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Herbstauktionen 2020

Von Beuys bis Liebermann – Ausgewählte Werke

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Otto Möller

Schmiedefeld/Thüringen 1883 – 1964 Berlin

Don Quichote I. 1921

Öl auf Leinwand. 157 × 94 cm. (61 ¾ × 37 in.) Unten rechts signiert: Otto Möller. Retuschen, leichte Randmängel.  [3548] Gerahmt 

ProvenienzPeter Hopf, Berlin / Privatsammlung, Europa

EUR 60.000 – 80.000
USD 70,600 – 94,100

Verkauft für:
81.250 EUR (inkl. Aufgeld)

Don Quichote I

Auktion 324Donnerstag, den 3. Dezember 2020, 18.00 Uhr

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AusstellungAusstellung der Novembergruppe. Berlin, Kunsthandlung und Antiquariat Josef Altmann, 1921, (Faltblatt-) Nr. 14 („Don Quixote“) / Große Berliner Kunstausstellung 1922. Abteilung Novembergruppe. Berlin, Landesausstellungsgebäude am Lehrter Bahnhof, 1922, Kat.-Nr. 1347 (betitelt: Don Quichote II), Abb. 61 / 15 Europäische Kunstausstellung. Tendenzen der zwanziger Jahre. Die Novembergruppe. Teil I: Die Maler. Berlin, Kunstamt Wedding – Walther-Rathenau-Saal und Rathaus Wedding, 1977, Kat.-Nr. 47 (betitelt: Don Quichote I), Abb. S. 7

Literatur und AbbildungHelga Kliemann: Die Novembergruppe. Berlin, Gebr. Mann Verlag, 1969, S. 144 und Abb. 18 / Rudolf Pfefferkorn: Otto Möller. Berlin, Stapp Verlag, 1974, Abb. 31 / Auktion Nr. 138: Sammlung Hopf. Berlin, Villa Grisebach Auktionen, 1.12.2006, Kat.-Nr. 1624, m. Abb

Dieser „Don Quichote“ ist eine ehrgeizige Etüde in der Kunst der kubistischen Komposition: Mögen urbane Strukturen oder Stillleben dem Kubismus schon vom Motiv her nahestehen, ist der Reiter zu Pferde eine fast unlösbare Herausforderung. Wer so etwas wagt, muss etwas vom Systematiker an sich haben.
Die künstlerischen Anfänge Otto Möllers liegen in der Auseinandersetzung mit dem Lehrer Lovis Corinth. Aber schon um 1910 löst sich Möller vom Impressionsmus und erobert die Farbigkeit und Konturenhärte des Fauvismus. Früh wird die systematische Auseinandersetzung des Kunsterziehers mit den Errungenschaften der Pariser Moderne deutlich: Möller wird ein „pictor doctus“, der genau weiß, in welchen Stationen sich die unmittelbar vorangegangene Kunstgeschichte der Avantgarde abgespielt hat. Nach 1918 arbeitete er souverän mit den analytischen Mitteln des Kubismus. Das Œuvre des Malers ist klein. Denn Möller war seinem Beruf nach kein freier Künstler, sondern Kunsterzieher: Hier verwirklichte er die reformerischen Programme der Novembergruppe, der er angehörte. Am preußischen Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht erarbeitete er zusammen mit Ludwig Pallat, Philipp Franck und Bernhard Hasler die Grundzüge der europaweit vorbildlichen künstlerischen Reformpädagogik. Viele Kunsterzieher hat er ausgebildet und sie, als sich nach 1933 der Himmel über den Schulen verfinsterte, in ihrer Integrität zu stärken versucht. Als Hochschullehrer wirkte Möller nach dem Zweiten Weltkrieg an der Hochschule der bildenden Künste in Berlin. CS

* Der Ritter von der traurigen Gestalt als Symbolfigur einer unruhigen Zeit
* Kubistisches Sinnbild in leuchtender Farbigkeit
* Hauptwerk aus Otto Möllers wichtigster Schaffenszeit

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