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Ausgewählte Werke

43N

Max Liebermann

1847 – Berlin – 1935

„Bleiche auf den Dünen bei Katwijk“. 1890

Öl auf Leinwand. 49 × 64 cm. (19 ¼ × 25 ¼ in.) Werkverzeichnis: Eberle 1890/3 (irrtümlich „auf Karton“).  [3104] Gerahmt 

ProvenienzHugo von Tschudi, Berlin / Hans Gilg Tschudi, Bern (bis 1931) / Franz Pickert (seit 1931) / Privatsammlung, Zürich (1995) / Privatsammlung, Schweiz

EUR 100.000 – 150.000
USD 97,000 – 146,000

Verkauft für:
125.000 EUR (inkl. Aufgeld)

„Bleiche auf den Dünen bei Katwijk“

Auktion 346Donnerstag, den 1. Dezember 2022, 18.00 Uhr

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Ausstellung[Winterausstellung]. Berlin. Kunstsalon Fritz Gurlitt, Februar 1890 (o. Kat.) (?)

Literatur und AbbildungGeorg Malkowsky: Aus Gurlitt's Kunstsalon. In: Die Gegenwart, Bd. 37, Nr. 5, 1.2.1890, S. 78f., hier S. 79 (?)

Max Liebermanns Gemälde „Bleiche auf den Dünen bei Katwijk“ von 1890 ist repräsentativ für das frühe Werk des Künstlers. Es ist ein Bild von Intimität, Ruhe und Stille. Bestimmt wird das Gemälde von der Horizontlinie, die die Weite der niederländischen Dünenlandschaft betont und das Auge schweifen lässt. Auf dem grüntonigen Grund ist die dunkel gewandete Wäscherin mit ihrer weißen Haube zu sehen. Gebeugt legt sie die weißen, gereinigten Laken zum Trocknen und zur Bleiche an einem windigen Tag auf der Erde aus. Eine weitere Wäscherin geht den Pfad in Richtung des Fischerdorfes Katwijk. Beide Figuren sowie das schemenhaft angedeutete Dorf fügen sich in die pastos und großzügig gearbeitete Landschaft ein. Die Farbigkeit unserer Ölstudie ist von kühler Tonalität.
In Liebermanns Darstellung der bleichenden Wäscherin finden zwei wesentliche Einflüsse auf sein frühes Werk ihren Ausdruck. Einerseits war dieses geprägt vom französischen Naturalismus, der das einfache, ländliche Leben bildwürdig machte, politisch nicht moralisierte und sich von der akademischen Feinmalerei abwendete. Andererseits prägten Liebermann seine regelmäßigen Reisen in die Niederlande, wo er Ruhe und Inspiration fand. Er sagte: „Mit Recht hat man Holland das Land der Malerei par excellence genannt […] In der Intimität liegt Hollands Schönheit. Und wie das Land so seine Leute; nichts Lautes, keine Pose oder Phrase.“
Von dem Motiv der „Bleiche auf den Dünen bei Katwijk“ malte Liebermann zwei Versionen. Eine der beiden Fassungen war 1890 in der Galerie Fritz Gurlitt ausgestellt. Ob es sich um unsere Fassung handelt, kann nicht endgültig geklärt werden. In dem Motiv ist zudem eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Werk zu erkennen. Bereits 1882/1883 hatte Liebermann ein großformatiges Gemälde einer Rasenbleiche ausgeführt. Es ist heute im Kölner Wallraf-Richartz-Museum zu sehen. Von den Zeitgenossen jedoch wurde diese Version kritisiert – die Wäscherin ziehe zu viel Aufmerksamkeit auf sich und dominiere das Bild. Unser Gemälde kann als Weiterentwicklung des Motivs betrachtet werden: Die Wäscherin steht nicht im Vordergrund, sie fügt sich in ihrer stillen Tätigkeit in die Landschaft ein. CH

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