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Ausgewählte Werke

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Max Liebermann

1847 – Berlin – 1935

„Die Blumenterrasse im Wannseegarten nach Norden“. 1924

Öl auf Holz. 39,7 × 49,8 cm. (15 ⅝ × 19 ⅝ in.) Unten links signiert und datiert: M Liebermann 24. Werkverzeichnis: Eberle 1924/21.  [3151] Gerahmt 

ProvenienzKurt Hamann, Berlin (1970–1981) / Ehemals Privatsammlung, Norddeutschland

EUR 180.000 – 240.000
USD 209,000 – 279,000

Verkauft für:
450.000 EUR (inkl. Aufgeld)

„Die Blumenterrasse im Wannseegarten nach Norden“

Auktion 336Donnerstag, den 2. Dezember 2021, 18.00 Uhr

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AusstellungIm Garten von Max Liebermann. Hamburg, Kunsthalle, und Berlin, Alte Nationalgalerie, 2004/05, Kat.-Nr. 54, Abb. S. 107

Literatur und AbbildungVersteigerungskatalog: Moderne Kunst. Hamburg, Dr. Ernst Hauswedell, 4./5.6.1970, Kat.-Nr. 763, Abb. S. 171 / Holly Prentiss Richardson: Landscape in the Work of Max Liebermann. Phil. Diss., 3 Bände. Ann Arbor, Brown University, 1991, hier Bd. II, S. 252, Nr. 720 / Günter und Waldtraut Braun: Max Liebermanns Garten am Wannsee und seine wechselvolle Geschichte. Berlin, Nicolai, 2008, Abb. S. 53

Von Dunkelgrün bis Hellgrün und Blaugrün zu Gelbgrün: Grün in allen Schattierungen ist die Farbe, die dieses aufregende Gemälde von Max Liebermann dominiert. Bahnt sich das Auge einen Weg durch den pastos-impressionistischen Farbdschungel, so lassen sich einzelne Details erkennen. Im Vordergrund die von Rasenflächen unterbrochenen Beete, in denen gerade rote Blumen blühen. Am Ende eines dieser Beete kniet eine dunkel gekleidete Gärtnerin. Dann entdeckt man auch einen Blumenkübel mit einem Palmengewächs.
Im Hintergrund überlagern sich Hecken und Bäume zu einem grün-vitalen Fond. Das von großzügigem Farbauftrag geprägte Bild zeigt Liebermann auf dem Gipfel seiner malerischen Kraft. Im selben Moment wirkt die Freiheit des dynamisch-expressiven Duktus auch fast fiebrig-feingliedrig. Auf faszinierende Weise lässt Liebermann hier die Grenzen zur Abstraktion verschwimmen: Die Einzelheiten des Motivs lassen sich nur dechiffrieren, wenn man das Gemälde im Ganzen betrachtet.
Nähert man sich dem Bild, so offenbart sich mehr und mehr seine furiose Farbigkeit. 1924 entstanden, zählt diese Arbeit zu der bedeutenden Serie der Wannseebilder – sie markieren den Höhepunkt des Spätwerks des Impressionisten Liebermann. Bereits 1909 hatte der Künstler eines der letzten freien Seegrundstücke am Großen Wannsee erworben und dort gemeinsam mit seiner Tochter Käthe und dem Direktor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark, eine konzeptuell geprägte Gartenlandschaft geschaffen.
Ab 1918 nutzte Liebermann, der nun die Sommermonate in seinem „Schloss am See“ verbrachte, den Garten immer häufiger als Bildsujet: „Was in den Wannseebildern wirkt, ist die Stärke der malerischen Übersetzung“, so sein Biograf Erich Hancke 1922: „In der Kunst, einen Natureindruck zum Bilde zu formen, ist Liebermann jetzt unumschränkter Meister“ (zit. n. Erich Hancke: Max Liebermanns Kunst seit 1914, in: Kunst und Künstler, Jg. 20 (1922), H. 10, S. 345). Dem bleibt mit Blick auf „Die Blumenterrasse im Wannseegarten nach Norden“ nichts hinzuzufügen.
GK

• Äußerst modernes Gemälde Max Liebermanns nahe der Abstraktion
• Die Wannseebilder gehören zu den begehrtesten Werken Max Liebermanns auf dem Kunstmarkt
• Weitere Werke mit diesem Thema befinden sich in Museumsbesitz, u.a. in der Nationalgalerie Berlin und der Kunsthalle Bremen

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