Lupe Stift

Herbstauktionen 2019

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Lovis Corinth

Tapiau/Ostpreußen 1858 – 1925 Zandvoort

„Rosen, Tulpen und Flieder“. 1916

Öl auf Leinwand. 100 × 80 cm. (39 ⅜ × 31 ½ in.) Oben links signiert und datiert: LOVIS CORINTH 1916. Werkverzeichnis: Berend-Corinth/Hernad 680. Craquelé.  [3008] Gerahmt 

ProvenienzOscar Hermes, München / Paul von Bleichert, Klingar (Sachsen) / Ludwigsgalerie, München / Max Böhm, Berlin (bis 1931) / Theodor Johannsen, Wedel (1931 bei Lepke erworben) / Privatsammlung, Norddeutschland

EUR 300.000 – 400.000
USD 330,000 – 440,000

„Rosen, Tulpen und Flieder“

Auktion 313Donnerstag, den 28. November 2019, 18.00 Uhr

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  • Außergewöhnlich großes Format für ein Blumenstillleben von Lovis Corinth

  • Malerisch virtuos in der Ausführung

  • Sinnlich taktiler Farbauftrag


AusstellungSammlung Max Böhm. Berlin, Preußische Akademie der Künste, 1930, Kat.-Nr. 4

Literatur und AbbildungVersteigerungskatalog: Ölgemälde moderner Meister. Galerie Oscar Hermes, München. München, Hugo Helbing, 27.2.1917, Kat.-Nr 13, Abb. Tf. 10 / Versteigerungskatalog: Sammlung v. B. Ölgemälde moderner Meister des 19. und 20. Jahrhunderts. München, Hugo Helbing, 23.4.1929, Kat.-Nr. 6, Abb. Tf. 3 / Katalog 2039: Sammlung Max Böhm. Berlin, Rudolph Lepke’s Kunst-Auctions-Haus, 28.1.1931, Kat.-Nr. 5, m. Abb

Diese Blumen hat kein Florist gebunden. Womöglich war es Lovis Corinths Ehefrau Charlotte, die den Strauß zusammenstellte. Sie liebte Flieder, und so stehen dessen weit ausgreifende Zweige neben Rosen in Weiß, Rosa und Violett, ergänzt um prachtvolle Papageientulpen. Was in der hohen, hellen Vase keinen Platz fand, stellte sie in eine kleine Vase aus grauem Rauchglas daneben. Corinth hat während seiner gesamten Laufbahn Blumenstillleben geschaffen. Fasziniert von der Fülle an Farben und Formen, weckten Blumen immer wieder seine Leidenschaft für alles sinnlich Erlebbare. Dass sie, einmal geschnitten, dem raschen Verfall preisgegeben sind, erhöht noch ihren Reiz, zeigt sich doch in ihren vollen Blüten das Leben noch einmal für ein paar Tage in seiner ganzen Pracht und Schönheit. Corinth schien dies hier schon durch das ungewöhnliche Format des Bildes ausdrücken zu wollen: Überlebensgroß streckt sich der Flieder bis zu den Bildgrenzen, streben die Tulpen zum Licht, neigen sich die Rosen den Betrachtern zu – alles ist in Bewegung. In seiner kraftvollen Malweise betont der Künstler virtuos die unterschiedliche Beschaffenheit der Blüten: wolkig der Flieder, kompakt die Rosen, aus den Tulpen formt Corinth bizarre, vielfarbige Flammen. Der Tisch, das weiße Tuch, die Vasen und der unbestimmte Hintergrund dienen ihm dabei als Kontrapunkte. Sie sind die Ruhepole dieser Komposition, wenn man so will: die Folie, welche die Blumen und mit ihnen die Natur, die der Künstler vor unseren Augen feiert, erst zu voller Üppigkeit erblühen lässt. Corinth zeigt sich hier als Meister der Materie, sei sie nun belebt oder unbelebt. OH

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