Lupe Stift

Herbstauktionen 2019

2N

Otto Morach

Hubersdorf 1887 – 1973 Zürich

„Das Bild vom gotischen Dom“ („Im Dom“). Um 1918/19

Öl auf Jute. 110 × 80 cm. (43 ¼ × 31 ½ in.) Unten rechts signiert: Morach. Werkverzeichnis: Schaller 175. Leichtes Craquelé.  [3380] Gerahmt 

ProvenienzGalerie Bernard, Solothurn / Hugo Gygax, Biberist / Galerie Pels-Leusden, Zürich / Privatsammlung, Schweiz

EUR 80.000 – 100.000
USD 87,900 – 110,000

„Das Bild vom gotischen Dom“ („Im Dom“)

Auktion 313Donnerstag, den 28. November 2019, 18.00 Uhr

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  • Höhepunkt der wichtigen Werkgruppe der Kirchenbilder Otto Morachs

  • Repräsentatives Werk der Züricher Kunstszene, in der sich zu Zeiten des Ersten Weltkriegs Maler und Bildhauer aus ganz Europa versammelten

  • Atemberaubende Dynamik von Farbe und Form


AusstellungAusstellung. Bern, Kunsthalle, 1925, Kat.-Nr. 86 / Otto Morach: Dekorative Malereien, Textilien und Glasgemälde, Zürich, Kunstgewerbemuseum, 1925-26 / Multi-National. New York, Grand Central Galleries, 1927 / Ausstellung. Zürich, Kunsthaus, 1928, Kat.-Nr. 157 / Zürcher Maler. Zürich, Kunsthaus, 1947, Kat.-Nr. 228 (Gotischer Dom, 1920/30) / Otto Morach. Solothurn, Berufsschulhaus, 1960, Kat.-Nr. 3 / Otto Morach. Gemälde – Retrospektive Ausstellung – Otto Münch. Skulpturen – Gedächtnisausstellung. Zürich, Helmhaus, 1966, Kat.-Nr. 16 (Im Dom) / Otto Morach. Solothurn, Galerie Bernard, 1967, Kat.-Nr. 15 / Arnold Brügger, Otto Morach. Die frühen Werke. Thun, Kunstsammlung der Stadt, 1971, Kat.-Nr. 128 (Im Dom) / Otto Morach zum 85. Geburtstag. Olten, Kunstmuseum, 1972, Kat.-Nr. 29 (Im Dom) / Vielfältige Schweiz. Historisches und Gegenwärtiges. 6. Gemäldeausstellung. Trubschachen, 1974, Kat.-Nr. 136 (Im Dom) / Expressionismus in der Schweiz 1905-1930. Winterthur, Kunstmuseum, 1975, Kat.-Nr. 243 (Im Dom)

Literatur und AbbildungWalter Hugelshofer: Zu den Gemälden von Otto Morach. In: Werk, Zürich 1927, S. 198 / Forbes Watson: The Multi-National. In: The Arts, New York, 1927, S. 198 und S. 199, m. Abb. / Walter Ingold: Begegnung mit Otto Morach. In: Schreibmappe der Genossenschaftsdruckerei Olten, Olten 1929, S. 5

Otto Morachs „Bild vom gotischen Dom“ ist der futuristische Höhepunkt einer bedeutenden expressiven Werkgruppe, die der Künstler in den Jahren 1912/13 in Paris begann. Morach verbrachte damals den ganzen Winter in der französischen Hauptstadt und nutzte den Aufenthalt, um zahlreiche Kirchen zu besuchen und von deren Inneren Skizzen anzufertigen. Auf ihnen hatte der Künstler die Architektur bereits in ähnliche dynamisch-organische Bewegung versetzt, als handele es sich bei den Säulen um Baumstämme, die sich im Wind wiegen. Neben den Skizzen entstand im Winter 1912/13 auch das Ölgemälde eines Kirchenraumes, der im Gegensatz zu dem unserer Fassung jedoch menschenleer ist und weniger lichtstark wirkt. Gleichwohl lassen sowohl das Gemälde als auch die Skizzen deutlich den Einfluss erkennen, den Robert Delaunays Darstellung von Saint-Séverin in Paris aus dem Jahr 1909 auf Morach gehabt haben muss. Sechs Jahre nach seinem Paris-Aufenthalt wurde Otto Morach Lehrer für freies Gestalten an der Züricher Kunstgewerbeschule. Er nahm an Ausstellungen der neu gegründeten Künstlergruppe „Das Neue Leben“ teil, womit er sich endgültig als eminenter Akteur der zu der Zeit überaus lebendigen Züricher Kunstszene und wichtiger Protagonist der Schweizer Moderne etablierte. Damals griff er auch das Sujet des Kircheninnenraums wieder auf und schuf unser „Bild vom gotischen Dom“. Dafür spitzte Morach die Formensprache und Farbdynamik des Motivs noch einmal zu: Das kühl changierende Grau der Kirchenmauern steht nun in spektakulärem Kontrast zu den abstrakten, uns heute so zeitgenössisch erscheinenden bunten Bleiglasfenstern. Die Gruppe der Geistlichen im Altarraum, die scheinbar aus ihr hervorwachsenden Kerzen, die Form der Fenster und ihr Leuchten: Alles strebt nach oben, wo es im Gewölbe des Kirchenraums kulminiert und zum Ausdruck höchster Modernität und gebündelter spiritueller Kraft wird. ET

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