Lupe Stift

Herbstauktionen 2019

39

Max Liebermann

1847 – Berlin – 1935

„Rote und weiße Blumen nach Südosten (Blumenstauden im Nutzgarten nach Südosten)“. 1925

Öl auf Leinwand. 54,5 × 75,5 cm. (21 ½ × 29 ¾ in.) Unten rechts signiert: M Liebermann. Auf dem Keilrahmen Etiketten der Galerie Paul Cassirer, Berlin, und der Ausstellung Venedig 1926 (s.u.). Werkverzeichnis: Eberle 1924/16 („Verschollen“). Mit einem zusätzlichen Gutachten von Prof. Matthias Eberle, Berlin, vom 12. Dezember 2012.  [3248] Gerahmt 

ProvenienzGalerie Paul Cassirer, Berlin (am 18.9.1925 erhalten, in Kommission von Max und Martha Liebermann bis 29.8.1935) / Anna Dodeck, Hamburg / Privatsammlung, Norddeutschland (vor 1945 erworben, bis 2014 in Familienbesitz) / Privatsammlung, Hessen

EUR 350.000 – 450.000
USD 385,000 – 495,000

Verkauft für:
437.500 EUR (inkl. Aufgeld)

„Rote und weiße Blumen nach Südosten (Blumenstauden im Nutzgarten nach Südosten)“

Auktion 313Donnerstag, den 28. November 2019, 18.00 Uhr

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Das Gemälde wurde 2013 an die Erben nach Max und Martha Liebermann restituiert.




  • Exemplarisches Werk aus der Gruppe der Wannseegarten-Bilder Liebermanns

  • 1926 auf der Biennale in Venedig ausgestellt

  • Von brillant leuchtender Farbigkeit

  • AusstellungXVa Esposizione internazionale d’Arte della Città di Venezia. Catalogo. Venedig 1926, 2. Aufl., Kat.-Nr. 27 („Fiori bianchi e rossi“) / 30 deutsche Künstler aus unserer Zeit. Wiesbaden, Nassauischer Kunstverein, im Neuen Museum, 1929, Kat.-Nr. 83 („Garten mit weißen und roten Blumen"), m. Abb

    Sein Sommerhaus am Wannsee war für Max Liebermann viel mehr als nur eine willkommene Möglichkeit, an heißen Tagen der Hitze und dem Staub der Stadt zu entkommen. Vor allem der zusammen mit dem Kunsthistoriker und Reformpädagogen Alfred Lichtwark, dem Direktor der Hamburger Kunsthalle, angelegte Garten wurde ab 1910 zu seinem Freiluftatelier: Bis zu seinem Lebensende entstanden hier über 200 Gemälde und zahlreiche Zeichnungen. Sie zeugen von der Anziehungskraft, die dieser Ort auf Liebermann ausübte. Die Vielfalt der Motive war unerschöpflich – und die wechselnde Bepflanzung, die unterschiedlichen Blickwinkel und Sichtachsen lieferten ihm täglich neue. Durch zahlreiche Ausstellungen war der Wannseegarten Liebermanns Zeitgenossen wohlbekannt. Unser Gemälde „Rote und weiße Blumen nach Südosten“ zeigte der Maler 1926 bei einer besonders prominenten Gelegenheit: auf der Biennale in Venedig. Virtuose Schattierungen von Grün bilden den satten Hintergrund für weißgelbe Blüten, vereinzelte Akzente setzendes Rot und Tupfen in Blau, die noch immer überaus lebendig in die Gegenwart hineinleuchten. Liebermanns impressionistischer Blick vermittelt uns auch etwas von der wärmenden Sommersonne, die Blütenkelche und einen Teil des Weges bescheint. Nicht zuletzt liegt der Reiz dieses Gemäldes deshalb in der Kombination aus dem an sich unspektakulären Bildgegenstand und der großen malerischen Pracht in der Ausführung. Ganz auf die satten Farbkontraste konzentriert, wird so aus dem beiläufigen Thema das, was Christian Ring eine „Symphonie von Licht und Schatten“ nannte (Liebermann und Nolde, Gartenbilder. Ausst.-Kat. Berlin 2012, S. 38). ET

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