Lupe Stift

Herbstauktionen 2019

316R

Karl Hartung

Hamburg 1908 – 1967 Berlin

„Stier“. Um 1948

Bronze mit brauner Patina. 33 × 54 × 22 cm. (13 × 21 ¼ × 8 ⅝ in.) Auf der Unterseite mit dem Stempel: HARTUNG. Daneben gestempelt: * N [Nachlass]. Werkverzeichnis: Markus Krause: Karl Hartung 1908–1967. Metamorphosen von Mensch und Natur. Monographie und Werkverzeichnis. München, 1998, Nr. 394. Posthumer Guss. Eines von 6 (plus 1 AP) Exemplaren.  [3482]

ProvenienzPrivatsammlung, Norddeutschland

EUR 25.000 – 35.000
USD 27,500 – 38,500

„Stier“

Auktion 312Donnerstag, den 28. November 2019, 15.00 Uhr

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Ist es ein Klagelaut, der dem aufgerissenen Maul dieses Stiers entfährt? Karl Hartung hat sich über Jahrzehnte in seinen Skulpturen immer wieder mit dem Motiv des Rindes beschäftigt. Für ihn waren Stier und Kuh Sinnbilder einer ursprünglichen, elementaren Lebenskraft, die er mit voluminösen, spannungsvoll abstrahierten Formen zu veranschaulichen suchte. Umso erstaunlicher ist der unruhige, expressive Charakter unserer Plastik. Mit eingeknickten Beinen, den Kopf erhoben, scheint das Tier seine letzten Kräfte zu sammeln, um sich aufzurichten.
Die Darstellung erinnert an Hartungs Zeichnungen aus den Kriegsjahren – surreal anmutende Traumlandschaften, bevölkert mit bizarren Tierwesen, die das ganze Leid ihrer Zeit herauszuschreien scheinen. Karl Hartung schuf unseren Stier um 1948. Der Albtraum des Krieges war da noch nah und sehr lebendig.

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