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Ausgewählte Werke

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Hermann Max Pechstein

Zwickau 1881 – 1955 Berlin

„Fischerhäuser in Nidden“. 1909

Öl auf Leinwand. 51 × 65,5 cm. (20 ⅛ × 25 ¾ in.) Oben rechts monogrammiert und datiert: HMP 09. Werkverzeichnis: Soika 1909/21.  [3436] Gerahmt 

ProvenienzWalter Frey, Stuttgart (1955 erworben, bis ca. 1980) / Leonard Hutton Galleries, New York (1980 erworben) / CDR Fine Art Ltd., London (um 1986) / Privatsammlung, Berlin (1989 bei Grisebach erworben)

Addendum/ErratumProvenienz: Fritz Zickel, New York / Walter Frey, Stuttgart (1955 auf der Versteigerung im Stuttgarter Kunstkabinett erworben, bis ca. 1980) / Leonard Hutton Galleries, New York (1980 erworben) / CDR Fine Art Ltd., London (um 1986) / Privatsammlung, Berlin (1989 bei Grisebach erworben)

EUR 400.000 – 600.000
USD 388,000 – 583,000

„Fischerhäuser in Nidden“

Auktion 346Donnerstag, den 1. Dezember 2022, 18.00 Uhr

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AusstellungAusstellung aus Privatbesitz 1928 anlässlich der Sächsischen Künstlerhilfswoche. Chemnitz, Kunsthütte zu Chemnitz, im Städtischen Museum, 1928, Kat.-Nr. 130 („Fischerhäuser“) (?) / Der junge Pechstein. Berlin, Hochschule für bildende Künste in Gemeinschaft mit der Nationalgalerie, 1959, Kat.-Nr. 36 [„Fischerhäuser bei Nidden“] / Jawlensky and major German expressionists. New York, Leonard Hutton Galleries, 1980/81, Kat.-Nr. 37, Abb. S. 79 / German Expressionism. London, CDR Fine Art, 1986, Abb. S. 27 / Max Pechstein. Unna, Schloß Cappenberg, 1989, Abb. S. 31 / Max Pechstein. Ein Expressionist aus Leidenschaft. Retrospektive. Kiel, Kunsthalle; Regensburg, Kunstforum Ostdeutsche Galerie, und Ahlen, Kunstmuseum, 2010/11, Kat.-Nr. 35, Abb. S. 38

Literatur und Abbildung22. Kunst-Auktion: Kunstliteratur, Kunstwerke des 15.–20. Jahrhunderts. Stuttgart, Stuttgarter Kunst-kabinett Roman Norbert Ketterer, 29.11.–1.12.1955, Kat.-Nr. 1827 / S. Myers: The German Expressionists. A generation in revolt. New York, Frederick A. Praeger, 1957, S. 351, Abb. 169 („Landscape“) / Bernard S. Myers: Die Malerei des Expressionismus. Eine Generation im Aufbruch. Köln, Verlag M.DuMont Schauberg, 1957, S. 139 / 147. Auktion. München, Karl & Faber, 27.5.1978, Kat.-Nr. 1881 / 235. Auktion. Hamburg, Hauswedell & Nolte, 6.6.1980, Kat.-Nr. 1046 / 9. Kunstauktion: 19. und 20. Jahrhundert. Berlin, Villa Grisebach Auk-tionen, 1989, Kat.-Nr. 70, m. Abb. sowie Abb. auf dem Titel / Meisterwerke I. 9 Gemälde des Expressionismus. München, Galerie Thomas, 1995, S. 30 u. S. 31, Abb. 2 / Heinrich Koltz: Geschichte der deutschen Kunst. 3 Bde. München, C. H. Beck, 2000, hier Bd. 3: Neuzeit und Moderne (1750–2000), S. 254, Abb. 165

„In den Monaten nach seinem Umzug nach Berlin im August 1908 äußerte Pechstein wiederholt seine Stadtverdrossenheit. Der Wunsch nach der freien Natur führte ihn im Sommer 1909 in einen der abgelegensten Winkel Ostpreußens, auf die Kurische Nehrung in das Fischerdorf Nidden. Was veranlasste Pechstein dazu, ausgerechnet nach Nidden zu reisen? Aus seiner Korrespondenz wird ersichtlich, dass er die Wahl kurzfristig traf. […] Pechstein kam möglicherweise durch Gespräche mit dem 1880 in Tilsit geborenen Architekten Bruno Schneidereit auf die Idee, sich im nördlichen Ostpreußen einen Platz zum Arbeiten zu suchen. Mit Schneidereit hatte er im Sommer und Herbst des Jahres 1908 mehr Zeit im Rahmen der Auftragswerke für Berliner Mietshäuser verbracht als mit irgendeinem anderen Menschen. Dies würde erklären, warum er umständlich über Tilsit und das Kurische Haff nach Nidden reiste (statt über die südliche Nehrung auf dem Festland entlang wie auf seiner Rückfahrt) und erst am elften Reisetag die Kurische Nehrung erreichte. Am Sonntag, den 13. Juni bestieg Pechstein die Bahn von Berlin über Stettin und Danzig nach Königsberg und fuhr von dort weiter nach Tilsit. In dem knapp 40.000 Einwohner zählenden Städtchen verbrachte er eine Woche und berichtete, wie ‚wohltuend‘ das ‚einfache Leben‘ für seine Nerven sei“ (Aya Soika: Max Pechstein in Nidden. In: Max Pechstein. Ein Expressionist aus Leidenschaft. München, Hirmer Verlag, 2011, S. 101). „Mir selbst war so hoffnungsfroh zumute wie einem Entdecker, der nach Neuland unterwegs ist. Und ich fand es auch. Eine wundervolle Landschaft mit ihrem harten Menschenschlag, dem der Fischerberuf einen eigenen Typ gegeben hatte. So tastete ich mich in vielen Skizzen an die Natur, die gewaltigen Wanderdünen, an das Haff heran, und so erlebte ich zum erstenmal den mich berauschenden, ewigen Rhythmus des Meeres. [...] Aber als ich meine Kiste (mit meinen Arbeiten) erhielt und daran gehen konnte, die Beute dieses Sommers zu sichten, freute mein Malerherz sich unbändig. Wie vieles, wie Entscheidendes ich für meinen künstlerischen Ausdruck gewonnen hatte, übersah ich erst im Verlaufe des Winters 1910.“ (Aus: Max Pechstein. Erinnerungen. München, List Verlag, 1963, S. 38ff.)

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