Lupe Stift

Sommerauktionen 2020

Moderne Kunst

262N

Franz Radziwill

Strohhausen 1895 – 1983 Wilhelmshaven

„Die Fäden der Geheimnisse“. 1956

Öl auf Leinwand, auf Holz aufgezogen. 62,7 × 88,6 cm. (24 ⅝ × 34 ⅞ in.) Unten rechts signiert: Franz Radziwill. Rückseitig mit Pinsel in Schwarz mit der Werknummer bezeichnet: 489. Werkverzeichnis: Schulze 694.  [3100] Im Künstlerrahmen 

ProvenienzPrivatsammlung, Schweiz (1995 erworben)

EUR 60.000 – 80.000
USD 64,500 – 86,000

Verkauft für:
231.250 EUR (inkl. Aufgeld)

„Die Fäden der Geheimnisse“

Auktion 320Freitag, den 10. Juli 2020, 14.00 Uhr

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AusstellungFranz Radziwill. Hamburg, Völkerkundemuseum, 1961, ohne Nr. / Franz Radziwill. Bonn, Städtische Kunstsammlung, 1961/62, Kat.-Nr. 24 / Franz Radziwill. Kiel, Kunsthalle, 1962, Kat.-Nr. 29 / Franz Radziwill. Oberhausen, Städtische Galerie Schloss Oberhausen, 1962, Kat.-Nr. 40 / Franz Radziwill und Helmut Ullrich. München, Galerie Heseler, 1963, Kat.-Nr. 6

Literatur und AbbildungAuktionskatalog: Impressionist and Modern Art Part II. London, Sotheby´s, 28.11.1995, Kat.-Nr. 253, m. Abb

Franz Radziwill, während der Weimarer Republik einer der Hauptvertreter des Magischen Realismus, entwickelte nach dem Krieg eine Bildsprache mit Elementen des Surrealismus. Im Jahr 1955 fand anlässlich des 60. Geburtstages des Künstlers eine große Retrospektive statt, die in 17 deutschen Städten gezeigt wurde. Damit gelang Radziwill der lange ersehnte Durchbruch beim breiten Publikum.
In dieser Zeit entstand auch unser Gemälde „Die Fäden der Geheimnisse“. Es zeichnet sich aus durch eine stark kontrastreiche Komposition, wie sie charakteristisch ist für Radziwills reifes Werk. Vor einer dunklen, fast monochromen Bergsilhouette erkennt man ein in leuchtende Farben getauchtes Dorf. Es ist menschenleer, um die Kirche mit ihrem hohen Glockenturm drängen sich die Häuser mit ihren farbigen Dächern wie Bauklötze dicht zusammen.
Im Vordergrund hat der Maler vor dem Betrachter einen surreal wirkenden, aus verschiedenen Mustern zusammengesetzten Flickenteppich ausgebreitet. Über einer bizarren Baumgruppe schweben die rätselhaften, dem Werk seinen Titel gebenden Fäden, die mit einem dunklen Halbmondgesicht verbunden zu sein scheinen.
Wie er zu seinen Bilderfindungen kam, konnte sich der Künstler oft selbst nicht genau erklären: „Ich kann es nicht begreifen", sagte er einmal, „dass dieses alles durch mich hindurchgegangen ist, und genauso wenig kann ich sagen, warum das Bild so und nicht anders geworden ist […] Aber wie in diesem Falle ergeht es mir bei jedem Bild: Der Schaffensprozess bleibt im Dunkeln“ (zit. nach Rainer W. Schulze, Werkverzeichnis, 1995, S. 42).
GK

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