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Ausgewählte Werke

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Alfred Kubin

Leitmeritz 1877 – 1959 Zwickledt

Krake am Fels. Um 1906

Tempera auf festem Papier. 25,3 × 36,4 cm. (10 × 14 ⅜ in.) Unten rechts signiert: AKubin.  [3086] Gerahmt 

ProvenienzFriedrich Otto Hasse, Bremen (seitdem in Familienbesitz)

EUR 30.000 – 50.000
USD 34,900 – 58,100

Verkauft für:
90.000 EUR (inkl. Aufgeld)

Krake am Fels

Auktion 336Donnerstag, den 2. Dezember 2021, 18.00 Uhr

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Friedrich Otto Hasse (1886–1964) trat 1911 in die Bremer Chocolade-Fabrik Hachez ein, für die er 1924 die berühmten „Braunen Blätter“ erfand, die bis heute Markenzeichen der Firma sind. Er galt als sachkundiger Kunstsammler und besaß Gemälde von Georges Braque, James Ensor und Oskar Kokoschka.

Ein Krake sitzt auf einem Felsen im Meer, seine Fangarme umschlingen den Stein in einer Mischung aus Liebkosung und tödlicher Umarmung. Wenn es Bilder menschlicher Urängste gibt, dann ist dieses eines davon. Schon im frühen Mittelalter gehörte das Seeungeheuer „Kraken“, das Schiffe angreift, um sie mitsamt deren Besatzungen in die Tiefe zu ziehen, zum festen Bestandteil der nordischen Mythologie.
Noch Jahrhunderte später findet sich das Motiv in Romanen wie Jules Vernes’ „20.000 Meilen unter dem Meer“ wieder. Alfred Kubin, Meister des Absurden und einer der Wegbereiter des Surrealismus, wusste natürlich um diese Tradition, und er besaß ein untrügliches Gespür dafür, in seinen Bildern Szenarien der unterschwelligen Bedrohung heraufzubeschwören.
1909 hatte Alfred Kubin zusammen mit Künstlern der Avantgarde wie Wassily Kandinsky, Marianne von Werefkin, Gabriele Münter, Alexej von Jawlensky und Karl Hofer die Neue Künstlervereinigung München gegründet. Aus dieser sollte später der Blaue Reiter hervorgehen – Kubin war an dessen zweiter, ausschließlich grafischen Arbeiten gewidmeten Ausstellung beteiligt. Auch in den folgenden Jahren tat sich Kubin vor allem als Buchillustrator und Autor des fantastischen Romans „Die andere Seite“ hervor.
Eine Tempera-Arbeit wie das um 1906 entstandene Bild „Krake am Fels“ ist daher in seinem Gesamtwerk ausgesprochen selten – allerdings markierte dabei gerade das Jahr 1906 in Kubins Schaffen eine Ausnahme. In diesem Jahr fertigte er eine ganze Reihe von Pinselzeichnungen in Gouache auf Papier an, die im Übrigen auch alle ähnliche Formate wie „Krake am Fels“ aufweisen. Vier davon, „Gewitter“, „Tiefsee“, „Die Ahnung“ und „Verpuppte Welt“, zählen seit langem zur Sammlung des Lenbachhauses in München“.
UC

• Alfred Kubin war einer der Wegbereiter des Surrealismus
• Seltene Papierarbeit des Künstlers mit
• Gemäldecharakter
• Spielt virtuos mit der Beschwörung menschlicher Urängste

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