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Ausgewählte Werke

34

Wojciech Fangor

Warschau 1922 – 2015 Błędów

„B 26“. 1965

Öl auf Leinwand. 130 × 130,5 cm. (51 ⅛ × 51 ⅜ in.) Rückseitig mit Pinsel in Schwarz signiert, betitelt und datiert: FANGOR B 26 1965. Auf dem Keilrahmen ein Etikett der Ausstellung Berlin 1965 (s.u.). Werkverzeichnis: Das Gemälde ist im Online-Werkverzeichnis der Fangor Foundation, Warschau, unter der Nummer P.453 registriert.  [3435] Gerahmt 

ProvenienzSammlung Kampmann-Ludwig, Berlin (1965 bei der Galerie Springer, Berlin, erworben, seitdem in Familienbesitz)

EUR 200.000 – 300.000
USD 194,000 – 291,000

Verkauft für:
350.000 EUR (inkl. Aufgeld)

„B 26“

Auktion 346Donnerstag, den 1. Dezember 2022, 18.00 Uhr

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AusstellungFangor. Berlin, Galerie Springer, 1965, Kat.-Nr. 34, m. Abb

Wojciech Fangor ist einer der bedeutendsten und originellsten Künstler der internationalen Op-Art. In den Fünfzigerjahren wandte sich der gebürtige Pole der Abstraktion zu und gründete mit anderen in seiner Heimatstadt Warschau die renommierte „Polnische Schule der Plakatkunst“. Zu Beginn der Sechzigerjahre siedelte Fangor in den Westen über, lebte eine Zeit lang in Berlin und in Bath in Südengland, bevor er sich 1966 in den USA niederließ.
Das Gemälde „B 26“ malte Fangor kurz vor seinem Umzug in die Vereinigten Staaten. Seine Komposition ist typisch für die Werke des Künstlers in jenen Jahren: Auf einer quadratischen Leinwand ziehen konzentrisch um ihren Mittelpunkt gemalte Kreise alle Aufmerksamkeit auf sich. Im selben Moment beginnt das Bild scheinbar in Bewegung zu geraten. Den mittleren blauen Kreis hat Fangor mit Weiß gehöht, sodass eine Perspektive entsteht, die Illusion einer Kugel.
Der daran anschließende Kreis oder Ring besteht aus zwei Tönen von Grün, einem helleren und einem dunkleren, auch das steigert den Eindruck von Dynamik. Der äußere dunkelrote Kreis wiederum wird auf „B 26“ nicht von einer klar gezogenen Linie vom fahlen, rosafarbenen Hintergrund abgegrenzt – wie die Gloriole einer Sonne leuchtet er in das flache rosa Nichts hinaus. Dass auf diesem Gemälde das visuelle Schweben und das Pulsieren ineinander übergehen, liegt auch daran, dass Fangor hier mit der Kraft von Komplementärkontrasten gearbeitet hat. Rot und Grün, Blau und Rosa, das sind Kombinationen, die den Eigenwert der Farben, den Sog, den sie in der Wahrnehmung auszuüben vermögen, noch erhöhen und beschleunigen. All dies macht „B 26“ zu einem wahrhaft meisterlichen Werk. UC

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