P. P. Rubens [bzw.] P Rub[..]. Rückseitig am Rand fest auf Japan montiert.  [3084] Rahmen: Holland, Mitte 17. Jahrhundert 

ProvenienzBaron Paul Havatny, London / Privatsammlung, Niederlande / Maren Otto, Hamburg (1996 bei Thomas le Claire Kunsthandel, Hamburg, erworben)

EUR 15.000 – 20.000
USD 14,600 – 19,400

Verkauft für:
15.000 EUR (inkl. Aufgeld)

Porträt eines jungen Mädchens mit langem Haar

Auktion 346Donnerstag, den 1. Dezember 2022, 18.00 Uhr

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Literatur und AbbildungMichael Jaffé: Figure Drawings attributed to Rubens, Jordaens, and Cossiers in the Hamburg Kunsthalle. In: Jahrbuch der Hamburger Kunstsammlungen, XVI, 1971, S. 39-50, hier S. 47, Abb. 12, u. S. 49 / Versteigerungskatalog, London, Christie’s, 24.6.1980, Kat.-Nr. 67

Mit seinen einfühlsamen Bildnissen gehört Jan Cossiers zu den wichtigsten Porträtisten im Goldenen Zeitalter der flämischen Malerei. Wie die Beschriftung am unteren Blattende zeigt, wurde unsere Zeichnung von früheren Sammlern dem Werk von Peter Paul Rubens zugeschrieben. In der Tat wurde Cossiers ab den 1630er-Jahren von Rubens protegiert und assistierte diesem später bei zahlreichen Dekorationsmalereien. Nach Rubens’ Tod 1640 wurde Cossiers zu einem der angesehensten Maler in Antwerpen und führte zahlreiche Aufträge in seiner Heimatstadt aus.
Während in seinem malerischen Werk vor allem Historienbilder und religiöse Thematiken im Vordergrund stehen, zeigen seine seltenen Zeichnungen zumeist intime Porträts von Familienangehörigen. Der besonders duftige Eindruck unseres Mädchenbildnisses entsteht durch die Kombination verschiedenfarbiger Zeichenmaterialien. Während alle wichtigen Partien mit schwarzer Kreide gezeichnet sind, ist im Inkarnat sehr subtil die Rötelkreide eingesetzt und für die sanfte Modellierung des Gesichts weiße Kreide. Diese Zeichentechnik hat sich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Italien ausgebildet, war besonders beliebt bei den flämischen Künstlern des 17. Jahrhunderts und fand schließlich ihren Höhepunkt in den Zeichnungen von Jean-Antoine Watteau, der aus Valenciennes stammte und die flämischen Vorbilder des 17. Jahrhunderts genauestens durch Kopieren studierte. ​MM

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