Lupe Stift

Sommerauktionen 2020

Von Dürer bis Balkenhol – Ausgewählte Werke

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Sigmar Polke

Oels 1941 – 2010 Köln

Ohne Titel. 1993

Dispersion und Acryl auf gemustertem Stoff. 90,5 × 70 cm. (35 ⅝ × 27 ½ in.) Rückseitig in Schwarz signiert und datiert: S. Polke 93.  [2082] Gerahmt 

ProvenienzGalerie Erhard Klein, Bonn (1993) / Galerie Maximilian Krips, Köln (1994) / Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen

EUR 300.000 – 400.000
USD 323,000 – 430,000

Verkauft für:
400.000 EUR (inkl. Aufgeld)

Ohne Titel

Auktion 319Donnerstag, den 9. Juli 2020, 18.00 Uhr

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Wir danken Michael Trier, Köln, für hilfreiche Informationen.

AusstellungSigmar Polke. Bilder. Bonn, Galerie Erhard Klein, 1993

Wir sehen ein Motiv, das eine dynamische Figur sein könnte oder eine zufällig entstandene Gestalt. Es bleibt am Rande der Lesbarkeit, die Andeutungen bleiben vage, die Fährten führen ins Leere. Verschiedene Ebenen überlagern sich, und auch hier ist schwer zu sagen, was Vorder- oder Hintergrund sein will. Es erscheint sogar unmöglich, alle Elemente gleichzeitig zu betrachten. Da ist einerseits diese Kontur, ein Rätselwesen, wie beim Bleigießen. Dann das schwarz-weiße Druckraster, das in seiner nachrichtenhaften Dringlichkeit letzlich doch nur höchst Unklares zu vermeiden hat, und der Stoff als Bildträger, der als dezentes Muster regelmäßige Punkte in zurückhaltenden Farben aufweist, aber hier unweigerlich in die Familie der Polke-Punkte hineingezogen wird. Diese „Polke-Punkte“, ein vom Künstler geprägter Begriff, entwickelten sich in diesem Bild zu einer alternativen, abstrakten Realität.
„Sie können es mir glauben oder nicht, aber ich sehe die Umwelt wirklich gepunktet. Ich liebe alle Punkte. Mit vielen Punkten bin ich verheiratet. Ich möchte, dass alle Punkte glücklich sind. Die Punkte sind meine Brüder. Ich bin auch ein Punkt“ (zit. nach: Ausst.-Kat. polke/richter. richter/polke. Hannover, galerie h, 1966).
Der Titel der Ausstellung, in der dieses Werk von Sigmar Polke im Jahr 1993 erstmals ausgestellt war, ist kein Zufall. Der Künstler nannte seine Einzelschau bei Erhard Klein einfach: „Bilder“. Der alles und nichts sagende Begriff, den er für die Ausstellung wählte, grenzt an Aussageverweigerung. Und trifft damit ins schelmische Herz des Universums von Sigmar Polke: Nie Entweder-oder, sondern immer Sowohl-als-auch.
Silke Hohmann

* „Polke-Punkte“ entwickeln sich zu einer alternativen abstrakten Realität
* Internationale Museumsqualität
* Hochkarätige Provenienz

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