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Ausgewählte Werke

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Otto Dix

Gera-Untermhaus 1891 – 1969 Singen

„Gelände“. 1917

Gouache über Bleistift auf braunem Papier. 41,3 × 38,8 cm. (16 ¼ × 15 ¼ in.) Unten rechts signiert: DIX. Rückseitig oben links mit Bleistift betitelt: Gelände. Werkverzeichnis: Nicht bei Pfäffle (vgl. Pfäffle G 1917/31). Die Gouache ist registriert im Archiv der Otto-Dix-Stiftung Vaduz unter der Nachtragsnummer G 1917/40, Ypern. Kleine Retuschen.  [3569] Gerahmt 

ProvenienzPrivatsammlung, Hessen (erworben 1918 im Nassauischen Kunstverein, Wiesbaden, seitdem in Familienbesitz)

EUR 100.000 – 150.000
USD 119,000 – 179,000

Verkauft für:
168.750 EUR (inkl. Aufgeld)

„Gelände“

Auktion 330Donnerstag, den 10. Juni 2021, 18.00 Uhr

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AusstellungSammlung Rudolf Busch, Mainz. Kupferstiche, Radierungen von Dürer, Rembrandt u.a. Kollektion Hans Völcker. Wiesbaden, Nassauischer Kunstverein, Wiesbadener Gesellschaft für bildende Kunst, im Neuen Museum, 1918, Kat.-Nr. 141 („Gelände bei Ypern, Aquarell“)

Berührendes Antikriegsbild mit den Mitteln der Landschaftsmalerei Kompositorisch und malerisch herausragende Gouache Seit 1918 erstmals auf dem Kunstmarkt Der Titel dieser Gouache zeigt auf erschütternde Weise, wie Dix die Grabenschlachten des Ersten Weltkrieges erlebte. Was wir vor uns sehen, ist keine Landschaft mehr, es sind vielmehr die Trümmer einer Landschaft. Übrig bleibt ein „Gelände“, ein Schauplatz des Krieges in der Nähe der belgischen Stadt Ypern. Dix türmt Landschaftsausschnitte neben- und übereinander: einzelne Häuser, Baumgruppen, einen Teich, ein Stück Himmel in kubistischer Brechung. Es ist der gehetzte Blick eines Soldaten, der den nächsten Angriff erwartet. Die Landschaft ist von Schützengräben und Granattrichtern zerfetzt. So ist es nur folgerichtig, wenn wir manche Details nicht mehr deuten können, da wir gar nicht mehr erkennen, was das Dargestellte wiedergeben soll. Dix versucht in diesem Werk, das erlebte Grauen zu bannen und künstlerisch zu nutzen. Er montiert die Landschaftsausschnitte zu einer Collage und verknüpft die Ausschnitte mit annähernd abstrakten Formen. Malerische und grafische Elemente stehen nebeneinander und verdichten die Komposition. Im Kontrast hierzu stehen die Ränder des Blattes, an denen sich die Malerei verflüchtigt wie eine spukhafte Erinnerung. Ohne formelhafte Versatzstücke und ohne groteske Überzeichnung, mit deren Hilfe Dix spätere Arbeiten schnell und eindeutig lesbar macht und eine klare Haltung zum Abgebildeten bezieht, ist unsere Gouache ein Zeugnis der Selbstvergewisserung. Es ist ein privates und gleichzeitig kühnes Bild, das weit über seine Entstehungszeit hinausweist. Auf dem Bild dominieren erdige Töne, die größte zusammenhängende Farbfläche bildet der tiefblaue Himmel. Dies lässt sich als tröstliche Gewissheit lesen: Die Schönheit des Himmels mit seinen Wolkenformationen kann kein Krieg zerstören. Die außerordentliche Arbeit „Gelände“ war seit ihrer Erwerbung 1918 in Familienbesitz und kommt nun erstmalig auf den Kunstmarkt. OH

• Berührendes Antikriegsbild mit den Mitteln der Landschaftsmalerei
• Kompositorisch und malerisch herausragende Gouache
• Seit 1918 erstmals auf dem Kunstmarkt

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