Lupe

Herbstauktionen 2020

Von Beuys bis Liebermann – Ausgewählte Werke

45

René Magritte

Lessines 1898 – 1967 Brüssel

Éloge de la dialectique. Um 1937

Tuschfeder, stellenweise laviert, auf hellbraunem Papier. 23,8 × 17,7 cm. (9 ⅜ × 7 in.) Unten rechts signiert: Magritte.  [3041] Gerahmt 

ProvenienzPrivatsammlung, Berlin (vor 2002 bei Annely Juda, London, erworben)

Addendum/ErratumWir danken dem Comité Magritte, Brüssel, für die Bestätigung der Authentizität der Zeichnung. Das Zertifikat wird uns in Kürze zugesandt.

EUR 60.000 – 80.000
USD 70,600 – 94,100

Verkauft für:
106.250 EUR (inkl. Aufgeld)

Éloge de la dialectique

Auktion 324Donnerstag, den 3. Dezember 2020, 18.00 Uhr

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Die Zeichnung wird dem Comité d’Authentification des œuvres de René Magritte, Brüssel, in seiner nächsten Sitzung am 25. November 2020 im Original vorgestellt.

AusstellungSurrealist drawings. London, Annely Juda Fine Art, 1969

René Magritte hat zu Recht gesagt, dass illustrierende Bild-titel unnötig sind, weil sie nur das wiederholen, was wir ohnehin sehen. Er hat sie meist assoziativ, auch mithilfe von Freunden, gefunden und dann gespürt, wenn sie für ihn passten.
Dies gilt für die Federzeichnung „Éloge de la dialectique“, deren Titel auch für das Gesamtwerk des Künstlers stehen könnte, das sich wie ein weit verzweigtes „Lob der Dialektik“ ausnimmt. Das Haus im Haus könnte eine Bühnenkonstruktion sein, weil anderes nach unserer Erfahrung ja nicht möglich ist. Vielleicht aber steckt auch das große Haus, durch dessen Fenster wir blicken, in einem weiteren, noch größeren Haus. Das Spiel mit absurden Größenverhältnissen ist ein weiteres Merkmal der Bilderwelt Magrittes. Wir sind permanent erstaunt, alltägliche Dinge in ungewohnten Konstellationen wiederzutreffen.
Magritte konterkariert mit seiner nüchtern-glatten Malweise den Glauben an die Objektivität des Bildes und damit gleichzeitig den Glauben an die Objektivität von Wahrnehmung. Das Mysterium könnte sein, dass wir seine Visualisierungen als poetische Fundstücke betrachten und unser Erstaunen als Glück empfinden, das sich nicht erklären muss durch die Frage, ob all dies sein kann, darf oder soll. MS

* Spiel mit verdrehten Größenverhältnissen als Merkmal der Bilderwelt Magrittes
* Das Gemälde mit demselben Bildthema befindet sich in der National Gallery of Victoria, Melbourne

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