Lupe

Herbstauktionen 2020

Kunst des 19. Jahrhunderts

179

Angilbert Göbel

1821 – Frankfurt a.M. – 1882

„Bacchantin“. 1862

Öl auf Leinwand. 45 × 37,5 cm. (17 ¾ × 14 ¾ in.) In der Mitte rechts signiert und datiert: A. Göbel 62. Auf dem Keilrahmen oben zwei Aufkleber zu den Sammlungen Umpfenbach und Schöndube. Werkverzeichnis: Eichenauer 94.  [3545] Gerahmt 

ProvenienzAnton Umpfenbach, Frankfurt a.M. (bis 1892) / Philipp Rumpf, Frankfurt a.M. (bis 1896) / Wilhelm Schöndube, Frankfurt a.M / Privatsammlung, Hessen (zeitweise als Leihgabe im Museum Kronberger Malerkolonie, Kronberg i. Ts.)

EUR 7.000 – 9.000
USD 8,240 – 10,590

„Bacchantin“

Auktion 322Mittwoch, den 2. Dezember 2020, 15.00 Uhr

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AusstellungMittelrheinische Malerei 1800–1900. Wiesbaden, Nassauisches Landesmuseum, 1939, Kat.-Nr. 137

Literatur und AbbildungVersteigerungskatalog: Catalog der zum Nachlasse des Herrn Anton Emil Umpfenbach gehörenden Ölgemälde, Aquarelle und Pastellgemälde meist Frankfurter Meister sowie einer Anzahl von Antiquitäten [...]. [Frankfurt, Kunsthandlung F.A.C. Prestel], 23.11.1892, Kat.-Nr. 18 / Versteigerungskatalog: Catalog über den künstlerischen Nachlass des zu Frankfurt a.M. verstorbenen Kunstmalers Prof. Phil. Rumpf, bestehend aus Aquarellen, Oelgemälden, Studien und Skizzen. [Frankfurt, Kunsthandlung F.A.C. Prestel], 29.11.1897, Kat.-Nr. 300 / Versteigerungskatalog: Sammlung Schloss B. in Oberhessen, Frankfurter Adels- und Patrizierbesitz, Frankfurter Nachlässe und anderer Privatbesitz. Frankfurt a.M., Hugo Helbing, 22.-24.5.1933, Kat.-Nr. 50 / Hans-Joachim Ziemke (Bearb.): Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt am Main. Die Gemälde des 19. Jahrhunderts. 2. Bde. Frankfurt a.M., Verlag G. Schulte-Bulmke, 1972, hier Textband S. 123 / August Wiederspahn: Die Kronberger Malerkolonie. Ein Beitrag zur Frankfurter Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts. Hrsg. v. Helmut Bode. Frankfurt a.M., 2., erweit. Aufl. 1976, S. 477, und 3., wesentl. erweit. Aufl. 1982, S. 690

Die hier als Bachantin dargestellte jugendliche Schönheit ist das bekannte Frankfurter Malermodell, die „rote Marie“, die auch in Victor Müllers „Salome“ der Nationalgalerie ihren Auftritt hat. Angilbert Göbel gehörte zu jenem Kreis von Frankfurter Künstlern, für die der mehrmonatige Aufenthalt von Gustav Courbet 1859 in der Stadt am Main zum entscheidenden künstlerischen Erlebnis wurde. Wie tief beeindruckt Göbel von Courbet war, zeigt am eindrücklichsten sein Bild „Arme Leute“ im Städel Museum. Die enge Verbindung von Courbet mit seinen jüngeren Frankfurtern Kollegen ist auch dadurch belegt, dass er am Ende seines Aufenthalts eine Ateliergemeinschaft mit Victor Müller und Angilbert Göbel im Kettenhofweg 44, im Frankfurter Westend hatte. MM

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