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Kunst des 19. Jahrhunderts

161

Eugen Bracht

Morges 1842 – 1921 Darmstadt

„Templerschloß“. 1915

Öl auf Leinwand. 122 × 175,5 cm. (48 × 69 ⅛ in.) Unten rechts signiert und datiert: EUGEN BRACHT 1915. Rückseitig mit Pinsel in Schwarz mit der Werknummer bezeichnet und betitelt: 1435. „Templerschloß“. Auf dem Keilrahmen ein Etikett des Leipziger Kunstvereins und der Münchener Jahresausstellung 1916.  [3415] Gerahmt 

ProvenienzGustav Adolf Trier, Darmstadt (1917 direkt vom Künstler erworben, bis 1919) / Karl Mayer, Enkel von G. A. Trier, Darmstadt (wohl 1919 aus Erbschaft erhalten, bis 1936) / Städtische Kunstsammlung, Darmstadt (Inv.-Nr. 270 MA; 1936 erworben, 2021 an die Erben nach Karl Mayer restituiert)

EUR 25.000 – 35.000
USD 29,800 – 41,700

Verkauft für:
187.500 EUR (inkl. Aufgeld)

„Templerschloß“

Auktion 328Mittwoch, den 9. Juni 2021, 15.00 Uhr

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Das Gemälde wird im ausdrücklichen Einvernehmen mit den Erben nach Karl Mayer angeboten.

Für das Gemälde liegt eine Leihanfrage vom Institut Mathildenhöhe Darmstadt vor für eine Ausstellung über die Städtische Kunstsammlung Darmstadt (2022).

Am 9. Oktober 1915 beginnt Eugen Bracht in seinem Dresdener Atelier die Arbeit an dem großformatigen Gemälde „Templerschloß“, der Darstellung eines wehrhaften Ruinenkomplexes in einer flachen Küstenregion vor hohem Himmel.
Als Inspiration für das fiktive Sujet dienen ihm „2 Felsenriffe, welche ein schmaler Felskamm verbindet“, das Eiland Ǧazīrat Fir‘aun (Pharaonen-Insel), eine, wie Bracht selbst vermerkt, „Doppel-Insel im Meerbusen von Akaba mit den weitläufigen Ruinen einer Kreuzfahrerburg“. Diese Zitadelle aus dem 12. Jahrhundert passierte Bracht während seiner ersten Orientreise 1880/81 auf der Route von Akaba auf die Sinaihalbinsel. Jedoch verfolgt der Künstler mit seinem 35 Jahre später entstandenen Gemälde keine getreue Wiedergabe des Kastells, vielmehr verfremdet er die Architektur mit jüngeren Bauelementen, „um nicht ‚beschreibend‘ bädeckerhaft zu sein!“. Als anerkannter Paläontologe stets von der historischen Dimension seiner Motive fasziniert, fokussiert sich das Interesse des Landschaftsmalers auf die Wechselwirkung von Kultur und Natur: auf die imposante Burganlage als Relikt menschlicher Existenz, als Sinnbild vergangener Kultur, eingebettet in eine menschenleere Natur, die den morbiden, geheimnisvollen Charakter des Ortes unterstreicht. Die schlaglichtartige Inszenierung der monumentalen Architekturreste, umgeben vom monotonen Wellengang des Meeres und eingehüllt von undurchdringlicher Düsternis der Atmosphäre, entfaltet eine suggestive Bildwirkung, ein Gefühl von Vergänglichkeit, Zeitlosigkeit und Orientierungslosigkeit ...

Den Begleittext von Manfred Großkinsky hier weiterlesen

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