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Ausgewählte Werke

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Max Liebermann

1847 – Berlin – 1935

„Blumenstauden im Nutzgarten nach Nordwesten“. 1929 (?)

Öl auf Leinwand. 54 × 75 cm. (21 ¼ × 29 ½ in.) Unten links signiert: M Liebermann. Werkverzeichnis: Eberle 1929/11.  [3381] Gerahmt 

ProvenienzPrivatsammlung (bis 1995) / Privatsammlung, Berlin (1995 bei Christie’s, London, erworben)

EUR 300.000 – 400.000
USD 291,000 – 388,000

Verkauft für:
625.000 EUR (inkl. Aufgeld)

„Blumenstauden im Nutzgarten nach Nordwesten“

Auktion 346Donnerstag, den 1. Dezember 2022, 18.00 Uhr

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AusstellungMax Liebermann und Emil Nolde. Gartenbilder. Berlin, Liebermann-Villa am Wannsee, 2012, Kat.-Nr. 15, m. Abb

Literatur und AbbildungGerman and Austrian Art ’95. Nineteenth and Twentieth Century. Paintings, Drawings and Prints. London, Christie’s, 11.10.1995, Kat.-Nr. 135, m. Abb

Immer wieder hat Max Liebermann die Beete, Stauden, Hecken, Rondells, Rasenstücke und Bäume seines Gartens am Großen Wannsee gemalt. Haus und Garten, zunächst als Sommersitz in ruhiger Lage vor den Toren Berlins geplant, wurden dem Maler vor allem in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zu einem Rückzugsort und einer täglichen Quelle der Inspiration. Die Anlage des Gartens plante Liebermann mit seinem Freund Alfred Lichtwark, dem Leiter der Hamburger Kunsthalle. Die Gestaltung folgt dem Konzept bäuerlicher Gärten mit ihrer Funktionsteilung: Nutz- und Blumengarten, Heckengärten mit geometrischer Aufteilung, verbunden durch Sichtachsen und gerade Wege. In vielen Ansichten des Nutzgartens, gelegen zwischen Straße und Wohnhaus, erkennt man die einfache Strenge der Anlage.
Unser Gemälde ist gänzlich anders. Was bewog den Künstler zu diesem ungeheuren Furor, mit dem das Bild gemalt ist? Sicher war es das Spiel des Sonnenlichts auf den Blüten. Sind es Rosen? Eine Lichtwirkung, die schon nach wenigen Minuten eine andere sein kann und die der Maler unbedingt festhalten möchte. Geradezu magisch ist die Anziehungskraft der rot-weiß geflammten Blüten in der Bildmitte. Durch den pastosen Farbauftrag treten sie fast aus dem Bild hervor. An den Bildrändern beruhigt sich das Geschehen, Grün- und Brauntöne deuten die Vegetation nur noch an. Die Bildwirkung wird hierdurch nochmals gesteigert. Es ist grandios, wie es dem Maler gelingt, Vegetationsfülle und Licht allein durch die Farbe zu gestalten und sich vom Naturvorbild fast gänzlich zu lösen. OH

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