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Ausgewählte Werke

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Otto Dix

Gera-Untermhaus 1891 – 1969 Singen

„Mädchen mit roter Tasche“. 1924

Aquarell und Tuschpinsel über Bleistift auf Papier. 39,5 × 30 cm. (15 ½ × 11 ¾ in.) Unten rechts mit Bleistift signiert, datiert und mit Werknummer bezeichnet: DIX 24 / 416. Rückseitig mit Bleistift betitelt: Mädchen mit roter Tasche. Dort auch mit Bleistift beschriftet: Besitz Ralfs. Werkverzeichnis: Pfäffle A 1924/38.  [3084] Rahmen: Venedig, Mitte 18. Jahrhundert 

ProvenienzGraphisches Kabinett von Bergh & Co., Düsseldorf (1924) / Otto Ralfs, Braunschweig / Kunsthandel, Berlin (bis 1998) / Maren Otto, Hamburg (1998 bei Grisebach erworben)

EUR 100.000 – 150.000
USD 97,000 – 146,000

„Mädchen mit roter Tasche“

Auktion 346Donnerstag, den 1. Dezember 2022, 18.00 Uhr

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AusstellungAquarelle von Otto Dix. Berlin, Kronprinzenpalais, 1924 (o. Kat.)

Literatur und AbbildungAuktion Nr. 67: Ausgewählte Werke. Berlin, Villa Grisebach Auktionen, 27.11.1998, Kat.-Nr. 49, m. Abb

Es sind ihre großen, strahlend blauen Augen, die sicherlich nicht nur Otto Dix in den Bann gezogen haben. Den Blick leicht nach oben gerichtet, in der rechten Hand eine rote Handtasche haltend, steht das elegant in einen tief ausgeschnittenen Mantel mit Pelzkragen gekleidete „Mädchen“ da, als würde sie auf jemanden warten. Erwartungsvoll, die roten Lippen leicht geöffnet, den dunkelbraunen Bob unter einem auffälligen, ausladenden Hut versteckt, ist die junge Frau zweifelsohne eine Erscheinung.
Das Unverwechselbare, Besondere suchte Otto Dix in seinen Modellen, egal ob sie nun schön, markant oder hässlich waren. Das ihn am meisten Fesselnde griff er in seinen Bildnissen auf. So erstaunt es nicht, dass ihn die blauen Augen der schönen, jungen Frau 1924 dazu veranlassten, sie zu porträtieren. Losgelöst von ihrem Umfeld – vor einem undefinierbar dunklen, nahezu Rauchschwaden ähnelnden Hintergrund – macht Dix die junge Frau zum Motiv und regt den Betrachter an, die Geschichte der geheimnisvollen Wartenden zu erzählen.
Zwischen 1922 und 1925, während seiner Zeit in Düsseldorf, entstanden vermehrt Arbeiten auf Papier – darunter eine Vielzahl an Bildnissen. Nicht zuletzt aufgrund der grassierenden Inflation und der damit einhergehenden steigenden Preise griff Otto Dix auf die Aquarellmalerei zurück. Das lösliche Aquarell war zudem das Medium, in dem Dix sich besonders frei und spontan ausdrücken konnte. So gelang es Dix 1924 auf unverwechselbare Weise, die Eigenschaften der Dargestellten zu erfassen. SSB

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