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Herbstauktionen 2020

Von Beuys bis Liebermann – Ausgewählte Werke

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Max Liebermann

1847 – Berlin – 1935

„Die Blumenterrasse im Wannseegarten nach Nordosten“. 1923

Öl auf Leinwand. 65 × 82 cm. (25 ⅝ × 32 ¼ in.) Unten rechts signiert und datiert: M Liebermann 1923. Werkverzeichnis: Eberle 1923/33.  [3074] Gerahmt 

ProvenienzGalerie Paul Cassirer, Berlin (am 5.7.1923 vom Künstler erworben; PC-Nr. 4919) / Galerie Paul Cassirer, Amsterdam (am 20.7.1923 von Paul Cassirer, Berlin, erworben) / Galerie Caspari, München / Galerie Arnold, Dresden / Kunsthandlung Max Sinz, Dresden / Galerie Paul Cassirer, Amsterdam (1927) / Gemäldegalerie Hermann Abels, Köln (1930) / Galerie Dr. Hans Rudolph, Hamburg (Auktion 1950) / Galerie Dr. Bühler, München (wohl 1985 bei Sotheby’s erworben, mind. bis 1986) / Privatsammlung, Süddeutschland (im Kunsthaus Bühler, Stuttgart, erworben)

EUR 300.000 – 400.000
USD 353,000 – 471,000

„Die Blumenterrasse im Wannseegarten nach Nordosten“

Auktion 324Donnerstag, den 3. Dezember 2020, 18.00 Uhr

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Wir danken Petra Cordioli, Paul-Cassirer-Archiv, Zürich, und Margreet Nouwen, Berlin, für Hinweise zu Provenienz und Literatur.

AusstellungMeisterwerke deutscher Kunst. Köln, Gemäldegalerie Hermann Abels, 1930, Abb. / Von Corot bis Kirchner. München, Galerie Dr. Bühler, 1986, m. Abb. / Malerei & Plastik 19.–21. Jahrhundert. Stuttgart, Kunsthaus Bühler, 2007, Abb. S. 66 / TEFAF, Maastricht, 2008 (Kunsthaus Bühler, Stuttgart) / Der deutsche Impressionismus. Bielefeld, Kunsthalle, 2009/10, Abb. S. 117 / Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt. Köln, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, und Houston, Texas, The Museum of Fine Arts, 2010, Kat.-Nr. 29, m. Abb

Literatur und AbbildungWolfgang Schumann (Geleitwort): Liebermann-Mappe. München, Kunstwart-Verlag Georg D. W. Callwey, o. J. (1925), m. Farbtafel („Blumenbeete im Park [Gemälde, 1923]“) / Kunstwart, 38. Jg., H. 6, März 1925, S. 261 („Blaue Beete“), m. Farbtafel / Versteigerungskatalog: Hamburg, Galerie Dr. Hans Rudolph, 28./29.9.1950, Kat.-Nr. 237 / Versteigerungskatalog: Nineteenth Century European Paintings and Drawings. London, Sotheby’s, 18.6.1985, Kat.-Nr. 101, m. Abb. / Günter Busch: Max Liebermann, Maler, Zeichner, Graphiker. Frankfurt a.M., S. Fischer Verlag, 1986, S. 123, Abb. 110, und S. 242, Abb. 213 / Holly Prentiss Richardson: Landscape in the Work of Max Liebermann. Phil. Diss., 3 Bände. Ann Arbor, Brown University, 1991, hier Bd. II, S. 243, Nr. 701

Max Liebermann „malte wieder den ganzen Sommer, und immer nur in seinem Garten. Immer andere Blumen werden gepflanzt, die verschiedenen Winkel der Gärten vor und hinter dem Hause geben die verschiedenartigsten Bildmotive“, heißt es in einem Bericht vom Besuch im Garten des Künstlers (Albert Lamm: Vor neuen Bildern Max Liebermanns, in: Kunst und Künstler, Jg. 27 (1929), H. 6, S. 215). Gemeinsam mit seiner Tochter Käthe und dem Direktor der Hamburger Kunsthalle Alfred Lichtwark hatte sich Max Liebermann am Großen Wannsee ein facettenreiches Gartenparadies geschaffen: Während sich auf der straßenseitig gelegenen Hälfte ein Blumen- und Nutzgarten befand, wurden auf der zum Wannsee gelegenen Seite Blumenterrassen, eine raffinierte Heckenbepflanzung und ein Birkenwäldchen angelegt.
Unser mit größter malerischer Leichtigkeit gestaltetes Gemälde zeigt die zum See gelegene Blumenterrasse nach Nordosten – eine Fläche, die die Familie während des Ersten Weltkriegs zeitweilig zum Kohlanbau genutzt hatte. Nun im Sommer 1923 zeigt sich hier eine grüne Oase: In der Mitte einer von gelben Blumen gerahmten Rasenfläche leuchten zwei quadratische Zierbeete mit blauen Blüten. „Blau im Garten ist das malerisch Interessanteste und nirgends ist die Hintergrund- und Nachbarschaftsfrage so bedeutsam“, hatte Liebermann den visuellen Reiz der Farbe beschrieben (zit. nach: Jenns Eric Howoldt und Uwe M. Schneede (Hg.): Im Garten von Max Liebermann, Ausst.-Kat. Hamburger Kunsthalle; Alte Nationalgalerie Berlin, Berlin 2004, S. 63). Im Hintergrund der impressionistischen Gartenvedute deuten sich große Pflanzkübel mit Agapanthen und die Bäume des Heckengartens an. GK

* Die bildgewordene, malerische Leichtigkeit des Impressionismus
* Bedeutendes Gemälde aus der Reihe der berühmten Wannseegarten-Bilder
* Weitere Gemälde mit diesem Thema befinden sich in zahlreichen Museen weltweit

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