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Ausgewählte Werke

18

Robert Le Lorrain (zugeschrieben)

1666 – Paris – 1743

Les Danseuses. 1. Viertel des 18. Jahrhunderts

Ein Paar Bronze-Statuetten, jeweils dunkelbraun patiniert und auf einen Sockel aus vergoldeter Bronze montiert. Maße (mit Sockel): 41 × 17 × 11 cm bzw. 42,5 × 12,5 × 13,5 cm. (16 ⅛ × 6 ¾ × 4 ⅜ in. bzw. 16 ¾ × 4 ⅞ × 5 ⅜ in.) Mit einer Bestätigung von Adriano Ribolzi, Monaco, vom 4. April 2000.  [3084]

ProvenienzMaren Otto, Hamburg (2000 bei Adriano Ribolzi, Antiquaire, Monaco, erworben)

EUR 120.000 – 150.000
USD 117,000 – 146,000

Les Danseuses

Auktion 346Donnerstag, den 1. Dezember 2022, 18.00 Uhr

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Zwei Tänzerinnen schreiten leichtfüßig und in schönster französischer Manier – ein Paar, das dem Künstler Robert Le Lorrain zugeschrieben wird.
Dem tristen Beamtentum des Vaters entfliehend, entschied sich der junge Le Lorrain für das Zeichenstudium und wurde als vielversprechender Schüler 1684 in das Atelier von François Girardon aufgenommen. Sein außerordentliches Talent sicherte ihm schon bald die Aufmerksamkeit des ersten Hofmalers Charles Le Brun; 1689 erhielt er den begehrten Prix de Rome. Das Studium der Antiken in der Ewigen Stadt machte großen Eindruck auf den jungen Künstler und sollte schon früh zu seiner Neigung für die plastische Arbeit des Bronzegusses beitragen.
Zurück in Paris, feierte Le Lorrain 1701 mit seinem Debütstück „Galatea“ (National Gallery, Washington) die Aufnahme in die Académie royale de peinture et de sculpture. Es folgten aufwendige Skulpturenprojekte für Ludwig XIV. in Versailles und Marly, die Residenzen des Kardinals de Rohan in Straßburg und Paris und die Eröffnung eines eigenen betriebsamen Ateliers. Hier nahm er großen Einfluss auf die Ausbildung seiner Schüler, unter anderem Jean-Baptist Pigalle und Jean-Baptist II. Lemoyne. Wie Michèle Beaulieu in ihrer Biografie über den Bildhauer zusammenfasst, „erscheint Le Lorrain als lebendiges Bindeglied zwischen der Versailler Schule von Girardon, der ,Rocaille` von J.-B. II Lemoyne und der von Pigalle eingeleiteten Rückkehr zum Klassizismus“.
Der vergleichende Blick lässt den Stil Robert Le Lorrains nicht verkennen, mit ihren gestreckten Oberkörpern und schlanken Proportionen stehen sich die zwei Tänzerinnen in ballettartigem Kontrapost gegenüber. Geschmückt mit Straußenfedern, greift die Gewandträgerin sich in ihr Haar und Kleid, die Musizierende schlägt im Sprung ein Tamburin, beide Körper sind von fließenden Drapierungen umspielt.
Mit ihren sinnlichen Silhouetten, der reichen Oberfläche und ihrer charmanten Größe sind die beiden Tänzerinnen typisch für die französischen Bronzen zum Ende der Epoche Ludwigs XIV. CH/LJM

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