Lupe Stift

Sommerauktionen 2020

Von Dürer bis Balkenhol – Ausgewählte Werke

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Lesser Ury

Birnbaum/Posen 1861 – 1931 Berlin

„Waterloo Bridge bei Nebel, London“. 1926

Öl auf Leinwand. 50 × 70,2 cm. (19 ⅝ × 27 ⅝ in.) Unten links signiert, bezeichnet und datiert: L. Ury London 1926. Rückseitig das runde Nachlass-Etikett mit der handschriftlichen Nummer in Blau: 94. Werkverzeichnis: Mit einem Gutachten von Dr. Sibylle Groß, Berlin. Das Gemälde wird aufgenommen in das Werkverzeichnis der Gemälde, Pastelle, Gouachen und Aquarelle von Lesser Ury von Dr. Sibylle Groß, Berlin (in Vorbereitung). Kleine Retuschen.  [3350] Gerahmt 

ProvenienzNachlass des Künstlers (Londonbridge im Nebel) / Dr. Hans Lener, Berlin/Tel Aviv (erworben auf der Auktion 1932, bis mindestens 1961) / Privatsammlung, Israel/Großbritannien (bis 1989) / Privatsammlung, Bayern / Galerie Westphal, Berlin (bis 1999) / Privatsammlung, Norddeutschland (1999 bei Galerie Westphal erworben)

EUR 100.000 – 150.000
USD 108,000 – 161,000

Verkauft für:
125.000 EUR (inkl. Aufgeld)

„Waterloo Bridge bei Nebel, London“

Auktion 319Donnerstag, den 9. Juli 2020, 18.00 Uhr

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AusstellungLesser Ury. Neue Bilder aus zwei Weltstädten London – Berlin. Berlin, Kunstkammer Martin Wasservogel, 1926 / Lesser Ury 1861–1931. Commemorative Exhibition. Museum Tel Aviv, Januar 1937, Kat.-Nr. 18 (Fog over the Thames) / Lesser Ury Retrospective. Rishon Le Zion 1951, Kat.-Nr. 18 (Fog over the Thames) / Lesser Ury 1861–1931. Memorial Exhibition commemorating the 100th anniversary of his Birth. Tel Aviv Museum, Helena Rubinstein Pavilion, 1961, Kat.-Nr. 32 (Fog over the Thames)

Literatur und AbbildungDer künstlerische Nachlass von Lesser Ury. Ausstellungs- und Auktionskatalog. Berlin, Paul Cassirer, 13./15. und 21. Oktober 1932, Kat.-Nr. 107 (Nebelstimmung über der Themse) / Preisbericht. Paul Cassirer, Berlin, Nachlass Lesser Ury, in: Die Weltkunst, Jg. 6, Nr. 45, 6.11.1932, S.4. / Auktion 9: Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Berlin, Villa Grisebach Auktionen, 2. Juni 1989, Nr. 60, Abb

London, 1926. Diesiger, feucht-kalter Nebel umhüllt die britische Metropole. Wer kennt sie nicht, diese kalten, nassen und rauen Tage in der lebendigen britischen Hauptstadt? Diese ganz besondere, geheimnisvolle Stimmung, die nur zu gern in englischen Krimis beschrieben wird, fängt Lesser Ury in seinem 1926 entstandenen Gemälde „Waterloo Bridge bei Nebel“ auf imposante Art und Weise ein.
Eine in ihren Umrissen erkennbare Bogenbrücke – die Waterloo Bridge in London – erstreckt sich über den Fluss, bis sie in der rechten Bildhälfte des Werkes vollends im Nebel verschwindet und mit Himmel und Gewässer eins wird. Dem deutschen Maler, fasziniert von atmosphärischen Lichtreflexionen, gelingt es in seinem Werk, die graublaue, in zarten Pastelltönen dargestellte Luft, den leicht aufklarenden Himmel und die sanft hervorkommende, aber feurige Wintersonne zu erfassen, die sich ihren Weg durch das Wolkenmeer bahnt und sich im seichten Wellengang des Flusses widerspiegelt. Ein Lichtblick, ein nicht lang anhaltender Augenblick des Übergangs. Ein neuer Tag bricht an, und auch der Nebel wird sich womöglich bald verziehen.
Der genaue Ort, an dem dieses Werk entstanden ist, ließe sich wohl nur schwer erahnen, hätte der Künstler nebst seiner Signatur und Datierung nicht auch den Ort in der linken unteren Bildecke vermerkt. Lesser Ury, der insbesondere für seine Landschafts- und Großstadtbilder bekannt ist, reiste in den 1920er-Jahren mehrere Male ins Ausland. Besonders Paris und London hatten es ihm angetan und inspirierten ihn in seinem künstlerischen Schaffen nachhaltig. Anders als seine berühmten, eher dunkelfarbigen Gemälde des Großstadttreibens bedient sich der Impressionist bei seinen Landschaftsbildern einer ganz gegensätzlichen Farbpalette. Meisterhaft schafft Ury in seinem Werk „Waterloo Bridge bei Nebel“ ein fulminantes Farbenspiel der Natur, das die Sehnsucht nach der britischen Hauptstadt aufkommen lässt.
SSB

* Meisterhaftes Stimmungsbildnis des deutschen Impressionisten
* Fulminantes Farbenspiel der Natur
* Hommage an die typische Nebelstimmung Londons

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