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Herbstauktionen 2020

Von Beuys bis Liebermann – Ausgewählte Werke

14

Albert Birkle

Berlin 1900 – 1986 Salzburg

Kreuztragung (Friedrichstraße). 1924

Öl auf Leinwand. 97 × 217 cm. (38 ¼ × 85 ⅜ in.) Unten rechts vom Künstler 1982 signiert und datiert: A Birkle 1924. Kleine Retuschen.  [3548] Gerahmt 

ProvenienzPeter Hopf, Berlin / Privatsammlung, Europa

Addendum/ErratumDas Gemälde wird aufgenommen in das erweiterte Werkverzeichnis der Gemälde Albert Birkles von Viktor Pontzen, Archiv Albert Birkle, Salzburg (in Vorbereitung).
Provenienz: Besitz des Künstlers (bis 1982) / Peter Hopf, Berlin / Privatsammlung, Europa

EUR 100.000 – 150.000
USD 118,000 – 176,000

Verkauft für:
275.000 EUR (inkl. Aufgeld)

Kreuztragung (Friedrichstraße)

Auktion 324Donnerstag, den 3. Dezember 2020, 18.00 Uhr

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Wir danken Viktor Pontzen, Salzburg, für freundliche Hinweise.

AusstellungDie Stadt in den zwanziger Jahren. Berlin, Galerie Bodo Niemann, 1984, Abb. / Der Potsdamer Platz. Ernst Ludwig Kirchner und der Untergang Preußens. Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, Neue Nationalgalerie, 2001 (außer Katalog) / Aftermath. Art in the Wake of World War One. London, Tate Britain, 2018, Kat.-Nr. 64, Abb. S. 87

Literatur und AbbildungSylvia Kraker: Albert Birkle 1900–1986. Innsbruck, Universität, Diss. phil., 1992, Kat.-Nr. 647 / Auktion Nr. 138: Sammlung Hopf. Berlin, Villa Grisebach
Auktionen, 1.12.2006, Kat. Nr. 1636, m. Abb

Entweder sie beachten ihn nicht oder sie spotten, feixen, lachen ihn aus. Es ist kein fröhliches Bild, das der Maler Albert Birkle hier von dem Geschehen auf der Friedrichstraße in seiner Heimatstadt Berlin entwirft. Die Passanten und der, der das Kreuz auf sich genommen hat, sie wollen einfach nicht so recht zusammenpassen.
Birkle, der sich in späteren Jahren zeitweilig fast ausschließlich christlichen Motiven verschrieb und, unter anderem in Salzburg, Graz, Konstanz und Washington D.C., in Kirchen farblich stark expressive Glasfenster gestaltete, bietet uns in diesem Meisterwerk der gesellschaftskritischen Neuen Sachlichkeit die Zwanzigerjahre dar, wie auch George Grosz oder Otto Dix sie sahen. Nicht als die wilden Roaring Twenties, sondern als Schau- und Tummelplatz für männliche und weibliche Typen hart an der Grenze zur Karikatur.
Dabei erweist sich Birkle Grosz näher als Dix, von dem man manchmal den Eindruck gewinnen kann, er habe die Rolle des unbestechlichen Beobachters dem Leiden am Zustand der Menschheit vorgezogen. Der vom Kreuz Gebeugte trägt unverkennbar die Züge eines Selbstbildnisses. Malerisch in seiner psychologischen Präzision von außerordentlicher Qualität und Schärfe, zählt dieses in einem auffallenden Querformat gehaltene Gemälde zweifellos zu den Hauptwerken im Schaffen von Albert Birkle. UC

* Gemälde von außerordentlicher Qualität und psychologischer Präzision
* Exemplarische Arbeit der gesellschaftskritischen Neuen Sachlichkeit der Zwanzigerjahre

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