Lupe Stift

Herbstauktionen 2019

351

Richard Müller

Tschirnitz/Böhmen 1874 – 1954 Dresden-Loschwitz

„Prometheus am Kaukasus“. 1921

Öl auf Leinwand. 145 × 122 cm. (57 ⅛ × 48 in.) Auf dem Keilrahmen signiert und datiert: Richard Müller 21 / Nachlassstempel: Nachlaß Prof. Rich. Müller Dresden. Werkverzeichnis: Corinna Wodarz: Symbol und Eros. Die Bildwelten Richard Müllers (1874-1954) mit dem Katalog des Gesamtwerks. Göttingen, 2002, Nr. M 0000.22.  [3060] Gerahmt 

ProvenienzNachlass des Künstlers / 1970 Privatsammlung, USA / Privatsammlung, Bayern

EUR 40.000 – 60.000
USD 44,000 – 65,900

„Prometheus am Kaukasus“

Auktion 312Donnerstag, den 28. November 2019, 15.00 Uhr

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Literatur und AbbildungRolf Günther: Richard Müller. Leben und Werk mit dem Verzeichnis der Druckgraphik. Dresden, 1995, Abb. 44, S. 52

Die Liebe zum Tier, der Sadismus für den Menschen. George Grosz nannte Richard Müller „ein wenig sadistisch veranlagt“. Und wirklich ließ der seit 1900 an der Dresdner Akademie lehrende Maler, dessen Schüler Grosz war, seine Modelle immer wieder für Stunden abwegige Posen einnehmen, um sie mit allerlei triumphierendem und stinkendem Getier für seine Gemälde posieren zu lassen.
Aus den Tiefen der griechischen Mythologie taucht hier Prometheus auf, der den Menschen das Feuer brachte und dafür am Kaukasus blutig darben musste. Doch der Fels mutet bei Müller an wie bloßes Muskelfleisch. Und über den Feuerbringer, der den Menschen das ultimative Werkzeug zur Weltbezwingung gab, triumphiert seit der Überlieferung von Petrarca der Aasgeier, der immer aufs Neue Prometheus’ Leber frisst. Müller liebte die Tiere in der Tat augenscheinlich mehr als die Menschen.

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