Lupe Stift

Herbstauktionen 2019

327

Hans Bauer

Um 1900 nachweisbar in Fürstenfeldbruck

Triceratops. Um 1900

Keramik, glasiert. 27 × 67 × 15 cm. (10 ⅝ × 26 ⅜ × 5 ⅞ in.) [3281]

ProvenienzPrivatsammlung, Bayern (wohl aus dem Nachlass des späteren Oberbürgermeisters von Landshut, Gustav Gehring (1854–1892), Initiator der dortigen Keramikschule)

EUR 5.000 – 7.000
USD 5,490 – 7,690

Verkauft für:
6.250 EUR (inkl. Aufgeld)

Triceratops

Auktion 312Donnerstag, den 28. November 2019, 15.00 Uhr

Los empfehlenLos notieren

Vergleichsobjekte und -literatur: Restoration of Triceratops Prorsus Marsh. One-fortieth natural size. Cretaceous, Wyoming. In: Othniel Charles Marsh: The Dinosaurs of North America. Washington, 1896, Tafel 71, 25,4 x 19,4 cm / Charles R. Knight: Triceratops des United States National Museum bei der Pan-American Exposition in Buffalo, New York, 1901 / Zoë Lescaze: Paläo-Art. Darstellungen der Urgeschichte 1830–1980. München, 2007

Die Paläo-Art hält lebendig, was vor über 66 Millionen Jahren die Welt verließ: die größten Tiere der Weltgeschichte. Seit der Entdeckung der Dinosaurier im 19. Jahrhundert geht von den Ungeheuern der Vorzeit eine ungeheure Faszination aus. Unmittelbar nachdem die ersten Skelette und Fossilien geborgen waren, wurden bildliche Darstellungen geschaffen, in denen sich Wissenschaft und Kunst trafen, wie 1854 bei den urzeitlichen Betonmonstern von Benjamin Waterhouse Hawkins im Londoner Glaspalast. Spätestens um 1900 war der Dinosaurier in der Popkultur angekommen: ob als erste Zeichentrickfilmfigur der Geschichte, „Gertie The Dinosaur“ von 1914, oder in den plastischen Rekonstruktionen des Künstlers Charles R. Knight (1874–1953) für das Smithsonian United States National Museum 1901, dessen berühmtestes Exemplar der „Triceratops prorsus“ war.
Der Triceratops, das sogenannte Dreihorngesicht, wurde erstmals 1889 von Othniel Charles Marsh von der Yale University beschrieben, nachdem seine Fossilien in Colorado gefunden worden waren. Sicherlich auf der Grundlage von Abbildungen, die Marsh 1896 publizierte, oder orientiert am Keramikmodell Knights dürfte dann auch unsere türkis glasierte Triceratops-Plastik entstanden sein, die, auf einem überlieferten Familienfoto von 1902 zu sehen, dem damals in Fürstenfeldbruck tätigen Keramiker Hans Bauer zugeschrieben wird. Während über Bauer und seinen frühen Beitrag zur deutschen Paläo-Art heute nichts mehr bekannt ist, erfreut sich der Triceratops weiter ungebrochener Beliebtheit, etwa als Maskottchen von Jan Böhmermanns satirischer TV-Show.

Irrtum vorbehalten - wir verweisen auf unsere Versteigerungsbedingungen.