Lupe Stift

Sommerauktionen 2020

Von Dürer bis Balkenhol – Ausgewählte Werke

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Bernhard Heiliger

Stettin 1915 – 1995 Berlin

„Seraph II“. 1953

Bronze mit brauner Patina, mit Eisenstab auf Steinsockel montiert. 55,6 × 42 × 26 cm. Sockel: 12 × 38 × 25 cm. (21 ⅞ × 16 ½ × 10 ¼ in.. Sockel: 4 ¾ × 15 × 9 ⅞ in.) Rückseitig unten rechts signiert: B. HEILIGER. Dort auch der Gießerstempel: GUSS BARTH BLN. Werkverzeichnis: Wellmann 154. Einer von 8 Bronzegüssen.  [3390]

ProvenienzPrivatsammlung, Österreich

EUR 30.000 – 40.000
USD 32,300 – 43,000

Verkauft für:
42.500 EUR (inkl. Aufgeld)

„Seraph II“

Auktion 319Donnerstag, den 9. Juli 2020, 18.00 Uhr

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AusstellungBernhard Heiliger. New York, Staempfli Gallery, 1961, Kat.-Nr. 6 (Abb.)

„In der ersten Hälfte der fünfziger Jahre bestimmten vorwiegend restfigurative Skulpturen Heiligers Werk. Die ‚Weiblichen Torsi‘, der ‚Seraph I und II‘, die ‚Große Kniende I und II‘ und der ‚Schräge Torso‘ reduzieren neben anderen Bildwerken das Figürliche mehr und mehr auf ein Kernvolumen. Bewußt ist auf alle herausragenden Extremitäten wie Köpfe, Arme und Beine verzichtet. Diese zu kurvig verschliffenen Massen verdichteten Körper-Abbreviaturen geraten in dynamische Bewegung im und gegen den Raum, gleichsam in Form eines Frage- und Antwortspiels. Strukturell verweisen dabei der ‚Seraph I und II‘ auf das Knielaufschema der antiken Reliefplastik, das aus Rhythmus und Gegenrhythmus lebte. Die Reduktion der gestrafften Körper, die pflanzenhaft emporwachsen oder sich vogelhaft emporschwingen, nimmt zu. Und nicht zufällig kommen Assoziationen an die älteren menschlichen Konkretionen eines Hans Arp auf.“ (Siegfried Salzmann, Lothar Romain: Bernhard Heiliger. Propyläen Verlag, Frankfurt a.M./Berlin, 1989, S. 12)

* Meisterwerk der organischen Abstraktion in der deutschen Bildhauerei der 1950er-Jahre
* Reduktion auf das Kernvolumen
* Körper-Abbreviaturen geraten in dynamische Bewegung

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