Lupe Stift

Sommerauktionen 2020

Von Dürer bis Balkenhol – Ausgewählte Werke

25

Max Liebermann

1847 – Berlin – 1935

„Mann im Kohlfeld – Wannseegarten“. 1917

Öl auf Leinwand. 43,5 × 51,5 cm. (17 ⅛ × 20 ¼ in.) Unten rechts mit Feder in Braun signiert und datiert: M. Liebermann. 1917. Werkverzeichnis: Eberle 1917/13.  [3055] Gerahmt 

Provenienz„Das Gemälde Cabinett“ Unger, München (1988) / Privatsammlung, Deutschland / Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen

EUR 180.000 – 240.000
USD 194,000 – 258,000

Verkauft für:
225.000 EUR (inkl. Aufgeld)

„Mann im Kohlfeld – Wannseegarten“

Auktion 319Donnerstag, den 9. Juli 2020, 18.00 Uhr

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AusstellungMax Liebermann (1847–1935) – Karl Hagemeister (1848–1933). München, „Das Gemälde Cabinett“ Unger, 1988, S. 58, Abb. S. 59

Literatur und AbbildungVersteigerungskatalog: Impressionist and Modern Painting and Sculpture. London, Christie´s, 1.12.1987, Kat.-Nr. 162, m. Abb

Über viele Jahre hatte Max Liebermann Sommerfrische und Inspiration an der niederländischen Küste gesucht. Während des Ersten Weltkriegs jedoch fanden der Künstler und seine Familie Erholung am Großen Wannsee. Hier hatte Liebermann 1909 eines der letzten freien Seegrundstücke der Villenkolonie Alsen erworben und mit seiner Tochter Käthe und Alfred Lichtwark, dem Direktor der Hamburger Kunsthalle, eine aufwendige Gartenarchitektur entwickelt.
In Kriegszeiten nutzte die Familie das Gelände verstärkt zum Anbau von Nutzpflanzen. An den in Wiesbaden lebenden Sammler Heinrich Kirchhoff, in Künstlerkreisen für seinen exotischen, artenreichen Garten bekannt, berichtete Liebermann im Mai 1917: „Sonst habe ich statt Gravensteiner Äpfel – Erdäpfel d.h. Kartoffeln gebaut und dazu Gemüse, Kohl u sonstiges Eßbare, denn, wer weiß, wie lange der Krieg noch dauert“ (Max Liebermann an Heinrich Kirchhoff. Zit. nach: Ernst Braun (Hg.): Max Liebermann. Briefe, Bd. 6, 1916–1921, Baden-Baden 2016, S. 106).
Unser Bild zeigt einen Gärtner bei der Arbeit in der für den Kohlanbau umgewidmeten Rasenfläche zwischen Haus und See. Im Hintergrund erkennt man die markanten Stämme des malerischen Birkenwäldchens, das sich noch heute an der Grenze zum Nachbargrundstück in südlicher Richtung anschließt.
Das Gemälde mit seinem pastosen Farbauftrag markiert einen Wendepunkt in Liebermanns Schaffen: den Beginn des Spätwerks – er entdeckt nun die Schönheit und Inspiration der von ihm geformten Natur. In den kommenden Jahren sollte der Wannseegarten mit seiner überbordenden Blütenpracht zum Hauptmotiv des Künstlers werden.
GK

* Liebermann entdeckt in seinem Spätwerk die Schönheit und Inspiration der von ihm geformten Natur
* Der Garten des Künstlers wird in dieser Schaffensphase zum Hauptmotiv in seinem Werk
* Spannungsvoller Kontrast zwischen malerischer Auflösung der Form und räumlicher Tiefenflucht

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