Lupe

Herbstauktionen 2020

Von Beuys bis Liebermann – Ausgewählte Werke

2N

Marlene Dumas und Bert Boogaard

Kapstadt 1953 - lebt in Amsterdam bzw. Amsterdam 1952 – lebt in Amsterdam

„Catsuit – after William Morris“. 1999

Acryl und Aquarell auf Papier. 125 × 70,2 cm. (49 ¼ × 27 ⅝ in.) Unten links mit Bleistift signiert und bezeichnet: M Dumas – woman dress – Bert Boogaard. Unten rechts betitelt und datiert: Catsuit – after William Morris, 1999.  [3519] Gerahmt 

ProvenienzThe Blake Byrne Collection, Paris/Los Angeles

EUR 100.000 – 150.000
USD 118,000 – 176,000

„Catsuit – after William Morris“

Auktion 324Donnerstag, den 3. Dezember 2020, 18.00 Uhr

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AusstellungBert Boogaard/Marlene Dumas. Amsterdam, Galerie Paul Andriesse, 2002

Literatur und AbbildungMarlene Dumas. Wet Dreams. Ravensburg, Städtische Galerie, 2003, Abb. S. 100/101 / Ev.-luth. Annen- Matthäus-Kirchengemeinde (Hg.): Marlene Dumas. Ein Altarbild für die Annenkirche in Dresden. Köln, Verlag der Buchhandlung König, 2017, S. 21

Blake Byrne – Kunstliebhaber und Pionier des amerikanischen Fernsehens – trug in den letzten Jahren seines Lebens eine beeindruckend internationale Sammlung zeitgenössischer Kunst zusammen. „Catsuit – after William Morris“ stellt das Pendant zu „Victoria“ (Los 7) der südafrikanischen Künstlerin Marlene Dumas in Zusammenarbeit mit dem Niederländer Bert Boogaard dar. In den beiden Werken verbinden sich zwei unabhängige künstlerische Welten: Einerseits Boogaards ornamentale Farbformen in Acryl, die er mit aufwendigen Schablonen konstruiert; andererseits die beinahe transparent monochromen Akt-Figuren von Dumas in Aquarell. Die Übermalungen Boogaards erweitern die zarten Figuren von Dumas um eine angedeutete Stofflichkeit, beinahe als würden sie sie ankleiden. Das Zusammenspiel der beiden Elemente erzeugt zwei dynamische weibliche Figuren.
Bekannt für Ihre künstlerische Zusammenarbeit wurden Dumas und Boogaard auch durch Ihr hochpolitisches und aufsehenerregendes Kunstwerk für den Altar der 2017 nach langer Renovierung eingeweihten Annenkirche in Dresden. Mutig hinterfragen die Künstler in ihrem Altarbild fundamentale Fragen des Glaubens einerseits und andererseits, welche Rolle Bilder dabei spielen – auf eine zeitgenössische Art und Weise: Es zeigt unter anderem einen schwarzen Jesus, in der Haltung des Gekreuzigten, aber befreit vom Kreuz, beinahe schwebend, wie der Auferstandene. Die Künstler deuten somit Symbole und Farben um, ohne die Religiösität per se in Frage zu stellen.
Damit spannt die Arbeit einen Bogen zur persönlichen Biografie von Dumas, die selbst in der Niederländisch-reformierten Kirche Südafrikas getauft wurde und unweigerlich mit der Rolle der Kirche in der Apartheit konfrontiert war. SJ

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