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Herbstauktionen 2020

Von Beuys bis Liebermann – Ausgewählte Werke

36

Emil Nolde

Nolde 1867 – 1956 Seebüll

„Dschunken im Gelben Meer““. 1913

Aquarell und Tuschpinsel auf Japanbütten. 28 × 22,9 cm. (11 × 9 in.) Unten links mit Bleistift signiert: Nolde. Mit einer Expertise von Prof. Dr. Manfred Reuther, Klockries, vom 19. Oktober 2020.  [3708] Gerahmt 

ProvenienzWerner Stockhausen, Krefeld / Privatsammlung, Krefeld / Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen

EUR 40.000 – 60.000
USD 47,100 – 70,600

Verkauft für:
100.000 EUR (inkl. Aufgeld)

„Dschunken im Gelben Meer““

Auktion 324Donnerstag, den 3. Dezember 2020, 18.00 Uhr

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AusstellungMalen – naß in naß. Aquarelle von Emil Nolde bis Otto Dix. Düsseldorf, Galerie Remmert und Barth, 2014/15, Kat.-Nr. 56, Abb. S. 85

Anfang Oktober 1913 brach Emil Nolde gemeinsam mit seiner Frau Ada zu einer fast einjährigen Reise in die Südsee auf. Lebhaft erinnert sich der Maler an die ersten Motive seiner großen Reise, die unzähligen „Dschunken mit weißen oder farbigen hohen, herrlichen Segeln. Dies alles war meine Lust, mein Element, dies Leben und Treiben auf dem Wasser mit den langen Spiegelungen der Segel, sei es von einzelnen Booten oder von reizvollen Gruppen“ (Emil Nolde: Welt und Heimat. Köln 1965, 2. Aufl., S. 47).
Unser Aquarell ist Anfang November 1913 in China wohl während der Überfahrt von Japan entstanden. Ruhig segeln die zwei Boote über das Meer. Das größere hat der Künstler prominent zentral platziert, das kleine nach hinten links versetzt. In Bewegung gerät die idyllische Szene erst durch Noldes freie, gestische Malerei: Auf die ockerfarbene Wasserfläche hat er souverän dunkelbraune Aquarell- und schwarze Tuschfarbe gesetzt, die Spiegelungen und Wellen andeuten, und auch das Weiß des unbemalt gebliebenen Papiers im Vordergrund geschickt als schillernden Sonnenreflex genutzt.
Der graue Himmel lässt eine aufziehende Regenfront erahnen. Die Horizontlinie weist links eine auffällige schwarze Struktur auf, die man wohl als Dampfschiff interpretieren darf. Nolde, der seine Bildmotive sonst eher summarisch behandelte, liebte es, in seiner Aquarellmalerei solch filigrane Details noch mit dem Tuschpinsel einzufügen. AF

* Exemplarisches Werk aus einer wegweisenden Schaffensphase des Malers
* In dieser Qualität seltenes, farbfrisches Aquarell von Noldes China-Aufenthalt im November 1913
* Eindrucksvolles Zeugnis der Begeisterung Noldes für fremde Länder und Kulturen

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