Lupe Stift

Herbstauktionen 2019

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Gotthard Graubner

Erlbach/Vogtland 1930 – 2013 Hombroich

„bedecktes rot“. 2001

Öl und Acryl auf Leinwand über Synthetikwatte auf Leinwand. 64 × 49,5 × 11 cm. (25 ¼ × 19 ½ × 4 ⅜ in.) Rückseitig mit Filzstift in Schwarz signiert, datiert, betitelt und mit Richtungspfeil bezeichnet: Graubner 01 „bedecktes rot“.  [3014] Gerahmt 

ProvenienzPrivatsammlung, Hessen (2002 in der Galerie Rackey, Bad Honnef, erworben)

EUR 100.000 – 150.000
USD 110,000 – 165,000

Verkauft für:
175.000 EUR (inkl. Aufgeld)

„bedecktes rot“

Auktion 313Donnerstag, den 28. November 2019, 18.00 Uhr

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Zu Gotthard Graubner siehe u.a. auch Auktion 315, Los 754.




  • Farbe wird buchstäblich zum Gegenstand der monochromen Malerei

  • Besonders leuchtender Farbraumkörper

  • Seit 1971 arbeitete Gotthard Graubner an seiner Werkgruppe der Farbraumkörper. Graubner, geboren 1936 im sächsischen Erlbach, hatte 1954 die ehemalige DDR verlassen, studierte anschließend an der Düsseldorfer Kunstakademie, wo er in den 1980er- und 1990er-Jahren selbst eine Professur innehatte. Im Mittelpunkt seines ebenso reichen wie komplexen Œuvres steht das Miteinander von Farbe und Raum. Graubner schuf mit saugfähigem Schaumstoff oder Synthetikwatte unter Nessel oder Perlongewebe aufgepolsterte Bildträger, die er mit teils stark verdünnten Farbpigmenten großflächig durchtränkte. Unter Einsatz von Lösungsmitteln ließ der Künstler in einem längeren Fertigungsprozess Malgrund und Oberfläche zu einer Art Farbhaut verschmelzen. So entstanden plastische Farbkissen, die er manchmal Tastobjekte, Farbleiber, meist aber Farbraumkörper nannte. Für Gotthard Graubner sei ein Bild im Grunde nichts anderes als ein „malerischer Organismus“ (Erich Franz: Gotthard Graubner. Die Antagonistische Einheit von „Farbraum“ und „Körper“, in: Ingvild Goetz, Leo Lancsés, Karsten Löckemann (Hg.): Farbraumkörper, Berlin, 2017. S. 52). Der 2001 von Graubner geschaffene Farbraumkörper „bedecktes rot“ darf gewiss als ein Musterbeispiel seines reichen Werks bezeichnet werden. Das satte Rot und die behutsam modulierte Oberfläche lassen die Arbeit atmen, ja pulsieren, sie nimmt den Raum ein, verleiht ihm Leben. AGT

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