Lupe

Herbstauktionen 2020

Von Beuys bis Liebermann – Ausgewählte Werke

15

Arnulf Rainer

Baden bei Wien 1929 – lebt in Enzenkirchen und auf Teneriffa

Ohne Titel (Rotes Bild). 1959

Mischtechnik auf Leinwand. 72,5 × 56,5 cm. (28 ½ × 22 ¼ in.) Unten rechts signiert und datiert: Rainer 59.  [3601] Gerahmt 

ProvenienzPrivatsammlung, Berlin (Anfang der 1970er-Jahre vom Künstler erworben)

EUR 130.000 – 160.000
USD 153,000 – 188,000

Ohne Titel (Rotes Bild)

Auktion 324Donnerstag, den 3. Dezember 2020, 18.00 Uhr

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AusstellungDer unverbrauchte Blick. Kunst unserer Zeit in Berliner Sicht. Berlin, Martin-Gropius-Bau, 1987 (laut rückseitigem Etikett)

Vereint gestische Dynamik mit differenziertem Kolorit Gemälde in Rot von Arnulf Rainer sind sehr selten auf dem Kunstmarkt Wichtiges frühes Gemälde von Museumsqualität Unser Gemälde von Arnulf Rainer stammt aus der wohl wichtigsten Schaffensphase des 1929 in Baden bei Wien geborenen Künstlers. Zunächst vom Surrealismus beeinflusst, fand der Maler im Lauf der Fünfzigerjahre zu seinem unverwechselbaren Stil: Inspiriert vom internationalen Informel jener Zeit, entwickelte er seine berühmten „Übermalungen“. Unser Bild von 1959 steht exemplarisch für diesen Übergang, bei dem Rainer sukzessive alles Gegenständliche aus seinen Werken löschte, um an dessen Stelle den absolut gesetzten, dominanten gestischen Malduktus treten zu lassen. Diese Dominanz der abstrakt-expressiven Geste gilt auch für das Kolorit der Gemälde aus diesen Jahren. Schwarz und – wie in diesem Fall – Rot sind seine bevorzugten Farb-töne. Die von diesen beiden Farben ausgehende Signalwirkung erlangt in Gemälden wie unserem metaphorische Kraft: Etwas noch nicht Dagewesenes entsteht, Grenzen werden überschritten, neue gedankliche Linien gezogen, hinter die es kein Zurück mehr gibt. Im Jahr 1961 verurteilte ein Gericht in Wolfsburg Rainer noch wegen Zerstörung eines Kunstwerkes zu einer Geldstrafe, weil er während der Eröffnung einer Ausstellung im Rathaus in einer Guerilla-Aktion die preisgekrönte Grafik der Künstlerin Helga Pape übermalt hatte. Seitdem hat Rainer dreimal an der Documenta in Kassel teilgenommen, wurde zu den Biennalen von São Paolo und Venedig eingeladen und ist mit seinen Arbeiten in den prominentesten europäischen und amerikanischen Sammlungen vertreten, etwa in der Tate Gallery in London, im Museum of Modern Art in New York und in der Pinakothek der Moderne in München, wo ihm seit 2009 ein eigener Raum gewidmet ist. UC

* Vereint gestische Dynamik mit differenziertem Kolorit
* Gemälde in Rot von Arnulf Rainer sind sehr selten auf dem Kunstmarkt
* Wichtiges frühes Gemälde von Museumsqualität

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