Lupe

Kataloge online

Ausgewählte Werke

9

Otto Dix

Gera-Untermhaus 1891 – 1969 Singen

„Portrait I.B. Neumann“. 1922

Bleistift auf Papier. 51 × 41,1 cm. (20 ⅛ × 16 ⅛ in.) Unten rechts von fremder Hand signiert und datiert: Dix 22. Werkverzeichnis: Nicht bei Lorenz. Die Zeichnung wird unter der Nummer EDV 9.1.30 aufgenommen in das Werkverzeichnis der Zeichnungen und Pastelle von Otto Dix von der Otto Dix Stiftung, Vaduz (in Vorbereitung).  [3437] Gerahmt 

ProvenienzGalerie Nierendorf, Neue Kunst, Köln / Nierendorf Gallery, New York / Privatsammlung, USA (bis 2013) / Privatsammlung, Berlin

EUR 30.000 – 40.000
USD 29,100 – 38,800

„Portrait I.B. Neumann“

Auktion 346Donnerstag, den 1. Dezember 2022, 18.00 Uhr

Gebot im NachverkaufLos empfehlen

Zustandsbericht anfordern

Im Werkverzeichnis der Zeichnungen von Otto Dix sind zwei Portraits von J.B. Neumann aus demselben Jahr aufgeführt, von denen sich eins im Busch-Reisinger Museum, Cambridge, Massachusetts, befindet (Lorenz EDV 9.1.4. u. EDV 9.1.5.).

Im Herbst 1922 kam Otto Dix von Dresden nach Düsseldorf, wo ihm in der Akademie der Künste ein Atelier zur Verfügung stand. Er schloss sich dem Kreis um die Galeristin Johanna Ey an und trat der Künstlervereinigung „Das Junge Rheinland“ bei. Vermutlich entstand in diesem Umfeld das Porträt des Kunsthändlers Israel Ber Neumann, der Galerien moderner Kunst in Berlin, Bremen, Düsseldorf und München betrieb. 1923 siedelte I.B. Neumann, wie man ihn zumeist nannte, in die USA über, wo er zu einem der bedeutendsten Vermittler für die deutsche Kunst der Moderne wurde. Neumanns „Graphisches Kabinett“ in Berlin wurde von dem Galeristen Karl Nierendorf übernommen.
In den fein modellierten Gesichtszügen über dem mit wenigen Strichen nur angedeuteten Oberkörper ist es vor allem die ausdrucksvolle Augenpartie mit den kräftigen Brauen und den schweren, hängenden Lidern, die uns in ihren Bann zieht.
Der Künstler hat dem Vorgang des Sehens, dem sinnlichen Erfassen der Welt durch das Auge, höchste Bedeutung beigemessen. An die Stelle der expressionistischen Verzerrung und Zerschlagung der Form setzt er einen pointierten, manchmal zugespitzten Realismus. Stets respektiert Dix das äußere Erscheinungsbild, in dem sich nach seiner Überzeugung das Innere offenbart, und erweist sich dabei nicht nur als unbestechlicher Beobachter und einer der größten deutschen Porträtkünstler, sondern auch als wahrhafter Menschenfreund. sch

Irrtum vorbehalten - wir verweisen auf unsere Versteigerungsbedingungen.