Lupe Stift

Herbstauktionen 2019

173

Lovis Corinth

Tapiau/Ostpreußen 1858 – 1925 Zandvoort

„Porträt des Malers Albertus Wirth“. 1884

Öl auf Leinwand. 80,5 × 65 cm. (31 ¾ × 25 ⅝ in.) Oben rechts signiert, bezeichnet und datiert: L. Corinth. München. 84. Werkverzeichnis: Berend-Corinth/Hernad 21.  [3128]

ProvenienzEhemals Albertus Wirth, Berlin (wohl 1884 bis 1923), und Friedrich Mayernitz, Berlin (spätestens 1926)

EUR 20.000 – 30.000
USD 22,000 – 33,000

„Porträt des Malers Albertus Wirth“

Auktion 310Mittwoch, den 27. November 2019, 15.00 Uhr

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AusstellungLovis Corinth, Ausstellung von Gemälden und Aquarellen zu seinem Gedächtnis. Berlin, Nationalgalerie, 1926, Kat.-Nr. 7

Literatur und AbbildungThomas Corinth: Lovis Corinth. Eine Dokumentation. Tübingen, Verlag Ernst Wasmuth, 1979, S. 165 / https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Wirth_(Maler) (Abbildung des Gemäldes; Abfrage am 12.8.2019)

„Albertus“ statt Albert, so wird sich der Mann im Bild offiziell umbenennen als er etwa zwei Dekaden später zum Professor für Malereitechnik an die Hochschule für Bildende Künste Berlin berufen wird.
Als das Porträt des befreundeten Albert Wirth entsteht, frisch in die Farbe signiert und datiert, in München 1884, ist Lovis Corinth noch ein unbekannter Kunststudent. Neben seinen Studien bei dem Maler Paul Eugène Gorge in Antwerpen und an der Académie Julian in Paris, findet er seine Quelle der Inspiration im Münchner Umfeld von Wilhelm Leibl. Diese gedankliche und malerische Liaison mit Leibl gibt auch unser Werk zu spüren. Schon hier, mit 26 Jahren, wagt Corinth seiner Auffassungsgabe zu vertrauen, die Stofflichkeit zu vernachlässigen und seinem Gespür für den eigenen malerischen Stil Ausdruck zu verleihen.
Corinth breitet einen unbestimmt tiefen, dunklen Bildraum vor uns aus, der den Körper des Porträtierten geradezu absorbiert. Der Kontrast mit dem hellen, rasant-pastos gemalten Inkarnat verleiht dem Bildnis seine forsche Charakterstärke. Alles konzentriert sich auf eine sehr kleine Fläche: die kühn inszenierte linke Gesichtshälfte, die sich vom Betrachter abwendet. Unweigerlich folgt man dem sinnierenden Blick Wirths, der uns weit aus der Bilddimension hinausführt. (Melanie Bensalah)


Zum Begleittext von Golo Maurer: Künstler im Bild (Lose 165-176)

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