Lupe Stift

Sommerauktionen 2020

Moderne Kunst

181

Heinrich Hoerle

1895 – Köln – 1936

„Die Krüppelmappe“. 1920

Original-Halbleinenmappe mit 12 Lithografien und 1 lithografierten Deckblatt, jeweils auf gelblichem Papier. Blattgröße jeweils 59,2 × 46 cm. (23 ¼ × 18 ⅛ in.) Jeweils signiert. Werkverzeichnis: Backes IV.17. Selten. Köln, Selbstverlag des Künstlers, 1920.  [3171]

EUR 10.000 – 15.000
USD 10,800 – 16,100

„Die Krüppelmappe“

Auktion 320Freitag, den 10. Juli 2020, 14.00 Uhr

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Einer der bedeutendsten sozialkritischen druckgrafischen Zyklen der 1920er-Jahre. Heinrich Hoerle war von 1916 bis 1918 Soldat gewesen, kannte also den Krieg aus eigenem Erleben. Doch für seine aufmerksame Bestandsaufnahme des Nachkriegselends hätte es des „Fronterlebnisses” nicht bedurft, bevölkerten die Kriegsversehrten doch in großer Zahl die Straßen und zeigten so die sozialen Verwerfungen, die mit dem Wechsel von der Monarchie zur Republik nicht beseitigt worden waren. Hoerle wollte unmittelbar wirken mit seinen Lithografien, und er tat es mit einem Mitgefühl, das seine dargestellten Krüppel auch als seelisch Versehrte ernst nahm. Dadurch haben diese Arbeiten trotz des auf das Soziale gerichteten Inhalts so wenig Propagandistisches. Wir erleben den Künstler hier in einem Augenblick seiner Entwicklung, bevor er mit abstrahiert-standardisierten Figurenbildern die gesellschaftliche Analyse auf Kosten des individuellen Ausdrucks betrieb.

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