Lupe Stift

Herbstauktionen 2019

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Moritz Elimeyer

Königlich-sächsischer Hofjuwelier in Dresden 1856 – 1909

„Casolette: ein Ei, enthaltend Henne, Krone und Ring“. 1886

13,7 bis 20,7 ct. Gold, teilweise emailliert; Diamanten; Saphir; Lederfutteral. 8 cm; Ø 5,3 cm. (3 ⅛ in.; Ø 2 ⅛ in.) Im Futteral Signet: Elimeyer Dresden. Gesamtgewicht: 118,8 g.  [3086]

ProvenienzWohl Sammlung des Khediven von Ägypten, Abbas II. (1874–1944) / König Faruk I. von Ägypten (1920–1965), Kairo (bis 1952) / Sammlungen der Republik Ägypten, Koubbeh Palace, Kairo (bis 1954) / Privatsammlung, London (1954-1969) / Privatsammlung, Bayern

EUR 10.000 – 12.000
USD 11,000 – 13,200

„Casolette: ein Ei, enthaltend Henne, Krone und Ring“

Auktion 312Donnerstag, den 28. November 2019, 15.00 Uhr

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Vergleichsliteratur: Ausst.-Kat.: Géza von Habsburg: Fabergé. Hofjuwelier der Zaren. München, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, 1986, Kat.-Nr. 532, S. 266f., Kat.-Nr. 662, S. 315f.

AusstellungJubiläums-Ausstellung der königlichen Akademie der Künste. Berlin, Landes-Ausstellungsgebäude (58. Ausstellung), 1886, VII. Abteilung für dekorative Kunst, Kat.-Nr. 3137, S. 368

Literatur und AbbildungAuktion: The Palace Collections of Egypt. Catalogue of the Magnificent Collection of Works of Art in Precious Materials. London, Sotheby’s, 10./17.3.1954, Kat.-Nr. 164 / Auktion: Fine Miniatures, Important Gold Boxes and Objects of Vertu. London, Christie’s, 18.11.1969, Kat.-Nr. 150, S. 52 / Alexander von Solodkoff: Masterpieces from the House of Fabergé. New York, 1989, S. 57

Henne oder Ei, Fabergé oder Elimeyer, 18. oder 19. Jahrhundert, das ist hier die Frage. Denn bevor der russische Hofjuwelier Carl Fabergé (1846-1920) zum Meister aller Goldschmiede und kaiserlichen Ostereier wurde, hatte Charlotte d’Orléans schon um 1720 ein goldenes Ei mit Emailledotter und darin verborgener Goldhenne und Brillantenkrone der späteren englischen Königin Caroline zum Geschenk gemacht. Erst dieses goldene Überraschungsei des 18. Jahrhunderts (heute im Besitz der Königin von Dänemark) inspirierte Fabergé 1885 zu einem gleichartigen Stück, seinem ersten Goldei, das Zar Alexander III. begeistert seiner Frau Maria Fjodorowna schenkte.
Direkt im Jahr darauf, 1886, präsentierte auch der königlich-sächsische Hofgoldschmied Moritz Elimeyer sein goldenes Ei mit Emailledotter, Henne, Krone und Ring auf der Akademieausstellung in Berlin. Elimeyers Ei gelangte schließlich in die Sammlungen der Gold und Fabergé-Eier liebenden Herrscher Ägyptens und wurde 1954 bei einer spektakulären Auktion in London versteigert.
Bis heute lenkt unser Goldei damit den Blick auf die Genese und höfische Verbreitung dieser speziellen Spezies – und lässt das Rennen zwischen Fabergé und Elimeyer letztlich offen ausgehen: Fabergé trat zwar kurz vor Elimeyer auf den Plan, war aber dennoch nicht der erste Goldeierschmied überhaupt. Dafür kam Elimeyers Schöpfung mit Henne und Ei deutlich weiter auf der Welt herum.

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