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Ausgewählte Werke

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Konrad Lueg

1939 – Düsseldorf – 1996

„Bockwürste auf Pappteller“. 1962/63

Tempera und Acryl auf Leinwand. 100,3 × 99,7 cm. (39 ½ × 39 ¼ in.) Rückseitig mit Filzstift in Schwarz signiert und datiert: Lueg 62/63. Werkverzeichnis: Kellein 14. Rückseite: rosa übermaltes Gemälde mit eingeritzter Skizze.  [3387]

ProvenienzPrivatsammlung, Rheinland (1964 als Geschenk vom Künstler erhalten)

EUR 80.000 – 120.000
USD 95,200 – 143,000

Verkauft für:
437.500 EUR (inkl. Aufgeld)

„Bockwürste auf Pappteller“

Auktion 330Donnerstag, den 10. Juni 2021, 18.00 Uhr

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AusstellungLeben mit Pop – eine Demonstration für den Kapitalistischen Realismus. Düsseldorf, Möbelhaus Berges, 1963 / Präsentation im Garten der Galerie Parnass, Febr./März 1964 als Vorbereitung für die Ausstellung im November: Neue Realisten. Wuppertal, Galerie Parnass, 1964

Literatur und AbbildungWill Baltzer u. Alfons W. Biermann (Hg.): Treffpunkt Parnass. Wuppertal 1949–1965. Köln, Rheinland-Verlag, 1980, Abb. S. 262 / Susanne Küper: Konrad Lueg und Gerhard Richter: „Leben mit Pop – Eine Demonstration für den Kapitalistischen Realismus“. In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch, Bd. 53, 1992, Köln, DuMont Buchverlag, S. 289–306, Abb. S. 295 (hier in unvollendetem Zustand ohne die roten Dreiecke links und rechts) / Ausst.-Kat.: Ich nenne mich als Maler Konrad Lueg. Bielefeld, Kunsthalle; Gent, Stedelijk Museum voor Actuele Kunst (S.M.A.K.); New York, PS1 Contemporary Art Center, 1999/2000, Abb. Tf. 14, S. 52 (hier in unvollendetem Zustand, s.o.)


Lassen Sie sich von Diandra Donecker die „Bockwürste auf Pappteller“ zeigen




Eine illustrere Ausstellungshistorie, als Konrad Luegs Bild „Bockwürste auf Pappteller“ sie erlebt hat, lässt sich kaum vorstellen: Erstmals war es am Abend des 11. Oktober 1963 von 20 bis 21.30 Uhr in der legendären Schau „Leben mit Pop. Eine Demonstration für den Kapitalistischen Realismus“ im Düsseldorfer Möbelhaus Berges zu entdecken. Nachdem Gerhard Richter und Konrad Lueg, so nannte sich Konrad Fischer als Künstler, „um bei der Häufigkeit des Namens Fischer etwaigen Verwechselungen aus dem Wege zu gehen“, eine Ausstellung in einem 32 Quadratmeter großen Raum in der der dritten Etage des Hauses verworfen hatten, beschlossen sie, kurzum das gesamte Möbelhaus ohne Veränderungen auszustellen. In der Möbelausstellung auf der dritten Etage, die den Besuchern u.a. 81 Wohnzimmer und 72 Schlafzimmer bot, stellten sie ihre vergleichsweise wenigen Werke in den unterschiedlichen Einrichtungen auf. Gerhard Richter zeigte seine Bilder „Mund“, „Papst“, „Hirsch“ und „Schloß Neu-Schwanstein“ und Konrad Lueg die Werke „Vier Finger“, „Betende Hände“, „Bügel“ und „Bockwürste auf Pappteller“. Nach der Demonstration am Eröffnungsabend, während der die Besucher im „Wartezimmer“ nach zuvor vergebenen Nummern aufgerufen und in kleinen Gruppen von den Künstlern von oben nach unten durch das Haus geführt wurden und danach, die Choreografie verlassend, eigene Wege gingen, war die „Ausstellung“ bis zum 25. Oktober 1963 zu sehen. Im Februar oder Anfang März des Folgejahres stellte Konrad Lueg „Bockwürste auf Pappteller“ in der Vorgartenausstellung der Wuppertaler Galerie Parnass auf. Gerhard Richter, Sigmar Polke, Manfred Kuttner und Konrad Lueg waren mit einem geliehenen Kleintransporter und zahlreichen Werken unaufgefordert zu dem Galeristen Rudolf Jährling gefahren und stellten ihre Arbeiten im leicht mit Schnee bedeckten Vorgarten der Galerie auf. Die Aktion hatte Folgen, dem Galeristen gefielen die Bilder, und im November eröffnete die Galerie Parnass tatsächlich die Ausstellung „Sigmar Polke, Gerhard Richter, Konrad Lueg“. Einige der im Vorgarten aufgestellten Werke kehrten so nach Wuppertal zurück. Nicht aber Luegs „Bockwürste auf Pappteller“. Das Bild hatte Konrad Lueg zwischenzeitlich verschenkt. In der Forschung und im Kunsthandel galt diese Rarität des „German Pop“ seitdem als verschollen. AGT

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