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Ausgewählte Werke

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Emil Nolde

Nolde 1867 – 1956 Seebüll

„Blumenstilleben mit roten, gelben und violetten Blüten“. Um 1930

Aquarell auf Japan. 33,7 × 47,4 cm. (13 ¼ × 18 ⅝ in.) Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert: Nolde. Werkverzeichnis: Mit einer Expertise von Prof. Dr. Manfred Reuther, Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, vom 4. September 2006. Leichte Randmängel.  [3148] Gerahmt 

ProvenienzPrivatsammlung, Nordrhein-Westfalen

EUR 70.000 – 90.000
USD 81,400 – 104,700

Verkauft für:
87.500 EUR (inkl. Aufgeld)

„Blumenstilleben mit roten, gelben und violetten Blüten“

Auktion 336Donnerstag, den 2. Dezember 2021, 18.00 Uhr

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Emil Noldes Hinwendung zu einer Malerei der reinen, leuchtenden Farben datiert in die Jahre 1906 bis 1908. Von Überraschung und Staunen geprägt ist seine Schilderung der Initialzündung, die das gesamte nachfolgende künstlerische Schaffen bestimmen sollte. Der Maler lebte damals zurückgezogen auf der dänischen Ostseeinsel Alsen, zwar in ärmlichen Verhältnissen, aber in Gemeinschaft mit seiner jungen Frau Ada dennoch glücklich und lebensfroh: „Es war auf Alsen mitten im Sommer. Die Farben der Blumen zogen mich unwiderstehlich an, und fast plötzlich war ich beim Malen. (…) Die blühenden Farben der Blumen und die Reinheit dieser Farben, ich liebte sie.“ (Emil Nolde: Jahre der Kämpfe. Köln 1985, 5. Auflage, S. 100)
Dem Publikum ging es ebenso. Noldes Blumenbilder verkauften sich bestens, hierunter besonders die Aquarelle. Das „Blumenstillleben mit roten, gelben und violetten Blüten“ entstand nicht mehr auf Alsen, sondern an der nordfriesischen Westküste in Noldes Wohn- und Atelierhaus Seebüll, neben dem ein üppiger Blumengarten angelegt worden war. Das Blatt ist ein prachtvolles Beispiel für Noldes reife Aquarellkunst, ihrem verschwenderischen Umgang mit reinen, gesättigten Farben. Dem dominanten, leuchtenden Gelb und Rot der Blütenblätter rechts gesellt sich das dezentere Rotviolett zweier Blumen im linken unteren Bildviertel hinzu. Die kühlen Grüntöne ihrer Blätter verbinden diese bildbeherrschenden Farbflächen miteinander. Die zufällig anmutenden, aber durchaus kontrollierten Farbverläufe im Bereich der Vase oder in den Blütenstempeln links zeugen von der großen Meisterschaft des Aquarellisten Nolde. Souverän verzichtet er auf weitere Farben im Hintergrund und deutet mit hellem Grau lediglich eine Schattenzone an. Weniger ist hier eindeutig mehr.
AF

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